15.02.2012, 19:35
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„Real Madrid hat den FC Barcelona vom Thron gestoßen“

Nachdem die Königlichen schon im letzten Pokal-Clásico andeuteten, dass die Uhr der katalanischen Vormachtstellung dem Ende entgegen sprintet, ist man in der Liga schon einen ganzen Schritt weiter. Statt erst noch zum Überholvorgang anzusetzen, hat man den Blinker bereits wieder ausgeschaltet und fährt locker leicht an der Spitze. Die Presse ergötzt sich gerade zu exzessiv am neuen Klassenprimus, doch hat dies Hand und Fuß, wie die Statistiken deutlich belegen.

„Real Madrid hat den FC Barcelona vom Thron gestoßen“

Madrid ist auf dem Weg, Barcelona zu überbieten - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com

Die Einsicht: Barça-Akteure haken Meistertitel ab

MADRID. Es käme einem Wunder gleich, würde der spanische Meister nach 38 Spieltagen FC Barcelona heißen und nicht Real Madrid. Aufgrund der enormen Konstanz der Königlichen, zehn Punkten Vorsprung und denen in dieser Spielzeit so oft schwächelnden Katalanen, glaubt keiner mehr so recht an ein derartiges Wunder. Auch die Barça-Akteure schlugen nach der Pleite am Samstag gegen Osasuna pessimistische Töne an. „Wir sind sehr verärgert. Zehn Punkte sind fast unmöglich aufzuholen, sieben waren ja schon sehr schwer...“, brachte Pedro es gut auf den Punkt. Seine Kollegen sahen dies nicht anders. „Es ist fast aussichtslos“, sagte Piqué und Valdés meinte, es werde extrem schwer, die Meisterschaft einzufahren: „10 Punkte aufzuholen sind schwer, aber gegen dieses Madrid fast unmöglich.“

In der Liga BBVA hat Madrid die in den letzten Jahren dominierenden Blaugranas überholt und abgehägt. Diese Wachablösung führt nun nach und nach auch zu einem Umdenken in den nationalen und internationalen Medien, so titelte beispielsweise das britische Sportmagazin FourFourTwo stellvertretend in seiner März-Ausgabe: „Enter Madrid, exit Barça.“ Gewagt? Keinesfalls, denn die Belege lauern an jeder Ecke! 

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Mourinhos Spielphilosophie trägt Früchte

Stets wird von den einzigartigen Ballstaffeten Barças geschwärmt, doch objektive Statistiken belegen: Madrids Kombinationen führen zu mehr Toren! Die Antwort liegt im atemberaubenden, vertikalen Tempo-Spiel. Mourinho wäre kein Star-Coach, hätte er die Qualitäten seines Kaders nicht erkannt. Doch im zweiten Jahr unter seiner Regie scheint die Ernte üppig wie nie! Ein Blick auf die Abschluss-Frequenz verdeutlicht dies. Mit ganzen 418 Schüssen auf das gegnerische Gehäuse haben die Merengues ganze 57 Mal mehr abgezogen als die Katalanen (361), wobei Cristiano Ronaldo 139 zustehen und Lionel Messi „nur“ 116. Unterm Strich schoss man mit 75 Toren auch zwölf mehr als der Rivale. Dazu legte man eine Effektivität an den Tag, die seinesgleichen sucht. Im Schnitt benötigte man 5,57 Chancen für einen Treffer, Barça hingegen 5,73 bis das Leder zappelte. Von der einstigen gleichermaßen gefürchteten, wie in der spanischen Hauptstadt verpönten mourinho'sche Defensiv-Philosophie, fehlt jede Spur. Es geht mit voller Kraft voraus in die Offensive – Powerplay, Pressing und schnelle Spielzüge ohne Ende. „In anderen Stadien, wenn man lange Ballstafetten hinlegt, wird das als fantastisch abgestempelt. Hier wird man aber dafür ausgepfiffen. Unsere Fans wollen schnelles Spiel und Spektakel sehen“, so José Mourinho.

Wohl dem, der dazu noch über das magische Dreieck des Weltfußballs verfügt. Das Madrider Torjäger-Trio ist auf bestem Wege, den 2008/09 aufgestellten Rekord des damaligen katalanischen Top-Sturms bestehend aus Messi, Eto'o und Henry zu überbieten. Diese hatten damals wettbewerbsübergreifend zusammen starke 100 Mal eingenetzt. Der Real-Angriff hat bis dato deren 70 auf dem Konto – zwei mehr als das katalanische Pendant zu diesen Zeitpunkt hatte, wo bei die noch zwei Spielen mehr auf dem Konto hatten!

Doch nicht nur Ronaldo, Benzema und Higuaín sorgen vor dem Kasten für Aufsehen. Alleine im Jahr 2012, in zehn Spielen, konnte man bereits neun Torschützen bejubeln. Von Ramos, Marcelo und Khedira bis Benzema und Ronaldo sind alle Mannschafsteile vertreten. So ist es auch kein Wunder, dass die Blancos Barcelona auch in Sachen Vorlagen überragen: In den bisherigen 23 Meisterschafts-Spielen Externer Linkgelangen Di María, Özil und Co. ganze 51 direkte Torvorlagen – 2,32 pro Partie. Auch hier ist man Barcelona überlegen, die ihrerseits trotz der hohen Ballbesitzzeiten auf nur magere 39 kommen. 

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geschrieben von Filip Knopp

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