Die Debatte um die spanische Liga schreitet voran und nahezu jeder Klubchef gibt seine Meinung zu dem heiklen Thema ab. Madrid und Barcelona dominieren als Supermächte des Fußballs, der Rest hinkt chancenlos hinterher. Augusto César Lendoiro, der Präsident des Absteigers Deportivo La Coruña, sieht das Problem jedoch nicht nur bei den TV-Geldern. „Marken“ wie Real oder Barça könnten mit derartigen Einnahmen auch problemlos eine europäische Topliga dominieren, so der 66-Jährige...
Die vermeintlich besten Mannschaften der Welt - Foto: Ángel Martinez, Realmadrid.com
LA CORUÑA. Langsam aber sicher wird der
Streit um die TV-Gelder zu einem heiklen Thema im spanischen Fußball. Nachdem Villarreal-Boss Fernando Roig
vor knapp einer Woche meinte, dass die einst „beste Liga der Welt“ wegen der ungerechten Verteilung der TV-Gelder zugrunde gehe, legten einige Klubchefs und Experten nach. Darunter auch Jorge Valdano, der bis vor kurzem noch Generaldirektor bei Real Madrid war und sich bestens auf diesem Gebiet auskennt. „Wenn es so weiter geht, wird sich die Situation noch verschlimmern. Die zwei Top Teams haben den Weltmarkt vor sich und der Rest ihr Umland, das kann nicht gut gehen“, analysierte der Argentinier diese bedenkliche Situation im spanischen Fußball. Zwar spielen Madrid und Barcelona schon jahrelang nur zu zweit um den Titel, der Klassenunterschied zu den anderen Teams war allerdings noch nie so enorm wie jetzt. Steht also in Zukunft tatsälich ein Umdenken auf dem Programm? Wird es irgendwann eine Elite-Liga mit allen Top-Teams Europas geben? Eher unwahrscheinlich, denn in den anderen Ligen herrscht gesunder Konkurrenzkampf um die Meisterschaft. „Sie müssen sich mit Teams messen, die ihre Dynamik aufweisen und das ginge nur in einer Europa Liga, in der die großen Klubs aufeinander träfen. Doch das große Problem ist: In England funktioniert die Liga, in Deutschland klappt es, dort gibt es Euphorie und Geld, warum sollten diese Teams dort ihre Meisterschaft verlassen sollen. Nur wir haben hier die Probleme“, so Valdano weiter.
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Señor Augusto César Lendoiro, seines Zeichens Präsident von Deportivo La Coruña, meldete sich heute auch zu Wort. Mit 66 Jahren hat der Boss des Zweitligisten schon viel erlebt, so eine Situation wie die jetzige sieht aber auch er mit großem Bedenken. Da bringe seiner Meinung nach auch eine europäische Liga nichts. „Auch eine europäische Liga würde mit Real Madrid und Barcelona eine schottische Liga werden, so wie es die spanische jetzt auch ist. Zwei Mannschaften und dann lange nichts, höchstens ein Team aus England könnte den beiden das Wasser reichen. Sie würden die europäische Liga genauso dominieren, da es keine besseren Mannschaften auf dieser Welt zurzeit gibt, das sind extraordinäre Teams mit extraordinären Trainern und extraordinärem Einkommen“, erklärte der 66-Jährige. Nicht allein mit den TV-Geldern sei das Problem zu begründen, Lendoiro sprach gegenüber RNE in völliger Ratlosigkeit, dass „man nichts gegen diese Entwicklung machen könne. Sie nehmen ja nicht nur durch TV-Gelder ein, sondern durch Promotion. Sie sind Marken des Weltfußballs. Die TV-Gelder sorgen nur dafür, dass sie noch mehr haben und sich dadurch auch teurere Spieler leisten können. Was wir nun brauchen, ist eine Veränderung, die jedem etwas bringt. Es ist seltsam und beunruhigend...“
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