Es ist geschafft! Real besiegte Levante vor heimischem Publikum und liegt somit im Tableau augenmachende 10 Ausrufezeichen vor dem Verfolger aus Barcelona, was für ein Vorsprung! In Halbzeit eins eines sehenswerten Spiels war es sogar recht spannend, da der Tabellenfünfte bis zur 45. Minute mit 0:1 führte – doch dann drehte Ronaldo auf und ballerte sein Team innerhalb 12 Minuten fast im Alleingang zum verdienten Sieg, und Madrid weiter von Barcelona weg.
3 Tore, 10 Finger - Foto: Ángel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. Bei Heimspielen der Königlichen weht in letzter Zeit immer ein Hauch von Dinner for One, same procedure as every match. Wie so oft durfte zu erst der Gegner jubeln, ehe der Tabellenführer sein tödliches Spiel aufzog und die Gäste an die Wand spielte. Von den Ergebnissen und Patzern der katalanischen Konkurrenz schien man nicht wirklich beeindruckt und blieb stattdessen der eigenen Linie treu: Dem eigenen Publikum nicht nur Spektakel, sondern auch Spannung bieten! So fand ein Farinós-Freistoß in der 5. Minute erst Ramos' Kopf und landete nach der Weiterleitung dann bei Abwehrmann Cabral, der aus kurzer Distanz zur frühen Gästeführung einnickte. Die letzten Fans hatten sich nach dem Ehrenanstoß durch Club-Legende Roberto Carlos gerade erst gesetzt, da bestaunten die Offensiv-Stars um Ronaldo & Co. auch schon den frühen Erfolg des Tabellenfünften, der schon im Hinspiel mit 1:0 vom Platz ging – da jedoch nach 90 Minuten.
Soweit sollte es aber heute nicht kommen, immerhin spielte Real nach dem Punkteverlust in Levante zu Beginn der Saison auf einem konstant hohen Level, das seinesgleichen suchte – bzw. nur von Barcelona angeknackst wurde. Doch auch die lagen vor diesem Spieltag mit 7 Punkten hinter Real, patzten am Samstag gar in Pamplona und so rieb sich heute der ein oder andere Fan vorfreudig bereits die Hände in Hinblick auf die Meisterschaft. Doch erst klatschten die Valencianos. Aber nicht lange, denn ihre Hände brauchten die Gäste zum Zement-Anrühren. Über 70 Prozent Ballbesitz erkämpften sich die Königlichen in ihrem schier endlosen Sturmlauf bis zur verdienten Führung – doch bis zum 2:1 war es ein langer Weg. Mit den Torgarantien Benzema, Higuaín und natürlich Ronaldo schickte Kurzhaar-Mourinho seine drei besten Torschützen aufs Feld. Spektakel war schon mal vorprogrammiert. Bedient wurde das Trio fast ausschließlich vom überragend aufgelegten Mesut Özil, der kaum vom Ball zu trennen und stets anspielbar war. Im Zuge dieses immensen Sturmlaufs sollte der Ausgleich aber erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit fallen. Bis dahin übten sich die drei Zerstörer im Scheibenschießen auf Munúas Kasten, doch über einen Pfostentreffer Higuaíns, einen abgewehrten Ronaldo-Freistoß und einen irregulär abgepfiffenen Benzema-Treffer sollte man vorerst nicht hinaus kommen.
Eine weitere, gute personelle Entscheidung war die Berufung Esteban Graneros neben Xabi Alonso, der das Spiel spürbar mit antrieb und auch selbst den Torabschluss suchte – der wiedergenesene Sami Khedira blieb dafür auf der Bank. Die Außenverteidiger Coentrão und Arbeloa waren ebenfalls kaum hinten zu halten – doch vielleicht war gerade dies der Grund, weswegen der verdiente Ausgleichstreffer noch auf sich warten ließ: Der begrenzte Platz im Strafraum der Gäste, die mit allem was sie hatten verteidigten. Doch irgendwann gingen auch einem Mesut Özil oder Xabi Alonso die genialen und gefährlichen Ideen aus, das Spiel wurde hitziger und es ging auf die Knochen. Aber auch auf die Hand – Mittelfelddirigent Iborra fiel im eigenen Strafraum der Ball auf bzw. in die Arme, er sah seine zweite Gelbe Karte und lud Ronaldo auf eine Vorführung seiner Elfmeterkünste ein. Der ließ sich nicht zwei Mal bitten und schoss unhaltbar ein. Ohne viel Zauber und Zucker fiel der mehr als verdiente Ausgleich also per Elfmeter, der Zauber hatte es bis dahin noch nicht gebracht, noch nicht.
Sei LIVE im Bernabéu mit dabei, jetzt Tickets bestellen!In Halbzeit zwei klappte dem Madrider Fan dann schon öfter Mal die Kinnlade herunter. Özil, Ronaldo & Co. fanden immer mehr Spaß am Auseinandernehmen des Gegners und steigerten sich in ihren Aktionen in die Unfassbarkeit. Aber erst musste die Führung her, die besorgte ebenfalls der Boss: Ein schneller Konter landete auf rechts außen bei Higuaín, der ließ zwei Gegenspieler stehen und flankte an den 5er, an dem Ronaldo ebenfalls zwischen seinen beiden Bewachern emporstieg und das Leder über die Linie drückte. Das war Minute 50 und eigentlich war damit schon alles entschieden, immerhin fand sich Levante ab der Halbzeit in Unterzahl wieder. Einen kümmerte das wenig, den Mann des Abends Cristiano Ronaldo, der bei seinem dritten Treffer des Abends für den Moment des Abends sorgte: Aus ca. 25 Metern und zwei Schritten Anlauf zündete der Portugiese eine mächtige Fliegerbombe, die in urgewaltiger Manier in Munúas Kasten einschlug, sodass der Spanier für einen kurzen Augenblick nicht gewusst haben dürfte, auf wessen historischen Schlachtfeld er sich gerade befand. Es war das 4.000. Tor der Blancos im Santiago Bernabéu und hätte man sich diesen Jubiläums-Treffer malen können, er hätte genau so ausgesehen und nicht anders! Drei Tore in 12 Minuten – der Abend des 27-fachen Tornaldos.
Kurz darauf scheiterte man dann an den eigenen Fähigkeiten: einen genialen Freistoßlupfer Alonsos konnte der freie Benzema nicht über die Linie köpfen, später scheiterte Özil nach zauberhaftem Solo am Pfosten und auch Ronaldo versuchte noch den ein oder anderen „Unmöglichen“. Dazwischen kamen die Rot-Blauen sogar noch auf das 3:2 heran, als Koné in Casillas' Luftraum sträflich allein gelassen wurde – doch nur wenige Minuten später wusste Benzema zu glänzen, als er das nächste Wundertor des Abends erzielte und dem Ball im Strafraum eine wahnsinns Flugkurve mit auf den Weg zum Tor gab (66.).
Bis Dienstag das Trikot von Ronaldo für 20% off - Code: FORLAN20Zählbares geschah danach aber nichts mehr, „as every match“ drehte man mal wieder einen frühen Rückstand auf irrsinnige Art und Weise. Cristiano Ronaldo steuerte drei Treffer bei und Mesut Özil wusste mal wieder die Anhängerschaft ins Schwärmen zu versetzen. Und ins Träumen, denn nach diesem Sieg stand fest, was man sich vor dieser Saison wohl nie zu träumen gewagt hätte: Die Merengues 10 Punkte vor Barça! Noch nie hat eine Mannschaft in Spanien diesen Vorsprung vergeigt. Was für ein Szenario!
Real Madrid: Casillas; Arbeloa, Sergio Ramos, Pepe, Coentrao; Xabi Alonso, Granero (Khedira, m.77), Özil (Kaká, m.81); Cristiano Ronaldo, Higuaín (Callejón, m.67), Benzema
Levante UD: Munúa; Javi Venta, Ballesteros, Cabral, Del Horno (Pedro López, m.57); Valdo (Botelho, m.77), Farinós, Iborra, Serrano, El Zhar (Pallardo, m.46); Koné
Tore: 0-1, m.4: Cabral. 1-1, m.44: Cristiano Ronaldo, de penalti. 2-1, m.50: Cristiano Ronaldo. 3-1, m.57: Cristiano Ronaldo. 3-2, m.63: Koné. 4-2, m.66: Benzema
Schiedsrichter: Undiano Mallenco
Stadion, Zuschauer: Estadio Santiago Bernabéu, 67.000 Zuschauer
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