Die Jüngeren kennen ihn als Länderspiel-Experten der ARD, für die er bis Ende 2010 tätig war; die etwas Älteren können sich daran erinnern, dass auch er einmal für Real Madrid die Schuhe schnürte – die Rede ist von Günter Netzer. Der 67-Jährige sprach im Interview mit der spanischen Sportzeitung AS über die ehemaligen Bundesliga-Stars Özil, Khedira und Sahin. Besonders überzeugt ist der Mönchengladbacher von Madrids Nummer 5, der in Zukunft „eine große Rolle spielen kann“.
Sahins Stärken liegen in der Kopfarbeit, so Netzer - Foto: Àngel Martínez, Realmadrid.com
MADRID. 13 Jahre lang analysierte Günter Netzer an der Seite von Gerhard Delling die Spiele der deutschen Nationalmannschaft und natürlich verfolgte er auch intensiv die Bundesliga. Netzer erlebte die Entwicklungen der Legionäre in Madrid also gut mit. Mesut Özil, Sami Khedira, Nuri Sahin und auch Hamit Altintop taten es dem früheren Mittelfeldakteur gleich und wagten den Schritt aus der Bundesliga zum großen Real Madrid. Wie ein Phoenix aus der Asche konnte besonders Özil in seiner ersten Spielzeit für Furore sorgen. Dass es im, bekanntlich härterem, zweiten Jahr eher schlecht als gut für die Madrids Nummer 10 läuft, ist für Netzer kein Grund zur Beunruhigung: „Es ist doch normal, dass ein Spieler nie immer bei hundert Prozent sein kann. Gerade bei jungen Spielern ist das so, sie lernen aus so einer Phase.“ Der 37-fache deutsche Nationalspieler wollte jedoch viel mehr auf die Stärken des gebürtigen Gelsenkircheners hinweisen: „Er ist sehr kreativ, hat viele und gute Ideen auf dem Feld. Er kann immer für eine Überraschung gut sein, bereitet Tore vor oder schießt selber eines. Özil spielt für die Mannschaft, nicht für sich. Ich kann euch versichern, dass er noch lange nicht an seinem Leistungsmaximum angekommen ist.“
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Zusammen mit Sami Khedira weilt Özil seit Sommer 2010 in der spanischen Hauptstadt. Wie sein Kollege stand auch der defensive Mittelfeldspieler in der Hinrunde das ein oder andere Mal in der Kritik. „Khedira ist ein Spieler, der einem Trainer gefällt. Er spult viele Kilometer ab, schafft ein Gleichgewicht im Spiel und dies alles mit viel Routine. Er ist ein sehr nützlicher Spieler und hat mit Özil bewiesen, dass er bei so einem großen Verein bestehen kann“, so der heutige Medienunternehmer gegenüber der AS. Doch auf einen blickt Günter Netzer noch gespannter: Nuri Sahin. „Er ist ein sehr, sehr interessanter und sehr guter Spieler, aber er braucht Zeit. Gebt ihm noch ein halbes oder ein Jahr, dann kann er ein sehr wichtiger Spieler werden. Er ist ein Arbeiter mit einer klasse Technik, viel Übersicht und einem exzellenten Passspiel.“ Der Kritik der spanischen Medien, Sahin wäre so langsam, dass er eher als alter Veteran, denn als junger Stratege auftreten würde, begegnete er schmunzelnd und verglich das Spiel des Türken mit seinem eigenem: „Ich war vom Kopf her immer schnell, konnte den Ball über 40, 50 Meter immer punktgenau spielen. Bei Sahin ist es ähnlich: Er ist langsam mit den Beinen, aber im Kopf reagiert er immer blitzschnell.
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