Wenn es im Kreise der Königlichen einen Spieler geben dürfte, der froh darüber ist, dass der erste und womöglich auch der zweite Spieltag in Spaniens Oberhaus ausfallen, dann ist das Nuri Sahin. Der Türke, der quasi die gesamte Vorbereitung aufgrund einer Knieverletzung abhaken konnte, kommt langsam aber sicher wieder in Tritt und dürfte am morgigen Mittwoch endlich sein Debüt feiern – und das dann doch noch vor dem Ligastart.
Verletzung überwunden, jetzt kann es für Sahin losgehen - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com
MADRID. Die Erwartungen sind hoch. Als bester Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison, aber für eine vergleichsweise geringe Ablöse (10 Mio. Euro) kam Nuri Sahin, um das Mittelfeld zu erobern. Ob Khedira, Alonso oder Granero, der Ex-Borusse schrie seinen Optimismus in jedem Interview gen Himmel. Das ausgerechnet wiederholt eine Knieverletzung den erst 22-Jährigen außer Gefecht setzte, war der erste richtige Dämpfer. Doch die Leidenszeit geht langsam vorbei, gestern stand er erstmals seit Wochen wieder mit seinen Kollegen auf dem Trainingsplatz und auch heute um 17 Uhr sollte er die volle Einheit mitmachen können. Ein Debüt gegen Galatasaray in der Trofeo Santiago Bernabéu (Mittwoch, 22:30 Uhr) ist daher nicht unwahrscheinlich, wenigstens die ersten Minuten Wettkampfs-Luft als Königlicher im eigenen Wohnzimmer schnuppern. Doch so bekannt Nuri Sahin in der Bundesliga für seinen starken linken Fuß, seine Übersicht und die perfekt getimten Pässe und ruhenden Bälle ist, so unbekannt ist er noch in seiner neuen Heimat. Selbst für seine Teamkollegen, die ihn noch nie während eines Spiels erlebten, dürfte ein morgiger Auftritt aufschlussreich sein. Die Hoffnungen, man habe ein Juwel , einen genialen Ballverteiler im Mittelfeld á la Xavi Hernández verpflichtet, schwingt über Sahin wie ein Damoklesschwert – die Erwartungshaltung der Fans ist enorm.
Zum Nachlesen:
Das Knie ist schuld – Sahins Zustand bleibt ein Rätsel
Für Sahin wird das Abenteuer Madrid in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung darstellen. Nicht der uneingeschränkte Leader wie in Dortmund, nicht unersetzlich und klar gesetzt, weder Ronaldo noch Alonso werden beiseitetreten, wenn ein Freistoß zu treten ist. Den Respekt des Teams und des Trainers will erarbeitet, erspielt und erzaubert werden. Anpassen und zeigen, aus welchem Holz man geschnitzt ist, so die Devise. Der Verletzung zum Trotze, für Sahin beginnt die Etappe Madrid - jetzt.
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