30.07.2010, 18:50
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Sami Khedira - Vom Regionalverein zum größten Klub der Welt!

Er ist jung, hungrig und voller Talent: Alles Eigenschaften die einen Sami Khedira für José Mourinho interessant machten und für die man den Deutschen schlussendlich verpflichtet hatte. Nach den Transfers von Sergio Canales, Angel Di Maria und Pedro Leon ist Sami Khedira nun bereits die vierte Neuverpflichtung der „Blancos“ und gleichzeitig wohl die größte Überraschung dieser Transfersaison, kannte doch die halbe Welt vor der Weltmeisterschaft nicht einmal seinen Namen...

Vom TV Oeffingen zu Real Madrid

...Kein Wunder: In Deutschland ist Sami Khedira, geboren in Stuttgart und Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers, bereits ein Star. Den Sprung auf die große Bühne gelang ihn aber erst vor wenigen Wochen an der Fußball Weltmeisterschaft, wo er mit seinen Leistungen als blendender Ersatz für Michael Ballack auf sich aufmerksam machte.

Begonnen hatte die hoffnungsvolle Karriere des Ex- VFB Spielers  beim regionalen Verein des TV Oeffingen, wo er die Scouts des VFB Stuttgarts auf sich aufmerksam gemacht hatte. Im Jahre 1995 war es dann soweit und der deutsche Nationalspieler wechselte zur Jugendabteilung der Schwaben, welche er komplett durchlief. Seinen Einstand in der Bundesliga durfte der Deutsche am 1 Oktober 2006 gegen den jetzigen Zweitligisten Herta BSC Berlin feiern. In Stuttgart wurde er durch seinen unermüdlichen Einsatz und Führungsqualitäten bereits mit jungen Jahren zu einer tragenden Säule des Teams und durfte ein Jahr nach seinem Einstand bereits die deutsche Meisterschaft feiern.

Khediras Traumkarriere spiegelte sich auch in der deutschen Nationalmannschaft wider, denn dort konnte er bereits in der U-21 auftrumpfen, wo er als Kapitän die deutschen Adler zum Europameistertitel führte. Es dauerte nicht mehr lange und der Halb-Tunesier wurde auch für die deutsche A-Nationalmannschaft ein Thema. Seine große Stunde schlug aber erst vor wenigen Wochen, als er an der Weltmeisterschaft durch seine grandiosen Auftritte brillieren konnte und zu einer der wichtigsten Stütze der deutschen Mannschaft mutierte. Durch den Ausfall von Michael Ballack konnte er zeigen, dass er weitaus mehr sein kann, als ein Ersatzspieler für den Kapitän ... Die große Fußballwelt staunte nicht schlecht, was für eine Leistung der „Ballackersatz" auf dem Platz ablieferte. Die logische Konsequenz? Die ganz großen Vereine Europas klopften an der Türe des defensiven Mittelfeldspielers an und wollten ihn an sich binden. Wenige Wochen nach dem großen Turnier Südafrika ist Sami Khedira nun auf dem Fussballolymp angekommen und wird schon bald zum restlichen Kader von Real Madrid stoßen.

Kampf um den Platz neben Xabi Alonso

Ob er sich in der spanischen Hauptstadt wirklich behaupten kann, wird sich in den kommenden Wochen oder Monaten herausstellen. Fakt ist, dass die Konkurrenz auf seiner Position enorm ist: Mit Fernando Gago, Lassana Diarra und Mahmadou Diarra kämpfen gleich drei erfahrene Akteure mit ihm um den Platz neben Xabi Alonso. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob man einen Mann, der ganze 14 Millionen Euro gekostet hat, einfach auf der Bank schmoren lassen möchte. Zudem ist bekannt, dass der Transfer ein hauptsächlicher Verdienst von José Mourinho war. Der Portugiese hält große Stücke auf den Mittelfeldspieler und hat eigenhändig dafür gesorgt hat, dass der Transfer problemlos über die Bühne geht, denn er möchte, dass ihm die Funktion eines Abräumers à la Thiago Motta bei Inter Mailand zukommen soll „The Special One“ weiß ganz genau, was er an Khedira hat und weshalb er ihn nach Madrid gelotst hat: Er besitzt eine herausragende Technik, ist ein starker Zweikämpfer, sieht einen Ball selten als verloren an und besitzt, trotz seines jungen Alters, ein sehr gutes Gespür für die Taktik. Alles Eigenschaften, welche seinen möglichen Teamkameraden Xabi Alonso auszeichnen... 

„Er ist ein absoluter Führungsspieler“

Wie wichtig ein Sami Khedira für den Spielaufbau der „Merengues“ sein kann, erläuterten die Verantwortlichen des VFB Stuttgart, die den Mittelfeldspieler nur äußerst ungerne ziehen ließen. „Einen absoluten Führungsspieler und eine Identifikationsfigur wie Sami Khedira lässt man natürlich nur äußerst ungern ziehen. Aber auf der anderen Seite können wir den Wunsch von Sami nachvollziehen, bei Real an seiner weiteren Karriere zu arbeiten. Wir wünschen ihm viel Erfolg bei seiner neuen Herausforderung in Madrid", so Fredi Bobic, neuer Sportdirektor beim „VFB". Auch der jetzige Trainer Christian Gross stellte klar fest, welche Rolle er dem Nationalspieler eigentlich zuteilen wollte: „Ich wünsche mir, dass Sami die zentrale Figur ist, um die die Mannschaft der Zukunft aufgebaut wird", es kam aber schließlich ganz anders.

Zumindest geht mit Sami Khedira, der einen Vertrag bis 2015 erhielt,  die Tradition der deutschen Spieler in Real Madrid erfolgreich weiter: Nach Günther Netzer, Paul Breitner, Bernd Schuster, Ulli Stielike, Bodo Illgner und Christoph Metzelder ist er bereits der siebte Deutsche, der sein Glück bei Real Madrid sucht - hoffentlich mit Erfolg...

geschrieben von Gian Dominguez

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