18.02.2012, 22:05
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Spielbericht

Santander im Schongang zerlegt – Di María feiert Traum-Comeback

Unaufhaltsam rollt der königliche Zug in Richtung Meisterschaft – nachdem Santander sich in der Hinrunde noch ein 0:0 ermau(s)ern konnte, war im Bernabéu eher „alle Mann in Deckung“ angesagt, als Ronaldo bereits nach 6 Minuten bereits eingenetzt hatte. Doch man ließ es gemächlicher angehen, erspielte sich noch drei weitere Törchen und konnte in einem lässigen Spiel dem argentinischen Wiederkehrer ein optimales Comeback bereiten.

Santander im Schongang zerlegt – Di María feiert Traum-Comeback

Di María kam, sah und traf - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com

Nach dem frühen „Ronaltor“ war alles entschieden

MADRID. Wir müssen bereit sein, in jeder Sekunde zu leiden“, so schaufelte sich Santander-Coach Juanjo González Externer Linkim Vorfeld der Partie das eigene, tiefe Loch, in das Madrid später seine Mannschaft früh hinein stieß und die sich dann auch nicht mehr heraus traute. Zu dominant spielte Real, zu wenig ließ man zu – Beweisstück A: kein früher Rückstand! Dabei stand der Tabellen-18. nach dem Trainerwechsel und nur einer Niederlage in den letzten neun Spielen gerade wieder auf einem aufsteigenden Ast – das kümmerte den Tabellenführer herzlich wenig und man schoss das gegnerische Spielzeug auf direktem Weg zurück nach Kantabrien. 

Doch war es kein Sadismus oder reiner Jagdtrieb, der die Merengues dazu motivierte, mit dem kleinen, wehrlosen Mäuschen aus Santander zu spielen – es war auch Wiedergutmachung. Die Gäste waren eines von drei Teams, die den Blancos in der Hinrunde Punkte abluchsten. Damit dies nicht wieder geschah und man auch die akute „frühes-Gegentor-weil-unkonzentriert“-Krankheit behandeln wollte, ließ man es früh knallen: erst setzte Ronaldo eine Kaká-Ecke an den Pfosten und in der 6. Minute konnte auch das Aluminium die frühe Führung der Blancos nicht verhindern. Benzema ließ auf Rechtsaußen den heute grandiosen Kaká in den Strafraum starten, dessen Schuss wurde von Keeper Toño geblockt, fiel zurück zum Brasilianer und der köpfte ans andere Ende des Tores, wo Ronaldo goldrichtig in der Luft stand und ganz easy über die leere Linie drücken konnte. Da hatte der Portugiese schon wieder zugeschlagen! Das erste Ziel war also erledigt und bis zum zweiten Tor in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ließ man es ruhiger und sicherer angehen. Gefühlte 97% Ballbesitz, viele Positionswechsel der Offensiv-Stars und ein auffällig ambitioniertes Zweikampf- und Ballrückeroberungs-Verhalten machten den heute eher ruhig-gesonnenen Fans und beiden Teams früh eines klar: Sensationen gibt’s für die Gäste heute nur auf der Heimfahrt! Zu locker spielte man den Gegner aus, zwar war dieses Spiel weder ein Schützenfest noch eine spektakelgefüllte Pralinenschachtel, aber das brauchte es auch nicht. Im Verlauf der ersten Halbzeit kam Benzema noch zu mehreren aussichtsreichen Torchancen, eher er dann einen schnell ausgeführten Alonso-Freistoß im 5er mit feinem Füßchen und aus spitzem Winkel über Toño ins Tor lupfte (46.). Langweilig war es zwischendurch dennoch nicht, Mesut Özil und Kaká wussten mit schönen Kombinationen zu begeistern. Der Brasilianer schien ohnehin einen brillianten Tag erwischt zu haben. Er ackerte, war stets anspielbar, scheute keine Defensiv-Arbeit und wurde in seiner Spielfreude nur durch einen später Eingewechselten übertroffen. In die Karten spielten Mourinho und dem Team auch die zwei Gelben Handspielkarten der Kategorie „Selbst schuld“ von Verteidiger Cisma, der sich nach 38 Minuten einen erste-Reihe-Platz außerhalb des Platzes sichern konnte.

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Di María kommt, sieht und trifft – das Traumtor des Abends! 

Mit einem mehr als sicheren 2:0 ging man also in die Pause und das Publikum durfte sich schon auf Rückkehrer Di María freuen, der nach 40-minütigem Warmlaufen für Özil in die Partie kam. Und wie! Der Argentinier schien das Bernabéu sehr vermisst zu haben, er riss das Spiel sofort an sich, wuselte sich durch den Strafraum, spielte geniale Pässe und setzte mit seinem Traumtor sogar den Höhepunkt des Abends. Bis zur 73. Minute stellten nur die guten Chancen für Alonso aus 16 Metern, der Ramos-Kopfball nach Özil-Ecke und Ronaldos abgepfiffener und überhasteter Einwurf erwähnenswertes dar – da ließ Ángelito seine Fans, die ihn herzlich begrüßten, staunen. Auf rechts außen bekam er den Ball, machte zwei Schritte zur Seite und zog aus 25 Metern unhaltbar ins lange Eck ab. Da hatte er sich für sein 50. Jubiläums-Spiel für die Blancos doch was richtig hübsches einfallen lassen. Ein Pracht-Tor des Mannes, der zwei Monate fehlte und nun endlich wieder dabei ist. Das Bernabéu war hin und weg und konnte sich bis auf einen kurzen Schreckmoment, als der Argentinier nach einem Foul kurzzeitig behandelt werden musste, über ein nettes Samstagabend-Spiel freuen. Nach den Einwechslungen von Carvalho und Khedira für den kaum geprüften Pepe und den unauffällig aber hilfreichen Granero gab es noch ein weiteres Tor zu bejubeln: Xabi Alonso fing einen Ball clever ab, doch das Team brachte frei vor Keeper Toño den Ball erst im zweiten Versuch über die Linie, als Khedira Nebenmann Benzema bediente und der in feinster Stürmermanier zum 4:0 erhöhte.

Job erledigt – und das wieder einmal beeindruckend! 13 Punkte vor Barcelona (erst morgen gegen Valencia gefordert) ist doch fast schon dreist-frech. Aber so ist es nun mal nach acht Ligasiegen in Serie, einem gesunden Di María und Externer Linkeiner perfekten internen Stimmung – wer soll einen da auf der Jagd nach Titeln und Rekorden noch stoppen? Vielleicht ja die kommenden englischen Wochen: Am Dienstag (18 Uhr) gastiert man in der Champions League in Moskau, ehe am Sonntag (16 Uhr) Vallecano seine Packung kriegen will. Ein Wort noch zu Juanjo González: War doch gar nicht so schlimm, hat doch gar nicht so weh getan, oder?! 

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Kurzstatistik zum Spiel

Real Madrid: Casillas; Sergio Ramos, Pepe (Carvalho '76), Varane, Marcelo; Xabi Alonso, Granero (Khedira '71); Özil (Di María '61), Kaká, Cristiano Ronaldo; Benzema

Racing Santander: Toño; Álvaro, Marc Torrejón, Bernardo, Cisma; Pape Diop, Gullón; Adrián (Christián Fernández '43), Arana, Acosta (Luque '78); Babacar (Munitis '70)

Tore: 1-0 '6: Ronaldo; 2-0 '45: Benzema; 3-0 '74: Di María; 4-0 '90: Benzema

Schiedsrichter: Jose Luis González González
Stadion, Zuschauer:
Estadio Santiago Bernabéu, 76.000 Zuschauer

geschrieben von Nils Kern

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