08.07.2011, 16:44
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Transfernews

Santos wehrt sich: „Neymars Verbleib ist Staatsangelegenheit“

War es gestern Neymar Berater Wagner Ribeiro, der Details der Vertragsverhandlungen zwischen dem Spieler und interessierten Klubs preisgab, sprach Santos-Präsident Luis Álvaro Ribeiro fast schon unverschämt offen über die Verstrickungen in diesem Poker. Er habe die Hoffnung noch lange nicht begraben, den Spieler bis 2014 in Brasilien zu halten, auch wenn er weiß, dass Real Madrid den ultimativen Last-Minute Angriff wagen wird…

Santos wehrt sich: „Neymars Verbleib ist Staatsangelegenheit“

Soll bis 2014 in Brasilien jubeln! Foto: Ronnie Macdonald

„In Madrid wäre er nur Angestellter, hier ist er Anteilseigner“

SAO PAULO. Die fußballerische Qualität des 19-jährigen Edeltechnikers steht für Fußballexperten außer Frage - selbst ein Laie begreift auf Anhieb, dass dieses Ausnahmetalent schon im Stand mehr Gefahr ausstrahlt, als andere mit Kriegsbemalung und frei vor dem leeren Tor stehend. Doch abseits des Platzes, stellt Neymar für seinen Verein, als auch für viele weitere Wirtschaftsunternehmen mehr dar, als nur ein Ballzauberer. Er ist ein Popstar, die Marketing-Ikone des Landes und wenn es nach Präsident Ribeiro geht, auch in Kürze weltweit. Mit diesem Goldjungen lassen sich nicht nur Titel gewinnen, sondern auch Scheine drucken. Die Kombination Santos und Neymar funktioniert nicht nur blendend, sondern auch höchst profitabel, ein besonderes Anteilsmodell ist dafür entscheidend, wie der 69-jährige Unternehmer erklärte: „Schaut, in Madrid wäre Neymar nur ein Angestellter, wie jeder andere auch. Hier bei uns, ist er ein Partner, ein Anteilseigner. Wenn er mehr verdient, verdienen wir mehr und wenn wir mehr verdienen, dann hat er die Möglichkeit dazu.  Es gibt in Brasilien sehr viele Leute und Unternehmen, die daran interessiert sind, dass er in Brasilien bleibt.  Allein Delcir Sonda hält rund 40 Prozent an Neymars Rechten und jeder hier profitiert davon, wenn er bleibt. Schon damals haben unsere starken Partner verhindern können, dass er zu Chelsea geht.“

„Ich glaube, dass wir ihn bis 2014 halten können“

Damals war es der Abramovich-Klub, der die festgeschriebene Ablöse von 45 Mio. Euro nach Santos überweisen wollte, heute ringen die Giganten aus Madrid und Barcelona um seine Dienste. Doch auch wenn letztlich die Entscheidung beim Spieler liegt, der laut eigenen Aussagen in seiner Heimat und bei seiner Familie bleiben möchte, weiß Ribeiro ganz genau über den Charme Europas und des großen Geldes Bescheid. Im stillen Kämmerlein bastelt er an der Mission „Neymar 2014“, die er zur Chef-Sache erklärt hat. Das Ziel: Der Youngster soll bis zur WM 2014 im Estádio Urbano Caldeira die Zuschauer verzaubern, eine gewisse Dramatik gesteht er dabei ein. „Neymar verdient hier schon sehr gutes Geld, aber natürlich arbeite ich schon an den Argumenten, die Neymar von einem Verbleib überzeugen sollen. Sobald die Copa América beendet ist, werde ich sie ihm präsentieren. Ich glaube ernsthaft, dass wir ihn bis 2014 halten können.“

Zum Nachlesen: Externer LinkKopf an Kopf - Barcelona und Madrid wollen Neymar

Gut gerüstet sollte er auch ins Rennen gehen, schließlich werden sich absolute Schwergewichte aus der europäischen Fußballelite mächtig ins Zeug legen, um die Pläne des FC Santos zu durchkreuzen. Auch der Präsident geht von einem gewaltigen Werben aus, die Attacken in Richtung Spieler, Berater und Umfeld werden gut vorbereitet und brachial durchgezogen werden.  Wenn ein Verein sich mit Mega-Transfers auskennt, dann ist das Real Madrid, um genauer zu sein, Präsident Florentino Pérez. „Ich kann jetzt schon bestätigen, dass Florentino nach der Copa América anrufen wird und sicher mit seinen Leuten alles unternehmen wird, um Neymar zu verpflichten. Aber ihm, genauso wie Rosell von Barcelona, werde ich mitteilen, dass wir ihn behalten wollen. Das Neymar in Brasilien bleibt, hat fast schon die Dimension einer Staatsangelegenheit eingenommen. Es ist wichtiger, dass er bis zur WM 2014 in Brasilien bleibt, als der Fakt, dass das Land den Vorsitz bei der UNO hat.“

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Fotohinweis:
Dieses Foto wurde von Externer LinkRonnie Macdonald bei flickr unter Externer Linkcreative commons  Lizenzbedingungen veröffentlicht.

geschrieben von Tobias A. Hellmann

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