Heute Abend, um 22:00 Uhr, steht für die Seleccion ein Testspiel der ganz besonderen Art an: Der aktuelle Weltmeister ist heute zu Gast im legendären Estadio Monumental, der Heimatstätte von CA River Plate, wo man sich auf eine heiße Partie gegen die argentinische Nationalmannschaft freuen darf! Auch Xabi Alonso rechnet diesem Testspiel einen hohen Stellenwert zu und stellte klar fest, dass Spanien vom Siegen noch lange nicht genug hat.
Wenn Freunde zu Rivalen werden - so könnte die Schlagzeile für das Testspiel am heutigen Abend etwa lauten, denn mit Xabi Alonso, Iker Casillas, Álvaro Arbeloa und Sergio Ramos auf der spanischen Seite, sowie Ángel Di María und Gonzalo Higuaín auf der Seite der Albiceleste, stehen sich gleich sechs Madrilenen im direkten Duell gegenüber! Auch die Medien können den Anpfiff der Partie kaum erwarten, die spanische „Marca“ druckte heute groß auf ihrer Titelseite: „Heute findet der Finale statt, das nicht sein sollte!“ Es gibt keine Punkte und auch keinen Pokal, trotzdem sind die Nerven bei den Spielern angespannt: Argentinien gegen Spanien, wirklich nur ein Testspiel? „Praktisch gesehen ist es nur ein Freundschafsspiel, aber nur weil es nicht um Punkte geht, können wir nicht davon sprechen, dass wir nur ein Testspiel gegen Argentinien austragen. Wir spielen nicht um Zähler, aber um gleichwichtige Dinge, wie die Ehre. Wir müssen unseren Weltmeisterstern gebührend verteidigen und es wird ein schönes Spiel werden, dass Millionen von Menschen mit verfolgen werden“, so Xabi Alonso zur Bedeutsamkeit des anstehenden Duells. Einige Monate vor der dem Turnier in Südafrika bestritten die Spanier bereits ein Testspiel gegen den zweifachen Weltmeister aus Südafrika, welches man mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Dabei war Alonso der Glückliche, der beide Treffer erzielen konnte! „Gut, zuerst muss man schauen, ob ich überhaupt spielen kann und sollte dies der Fall sein, dann hoffe ich, dass ich das wiederholen kann. Aber für mich ist es wichtiger, dass Spanien gegen Argentinien, und auch sonst immer, gewinnt. “Sollte das Team von Vicente del Bosque keine gravierenden Ausfälle in der nächsten Zeit zu beklagen haben, dann darf man damit rechnen, dass diese spanische Auswahl auch in der nahen Zukunft um Titel kämpfen kann...
... Das Geheimnis für diesen Erfolg scheint der Madrilene zumindest zu kennen: „In der Nationalmannschaft spielt man schon lange mit einem ganz bestimmten Konzept, dass sich schlussendlich bewährt hatte. Wir konnten die Europameisterschaft gewinnen, dies hatte alles verändert und später holten wir uns den Weltmeistertitel. Wir arbeiteten auf einer Basis, die auf Erfolge aufgebaut war und dies machte schliesslich alles einfacher. Zudem war ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Spieler ausschlaggebend: Jeder der zur Nationalmannschaft stiess, musste ein Teamplayer sein. Die Spieler müssen den Ball perfekt beherrschen, ihr Talent dem Team unterordnen und verantwortungsvoll spielen können. Auch auf der zwischenmenschlichen Ebene musste alles stimmen“, gab er zu wissen.
Fakt ist, dass die spanische Seleccion ihre Dominanz im Weltfußball weiter ausbauen möchte. Dabei sollte die heutige Partie gegen die Südamerikaner nur ein kleiner Zwischenschritt sein, denn das große Ziel ist klar: Man will die erste Nationalmannschaft sein, die einen internationalen Titel verteidigen kann! Eine schwierige Aufgabe, an der die grössten Mannschaften in der Geschichte des Fußballs bereits gescheitert sind. Mit dem 4:0 Auswärtssieg gegen Liechtenstein legte man doch zumindest den Grundstein für dieses grosse Vorhaben: „Unser primäres Ziel ist es uns für die nächste Europameisterschaft 2012 zu qualifizieren. Wir sind dabei auf einem guten Weg, doch der ist noch sehr lang. Ein grosses Ziel dieser Mannschaft ist den Europameisterschafspokal wiederzuerobern, etwas, was noch niemand geschafft hat. Es ist eine schöne Herausforderung und wir Spieler können uns mit solchen Dingen sehr gut motivieren. Die Weltmeisterschaft in Brasilien liegt noch in weiter Ferne, aber ich denke, dass die Seleccion für eine längere Zeit genügend Kraft besitzt.“
Damit diese ambitionierten Ziele erreicht werden können, braucht es von jedem Spieler die perfekte Interpretation seiner Position auf dem Rasen, dies weiss auch Xabi Alonso, der im Gegensatz zu Real Madrid, in der spanischen Nationalmannschaft weitaus offensiver agiert. Ein mögliches Mittel zum Erfolg, dessen sich José Mourinho vielleicht schon bewusst ist? „Das hängt ganz allein vom Trainer ab. Del Bosque ist ein Trainer, der dir Freiheiten gibt, aber auch um Verantwortung bittet. Er lässt dich dein Spiel und die Partie interpretieren, aber er erinnert dich immer an deine eigentliche Aufgabe auf dem Platz. In der vergangenen Spielzeit hatte ich mit der Nationalmannschaft nicht die gleiche Aufgabe, wie bei Madrid. Es kann aber sein, dass sich dies in dieser Saison ändert. In der Seleccion ist das System klar definiert und in Madrid haben wir einen neuen Trainer, der neue Dinge ausprobiert“, so der Mittelfeldspieler über die Entwicklungen der „Merengues“. Wann der eigene Stil von Mourinho tatsächlich auf dem Feld verinnerlicht und verwirklicht wird, wollte sich der Europameister noch nicht äussern:„Ich weiss nicht, ob es noch lange dauert oder schon bald der Fall sein wird, aber ich bin sicher, dass wir unseren Stil finden werden. Mourinho ist ein Trainer, der weiss was er will, sich selbst und dem Team das völlige Vertrauen schenkt. Ich denke er wird seine Ziele früher als gedacht erreichen.“
Obwohl Xabi Alonso seinen neuen Coach bewundert, ist er kein Mann, der dem Trainer immer recht gibt, denn in einer wichtigen Frage stellte er sich ganz klar gegen den Portugiesen, der kürzlich zu wissen gab, dass nur Wesley Sneijder den Titel des Weltfussballers verdient hätte. „Ich persönlich würde den Titel Xavi geben. Ich täte es, weil er unglaublich spielt, ein echter Teamplayer ist und ein beachtliches Lebenswerk vorzuweisen hat. Er befindet sich schon sehr viele Jahre in der Elite des Fussballs und hat im Klub, als auch in der Nationalmannschaft, alles erreicht, was man erreichen kann. Ich glaube daran, dass der Preis an die Leute gehen sollte, die ein solches Lebenswerk erreicht haben und was Xavi in den letzten paar Jahren vollbrachte, ist unglaublich“, so der „Blanco“ zum Schluss.
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