Der vergangene Sonntag war für die Königlichen in jeder Hinsicht erfolgreich. Erst Osasuna mit 7:1 nach Hause geschickt, dann das Remis Barcelonas in Bilbao beklatscht und zum Schluss der Handshake mit der Liga. Denn der Entschluss Mourinhos Truppe um 12 Uhr mittags ins Bernabéu zu treiben, traf mitten ins Schwarze.
Ob Kaká oder Ronaldo, die Chinesen lieben Real Madrid - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com
José Mourinho drückte nach dem Schlusspfiff seine Freude aus, nicht nur über das famose Ergebnis, sondern auch über die Anzahl der Fans. Vor vollen Rängen um 12 Uhr Mittag, keiner hatte nach der Spielansetzung mit derartiger Akzeptanz gerechnet. Schritt für Schritt wolle man eine Verschiebung der Anstoßzeiten erreichen, der gemeine Fan solle sich langsam daran gewöhnen. Doch warum dieser Traditions-Bruch? Es geht wie immer um das liebe Geld. Genauer gesagt, um die Erschließung eines Marktes, der mit den bis dato gefahrenen Uhrzeiten nicht bedient werden konnte. Während England und Italien bereits die Zeichen der Zeit erkannten und Top-Spiele um die Mittagszeit angepfiffen werden, dürfen die Chinesen ab dieser Saison auch in den Genuss der Liga des Weltmeisters kommen. Verträge zwischen der Liga BBVA und dem Sportministerium Chinas machen es möglich. So übertrug gestern Beijing TV die Begegnung live im Free-TV (19 Uhr Ortszeit). Die Bars platzten aus allen Nähten, laut offiziell bestätigter Hochrechnungen verfolgten rund 60 Mio. Chinesen das Fußball-Festmahl im Bernabéu.
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Trotz zahlreicher Widerstände in Spanien, ist die Liga fest entschlossen das Produkt Fußball erfolgreich im bevölkerungsstärksten Land der Erde abzusetzen. Das Potenzial sei gigantisch und ein Stück vom Kuchen müsse nach Spanien wandern, ließ José Luis Astiazarán, Präsident der spanischen Fußball-Liga, verkünden. Die beiden Zugpferde der Unternehmung, Real Madrid und der FC Barcelona, sollen als Werbeträger fungieren, so ist in naher Zukunft mit weiteren Partien um die Mittagszeit zu rechnen. Welch eine Begeisterung die Merengues in Asien auslösen, zeigte bereits die Vorbereitung, als man gegen Guangzhou Evergrande und Tianjin Teda antrat und sich dem Enthusiasmus der zahlreichen Fans kaum entziehen konnte. Präsident Florentino Pérez im Übrigen bereits während seiner ersten Amtszeit für die Verlegung der Spielzeiten und war auch bei den aktuellen Verhandlungen federführend. Da sich auch für die Vereine neue oder verbesserte Marketingmöglichkeiten eröffnen, kann man hier von einer Win-Win-Situation sprechen. Hattrick-Torschütze Ronaldo war im Übrigen gestern begeistert. „Wir sind es zwar nicht gewohnt, aber wenn wir solche Ergebnisse einfahren, dann lasst uns doch immer mittags ran“, verriet der Portugiese mit einem Augenzwinkern.
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