17.06.2011, 17:52
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Clubnews

Stellungskrieg: Barça stichelt weiter, Madrid reagiert

Die abgelaufene Saison war für die Madrilenen in sportlicher Hinsicht recht ansehnlich, doch markierte sie auch einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen dem Verein und dem ewigen Rivalen aus Katalonien. Der sonst zur Schau getragenen „Friede-Freude-Eierkuchen“-Mentalität, wich ein aggressiver Ton nebst handfesten Skandalen. Gestern war es der Präsident des FC Barcelona, der eine Art von „kaltem Krieg“ vom Zaun brach. Die Reaktion aus der Hauptstadt folgte prompt, doch der Reihe nach…

Rosell schießt scharf und droht Real Madrid…

Man wusste, was auf dem Spiel steht, man wusste, was passieren könnte und man wusste, dass die Nerven auf eine Zerreißprobe gestellt werden.  Die vier Clásicos in einem Kalenderjahr haben tiefe Spuren im Verhältnis der beiden mächtigsten Vereine der iberischen Halbinsel hinterlassen, von Narben kann jedoch bei weitem noch keine Rede sein, die Wunden sind längst noch nicht verheilt. Die Gräben waren und sind tief aufgetan, das Verhältnis schein so zerrüttet,  dass beide Parteien sich nicht mehr in die Augen schauen können, so musste die  UEFA quasi als „Vermittler“ eingeschaltet werden. Eine in der jüngeren Vergangenheit noch nie existente Lawine von Hass auf den Straßen und Missgunst auf der Ehrenloge machen einen Dialog unmöglich. Ob die Diffamierung samt Anzeige gegen José Mourinho, rassistische Beschimpfungen oder Schauspielerei - das Repertoire der Unappetitlichkeiten war während der letzten Gipfeltreffen üppig gesät.

Präsident der Azulgrana, Sandro Rosell, kündigte nach dem Champions League Halbfinal-Rückspiel an, sein Schweigen in dieser Angelegenheit zu brechen und gestern hielt er Wort. Vor den Medien, vor den Fans und vor allem den Mitgliedern des Vereins, holte er zum radikalen Feldzug gegen die Königlichen aus und drohte mit einer Beendigung der angeschlagenen Beziehung. „Real Madrid hat alle Limits der sportlichen Rivalität überschritten. Man hat uns des Dopings beschuldigt, angeklagt, dass sich unsere Spieler absichtlich unsportlich Verhalten. Mourinhos Aussagen, er würde sich schämen einen Champions League Titel wie Guardiola im Jahre 2009 zu gewinnen ist an sich eine Schande. Jeder müsste sich schämen, so etwas zu sagen. Ich hoffe sehr, dass sich diese Art nie wieder wiederholt. Wenn diese Grenzen nochmals von Real Madrid überschritten werden, dann brechen umgehend alle Verbindungen und Kontakte ab. Wir beim FC Barcelona haben Werte, unter ihnen auch die Menschlichkeit, also geben wir Madrid nochmals eine zweite Chance.“

Hintergrund:  Externer LinkRosell provoziert - „Wir schlagen Madrid mit 5-0!“

…Madrid reagiert mit Sarkasmus und beharrt auf Barças Unsportlichkeit

Es ist äußerst fraglich, dass diese vorsorglich ausgestreckte Hand auch ergriffen wird, denn kurze Zeit später publizierten die Königlichen Ihrerseits ein Kommuniqué, worin sie die „unglücklichen Äußerungen“ Rosells scharf kritisierten und nochmals auf den Anklagepunkten bestanden.   „Real Madrid bedauert die unglücklichen Äußerungen des Präsidenten des FC Barcelonas, die augenscheinlich aufgrund des großen medialen Drucks auf die Führung des Vereins in dieser gewählten Schärfe ausfielen. Es ist unverständlich, wie der Präsident des FC Barcelonas sich auf absolut falsche Meldungen beziehen kann und Doping-Anschuldigungen mit unserem Verein in Verbindung bringen konnte. Wir haben diese Meldungen noch am selben Tag dementiert und dies publiziert. Wir möchten darüber hinaus nochmals daran erinnern, dass die Führung des FC Barcelonas sich durch den medialen Druck dazu genötigt fühlte, ein beispielloses Verfahren gegen den Trainer Real Madrids bei  der UEFA einzuleiten. Trotz dieser beispiellosen Vorkommnisse, wird der Verein versuchen, die bestmöglichen Beziehungen mit dem FC Barcelona aufrechtzuerhalten, so, wie es mit jedem Verein der Welt geschieht. Abschließend möchten wir nochmal unsere tiefe Entschlossenheit für das Fair-Play und gegen den Rassismus zum Ausdruck bringen; Werte, die wir als zentrale Elemente unseres Sports sehen und als Beispiel für alle Kinder dieser Welt.“

Kommentar:  Externer LinkDer FC Anti-Fairplay - Schauspielkunst par excellence

Die Fortsetzung der verbalen Scharmützel ist vorprogrammiert, spielen beide Teams am 14. und 17. August um den spanischen Supercup. Der Handschlag zwischen den Präsidenten und Trainern dürfte wohl zum „most wanted“- Motiv avancieren, wenn nicht davor schon eine weitere Bombe gezündet wird - die Luft ist derzeit jedenfalls dick...

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geschrieben von Tobias A. Hellmann

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