Die Diskussionen gehen in die zweite Runde. Nachdem der Saisonstart in der spanischen Primera División – aufgrund ausgebliebener Gehaltszahlungen – erst mit dem zweiten Spieltag losgehen konnte, lamentiert man derweil über die gigantischen Anteile der beiden Top-Klubs an den Fernsehrechten des iberischen Fußballs. Die Königlichen und ihr Erzrivale aus Katalonien bekommen den Löwenanteil, während alle anderen Vereine mit „Almosen“ abgespeist werden.
Freude über TV-Einnahmen, Barça-Präsident Rossel und Pérez - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com
MADRID. Die TV-Anteile bleiben – aufgrund der haushohen Auftaktsiege Reals und Barças – weiterhin zugunsten der beiden Topklubs verteilt. Wenn die beiden Vereine ihre Gegner weiterhin so deklassieren, andere Mannschaften also nicht einmal den Hauch einer Chance haben, die Meisterschaft spannend zu machen, könnte ein weiterer Anstieg der Beteiligungen für die Clásico-Parteien die Folge sein. Laut Informationen der MARCA werden die Blancos und die Blaugranas in dieser Spielzeit jeweils 135 Millionen Euro einstreichen, in der Summe 270 Millionen. Das macht einen Anteil von 41 Prozent am gesamten Pott aus. Die restlichen Vereine der Primera División müssen folglich die übrigen 369,5 Millionen Euro unter sich aufteilen. Mehr als nachvollziehbar also, dass sich diese – offensichtlich benachteiligten Klubs – über das Ungleichgewicht beschweren. Unlängst kritisierten die Vereine, „so kann es nicht weiter gehen, wir brauchen Lösungen!“
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Doch auch bei den übrigen 59 Prozent gibt es Konflikt-Potenzial, so bekommen die beiden Vereine Atlético Madrid und der FC Valencia auf der zweiten Sprosse der Leiter weit mehr als die Teams der sogenannten Mittelklasse. Die „Chés“ erhalten 42 Millionen plus weitere sechs von U televisa. Die Rojiblancos bekommen stolze 46 Millionen Euro. Darunter finden sich dann die restlichen, unzufriedenen Klubs, wie zum Beispiel der FC Villarreal und Sevilla. Die beiden Vereine, die "Stammgast" im europäischen Fußball sind, mussten in den letzten Jahren stets darauf hoffen, dass ihre Haushaltsrechnungen aufgehen, um überleben zu können. Sevilla bekommt 31 Millionen, das „gelbe U-Boot" aus Villarreal lediglich 28 Mio. und damit eine weniger als der Aufsteiger Real Betis. Eine ungewöhnliche Situation für einen Klub, der frisch aus der zweiten Liga kommt - freuen werden sie sich wohl trotzdem darüber.
Wo soll das hinführen? Den schwächeren Vereinen der spanischen Liga wird das Leben noch weiter erschwert, die starken Teams können weiterhin auf einen hohen Etat bauen. In den anderen Ligen, wie z.B. in Deutschland und England ist die Situation dank der zentralen Vermarktung der TV-Rechte eine andere. Auch wenn unter dem Strich trotzdem oft dieselben die Meisterschaft gewinnen, gibt es – dank gerechteren Vergabesituation – zumindest für alle Teams eine reelle Chance Bergluft zu schnuppern. Der ehemalige Generaldirektor der Königlichen, Jorge Valdano,
äußerte sich zu dem brisanten Thema: „Wenn es so weiter geht, wird sich die Situation noch verschlimmern. Die zwei Top Teams haben den Weltmarkt vor sich und der Rest ihr Umland, das kann nicht gut gehen. Sie müssen sich mit Teams messen, die ihre Dynamik aufweisen und das ginge nur in einer Europa Liga, in der die großen Klubs aufeinander träfen. Doch das große Problem ist: In England funktioniert die Liga, in Deutschland klappt es, dort gibt es Euphorie und Geld, warum sollten diese Teams dort ihre Meisterschaft verlassen sollen. Nur wir haben hier die Probleme.“
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