19.10.2011, 18:37
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Reportagen

Toreschießen ist nicht alles – Lob für den anderen Ronaldo

Man muss bei Cristiano Ronaldo eigentlich schon fast von einer Torflaute oder persönlichen Misere sprechen, schließlich bleiben die Schussversuche des Portugiesen jetzt mittlerweile schon seit drei Spielen in Folge unbelohnt. Zur Freude José Mourinhos und vieler Zuschauer präsentierte sich der 26-Jährige jedoch in den letzten Begegnungen weitaus mannschaftsdienlicher und spielte eher den entscheidenden Pass zum Torerfolg, als selbst auf den eigenen Treffer zu drängen. Ein anderer, aber keineswegs schlechterer Ronaldo – für manch einen sogar ein besserer...

Toreschießen ist nicht alles – Lob für den anderen Ronaldo

Daumen hoch für das Wir, Cristiano Ronaldo - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com

Mourinho vom mannschaftsdienlichen Ronaldo angetan

MADRID. Tor-Gala der Königlichen ohne ein Tor des Königs? Der Goalgetter schlechthin, der sich mit 41 Treffern in der letzten Saison zum Torschützenkönig der spanischen Primera División krönte, zeigte in den letzten Spielen ein anderes, ungewohntes Gesicht. Sowohl gegen Espanyol Barcelona (4:0), als auch kürzlich gegen Betis Sevilla (4:1) und gestern Abend gegen Olympique Lyon (4:0) erzielte der Portugiese selbst keinen der 12 Treffer. Cristiano war mal nicht der Protagonist, sondern bereitete die Tore lieber vor oder hatte schlichtweg Pech vor dem Kasten. „Im besten Falle gewinnt er in dieser Saison etwas weitaus wichtigeres, als die Torschützentrophäe oder den Balón de Oro“, sagte José Mourinho nach dem gestrigen Sieg über seinen Superstar. „Mir gefällt der solidarische Cristiano Ronaldo“, lobte „the Special One“ seine indiskutable Nummer 7, die schon nun mehr seit drei Wochen auf den persönlichen Torerfolg wartet. Zuletzt jubelte der Angreifer am 27. September in der Königsklasse bei seinem fabelhaften Tor gegen Ajax Amsterdam. 

Zum Nachlesen:  Externer LinkMourinho lobt seinen Superstar

„Dieser Ronaldo gefällt einem sogar schon fast besser“

Nichtsdestotrotz gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Ronaldo kann sich trotzdem feiern lassen, nämlich für seine wichtigen Vorlagen! Ob für Higuaín in Barcelona oder am Wochenende, ob für seinen Kumpel Kaká oder für Benzema gestern – die Rolle des Assistgebers kommt gut bei den Fans an. Sogar Rafael Nadal, Spaniens bekanntester Tennisspieler, äußerte sich zu dem Thema. Dem bekennenden Madridista sagt dieser Trend des ehemaligen Weltfußballers sehr zu: „Sein 100. Spiel für Real Madrid am Wochenende wollte er nicht mit einem persönlichen Tor feiern, sondern mit einem Sieg der Mannschaft. Es ist gut so etwas zu sehen. Es ist gut die Mannschaft so zu sehen. Nicht alles läuft über Cristiano, was ihm auch gut tut. Das hat man vor allem gestern gesehen. Um ehrlich zu sein, gefällt mir dieser Cristiano Ronaldo sogar schon fast besser.“

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Zwar merkt man dem Spieler immer wieder an, dass er selbst gerne treffen würde, doch mit Eigensinn etwas zu erzwingen, ist längst nicht mehr die Sache eines Cristiano Ronaldos. „Sicher sind Tore für einen Torjäger wichtig, aber es geht auch so. Real Madrid profitiert von diesem Ronaldo. Es gibt keine Ronaldo-Abhängigkeit (mehr), dennoch ist er dank seiner tollen Vorlagen weiterhin ein Protagonist“, schlussfolgerte die Sportzeitung MARCA in ihrer heutigen Ausgabe. Unlängst lobte auch Bernd Schuster, Ex-Trainer der Merengues, den portugiesischen Nationalspieler: Ich freue mich sehr über Cristianos Veränderung. Er hat in den zwei Jahren bei Madrid etwas gelernt. Er hat realisiert, dass wenn er dauernd alleine spielt, nichts erreichen kann. Er ist ein großartiger Fußballer und wir können sehen, dass er fähig ist, für das Team zu spielen. Früher war er sehr egoistisch, auf dem Feld immer sehr Ich-bezogen, denn er wollte immer das spektakulärste Dribbling der Welt abliefern und das andauernd. Er denkt jetzt auch mehr an seine Kameraden und spielt lieber einen Pass, als ein Dribbling und dann einen Schuss hinzulegen. Das ist sehr positiv!“

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geschrieben von Kerry Hau

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