Dem Transfer von Fábio Coentrão zu Real Madrid steht so gut wie nichts mehr im Wege. Kommt der Portugiese, werden die anderen Topklubs neidisch in die spanische Hauptstadt blicken. Grund: Mit Marcelo und Coentrão stehen die künftig wohl besten Linksverteidiger Europas unter Vertrag der Madrilenen. Dabei stellt man sich aber die Frage, wer denn dann gesetzt sein soll...
Marcelo wird sich dann auch fragen, wo Fábio Coentrão spielen soll - Foto: Jan S0L0 @ flickr
Die Meinung der Redaktion
Die Position des Linksverteidigers war eine Problemzone der Königlichen. Jahrelang sehnte man sich nach einem zweiten Roberto Carlos, der die linke Außenbahn hoch und runter rennt und sowohl defensiv, als auch offensiv umherwirbelt. Dieser würdige Nachfolger sollte einmal
Marcelo werden, doch zeichneten sich in den ersten Jahren ab, dass dieser Wunsch nur schwer zu erfüllen sein würde – bis dann schließlich José Mourinho kam. Unter dem Portugiesen reifte der junge Brasilianer innerhalb einer Saison zum Topverteidiger mit exzellenten Offensivfertigkeiten. Er verhinderte Tore und schoss Tore. Das Ergebnis dieser Leistungen war ein Platz in der UEFA-Elf des Jahres. Damit verdrängte Marcelo Größen wie Patrice Evra, Ashley Cole oder auch den portugiesischen Newcomer Fabio Coentrão, der bei Benfica Lissabon ebenfalls starke Leistungen zeigte.
Aber Experten waren und sich einig: Marcelo ist der Newcomer und wohl künftig einer der Besten seiner Zunft. Jetzt soll allerdings jener Konkurrent, Fábio Coentrão, nach Madrid wechseln. Ebenfalls Linksfuß, ebenfalls Linksverteidiger. „Fábio Coentrão wäre ein klasse Mann für Real Madrid. Es wäre ein guter Transfer, aber ich denke, dass Marcelo nach dieser Saison definitiv gesetzt sein sollte. Er hat sich so unglaublich stark verbessert“, sagte Javier Balboa heute Mittag im spanischen Fernsehen. Balboa kommt aus der Jugend der Königlichen, schaffte den Sprung damals unter Bernd Schuster allerdings nicht und wurde an Benfica Lissabon verliehen. Mittlerweile spielt der 26-Jährige in der Segunda Division bei Albacete. Er kennt sowohl Marcelo, als auch Coentrão persönlich und spielte mit ihnen bereits zusammen.
Genau die Aussage Balboas schwirrt vermutlich auch durch viele Köpfe der Fans von Real Madrid. Natürlich ist die Klasse eines Coentrão unumstritten, doch hat Marcelo nun einmal seinen Platz als Linksverteidiger. „Ich spiele überall und auf jeder Position, auf der Mourinho mich einplant“, versprach der Nationalspieler bereits mehrfach in Interviews. In den spanischen Medien spekuliert man derzeit, dass Coentrão sozusagen als 12. Mann die Königlichen verstärken soll. Wenn also jemand mal ausfällt – ob verletzungsbedingt oder wie in Spanien so häufig gesperrt – springt der Blondschopf in die Bresche. Mourinho plant ihn angeblich als Mann für die linke Außenbahn, ob als Flügelflitzer im Mittelfeld oder Rückhalt in der Abwehr. In der Theorie mag sich das gut anhören, doch kann man jemanden wie Coentrão, der rund 30 Millionen Euro kostet, wirklich als Bankspieler einplanen? Oder jemanden wie Marcelo oder jemanden wie Di María, der ja auch noch als Flügelspieler agiert? Diese Diskussion könnte man ewig so fortführen...
Letztes Jahr noch behauptete Mourinho in einem Interview: „Ich brauche Coentrão nicht. Er besitzt großes Talent, aber mit Marcelo habe ich einen zu ähnlichen Spielertypen auf dieser Position.“ Was sich „the Special One“ wohl jetzt bei dem Einkauf denkt, ist seine Sache. Jedenfalls lässt sich sagen, dass bisher alle Transfers durchdacht waren und sich bis auf wenige Ausnahmen (Canales, Pedro León) voll gelohnt haben. Mourinho möchte die lange Saison wohl ohne Komplikationen überstehen – und auf jeder Position gleichwertigen Ersatz zur Verfügung stehen haben.
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