Es hat sich ausgeträumt! Alle Hoffnungen auf den Erfolg in der Meisterschaft wurden heute definitiv dem Boden gleich gemacht: Drei Zähler mussten gegen Málaga her, doch mit dem Unentschieden verpuffte schließlich jeder Traum. Auch ein Sieg gegen die Andalusier hätte am Schluss nichts genützt, denn der FC Barcelona dominierte seine Partie gegen Valladolid, gewann souverän mit 4:0 und darf sich ab sofort spanischer Meister nennen! Den Akteuren von Real Madrid blieb am Ende nichts weiteres übrig, als dem Erzrivalen zu gratulieren und den Blick auf die nächste Saison zu richten...mit oder ohne Pellegrini?
Man sprach vom Meistertitel, vom zehnten Triumph in der Champions League oder sogar vom Triple, doch am Ende des Tages standen alle Anhänger der „Merengues" wieder einmal mit leeren Händen dar und man enttäuschte auf der ganzen Linie. Fakt ist, dass keines der Ziele erreicht wurde und einige Fragen, unter anderem die Trainerfrage, unbedingt geklärt werden müssen. Doch selbst die Spieler der „Galaticos" wissen nicht, ob Manuel Pellegrini in den kommenden Monaten bald arbeitslos sein wird oder weiterhin an der Concha Espina verweilen darf. „Es wäre fantastisch, wenn Pellegrini bleiben dürfte. Wir werden sehen, was in dieser Hinsicht passieren wird. Wir sind mit ihm, denn sein Stil gefällt uns sehr. Man gab ihm das ganze Jahr die Schuld an allem und manchmal hatte man das Gefühl, dass es gar nicht um den Fußball ging, aber er war nicht der Alleinschuldige", gab Albiol als Statement ab und fügte hinzu, weshalb 2010 kein neuer Pokal der Sammlung hinzugefügt werden konnte: „Madrid verpflichtete viele Spieler in dieser Saison. Aber auch Akteure, wie Ronaldo, Kaka oder Benzema waren vom Verletzungspech geplagt, dies soll aber keine Ausrede sein. Wir spielten eine starke Saison, aber wir scheiterten in den entscheidenden Partien gegen Barcelona, Lyon und Alcorcón."
Auch ein Sergio Ramos in Topform konnte das Unheil nicht abwenden. Der „Sevillano" musste sich eingestehen, dass man schlicht und einfach gegen einen besseren Rivalen den Kürzeren gezogen hat: „Wir spielten eine starke Meisterschaft, aber sie machten ihre Aufgaben in den wichtigen Partien besser als wir. Es gab ein Team, welches weniger patzte als wir und uns bleibt nichts weiteres übrig, als ihnen zu gratulieren. Jetzt müssen wir wirklich zusammenhalten und aus den begangenen Fehlern lernen." Darunter zählt für den spanischen Internationalen auch der Umgang mit dem Trainer. „Er ist eine grossartige Persönlichkeit und er deutete bereits an, dass es äusserst Schade wäre, wenn er am Schluss wirklich gehen müsste. Pellegrini kann stets auf den Rückhalt der Mannschaft zählen," stärkte er dem "Ingenieur" den Rücken.
Dreht das Trainerkarussell nun munter weiter? Eine schwierige Frage für Ezequiel Garay, der den Rummel rund um den Chefsessel nun zum ersten Mal hautnah „miterleben darf". „Was sein muss, muss sein. Wir sind mit ihm und seiner Arbeit sehr zufrieden", fasste er sich kurz und befand sich gedanklich bereits im kommenden Herbst: „Wir haben alles probiert, aber es sollte nicht sein. Wir müssen uns jetzt ganz auf die kommende Meisterschaft konzentrieren."
Seinen Einstand bei den „Grossen" hatte sich auch Esteban Granero gänzlich anders vorgestellt und er wusste, dass der Sieg am letzten Spieltag nahezu unmöglich war. „Es war unwahrscheinlich, dass Barcelona daheim verlieren wird. In der Pause wussten wir dann schliesslich, dass wir keine Chance haben würden," stellte er das Geschehene nüchtern fest. „Wir müssen uns nun ein wenig ausruhen und die kommende Saison vorbereiten, denn dann wollen wir einiges erreichen", gab sich der „Canterano" am Ende motiviert.
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