01.06.2011, 16:45
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Reportagen

Von wegen Revolution - Parejo, Morata und Co. ohne Zukunft

Obwohl im eigenen Nachwuchsbereich genug Potenzial vorhanden ist, legt der Verein weiterhin auf „fertige“ Akteure Wert. Mit Sarabia, Juanfran, Juan Carlos und Morata stehen gleich vier wichtige Spieler der Castilla vor dem Absprung - und das besonders, weil die Chance auf eine sportlich erfolgreiche Zukunft nach den letzten und kommenden Einkäufen des spanischen Rekordmeisters wohl bei jedem anderen Klub besser ist...

Parejo kommt nicht, weil Sahin und Altintop gekauft wurden

Während der Saison sah eigentlich alles nach einer Rückkehr von Daniel Parejo aus. Nichts sprach dagegen, schließlich spielte der 22-Jährige beim FC Getafe grandios auf und bewies, dass er sich in dem Jahr beim Madrider Vorstadtklub exzellent entwickeln konnte. „Wir werden mit Sicherheit Spieler wie  Parejo oder Callejón holen“, kündigte Florentino Pérez an. Mit der üblichen Rückkaufoption hätte Parejo für schlappe 5 Millionen Euro zurück zu den Königlichen wechseln können. Das Versprechen des Präsidenten hat sich zumindest erledigt, spätestens nach den Transfers von Nuri Sahin und Hamit Altintop. Jetzt ist nämlich überhaupt kein Bedarf mehr da, sich mit einem weiteren zentralen Mittelfeldspieler wie Parejo zu verstärken. Zu selten würde der Rechtsfuß zum Einsatz kommen, das weiß er wohl auch selbst. Wie die Sportzeitung ‚AS‘ erfahren haben will, soll auch Florentino Pérez eine Absage Richtung Getafe geschickt haben. Der Klub aus dem Süden der spanischen Hauptstadt könne auch nächste Spielzeit mit Parejo planen – und das, obwohl die Rückkehr des Wuschelkopfs zu den Blancos eigentlich schon beschlossene Sache gewesen sein soll.

Zum Nachlesen:  Externer LinkParejo sollte eigentlich im Sommer kommen

„Parejo hat einfach keinen Platz in dieser Mannschaft. Mourinho muss in den nächsten Wochen ausmisten und manche Talente wie Canales haben ebenso keine Perspektive“, kommentiert die ‚AS‘. Das Mittelfeld ist überfüllt und wie Realmadrid.de bereits berichtete, werden sich noch einige Spieler verabschieden. Die Abgänge von Lassana Diarra, Fernando Gago, Pedro León und Sergio Canales sind wohl nicht zu vermeiden. Sollte dann auch noch Fabio Coentrao den Weg zu den Merengues finden, ist man auf jeder Position doppelt stark besetzt. Die linke Seite wäre dann durchaus mit dem Begriff „Weltklasse“ zu bezeichnen.

Hintergrund:  Externer LinkAusländische Talente oder Canteranos - Quo vadis Madrid?

Wohin mit dem Nachwuchs? Vier Canteranos vor dem Abschied!

„Weltklasse“ - ein Attribut, das beispielsweise für einen Pablo Sarabia noch nicht zutrifft. Der Canterano sollte eigentlich irgendwann einmal seinen Platz in der ersten Mannschaft bekommen, doch durch solche Transfers rückt dieser Wunsch in weite Ferne. Gegen derartige Akteure wird sich der 19-Jährige beim besten Willen nicht durchsetzen können und da auch der Aufstiegstraum der Castilla in der Relegation gegen Alconayo vergangenen Sonntag platzte, ist auch ein Abschied dieses Spielers mit großer Sicherheit nicht mehr zu verhindern. Doch dem ist noch nicht genug: Wie die ‚AS‘ schreibt, stehen neben Sarabia noch drei weitere wichtige Akteure der Castilla vor dem Absprung. Auch hier lautet der Hauptgrund: Keine Perspektive bei den Profis. So wie in den Jahren zuvor. Juan Mata, Roberto Soldado (heute beide FC Valencia) oder auch Alberto Bueno (heute Derby County) können ein Lied davon singen.

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Demnach sollen in den nächsten Wochen die zukünftigen Wege von Sarabia, Morata, Juanfran und Juan Carlos geklärt werden. Diese vier Talente waren maßgeblich für den Erfolg der Castilla in den letzten Monaten verantwortlich und könnten der spanischen Hauptstadt also schon bald ‚adiós‘ sagen. Sarabia, der eigentlich seinen Vertrag am Anfang der abgelaufenen Spielzeit bis 2013 verlängerte, werde noch in dieser Woche das Gespräch in den Büros des Bernabéu mit der Unterstützung seines Berater Ginés Carvajal suchen. Gleiches gilt für Juanfran, der nur noch einen Kontrakt bis 2012 besitzt und sich angeblich dazu entschieden habe, wegen Angeboten aus der ersten und zweiten Liga nicht zu verlängern. Juan Carlos hingegen soll sogar schon eine Anfrage von Deportivo La Coruña auf dem Schreibtisch liegen haben. So richtig interessant wird es aber bei Álvaro Morata, denn in diesem Fall hat José Mourinho das letzte Wort. „Ich werde ihn in die erste Elf integrieren“, Externer Linkversprach ‚the Special One‘ vor einigen Monaten. Wo soll ein Morata dann aber spielen? Higuaín, Benzema, möglicherweise weiterhin Adebayor und nicht zu vergessen  Neuzugang Callejón werden dem 18-Jährigen einen Strich durch die Rechnung machen. „Es sieht nicht danach aus, als hätte er eine Chance. Es sieht auch nicht danach aus, als hätte überhaupt irgendjemand aus der Nachwuchsabteilung eine Chance“, urteilt die ‚AS‘.

Lies auch: Externer LinkKein Platz im Starensemble - Moratas Hoffnungen schwinden

Coentrao sechs Mal so viel Wert wie die gesamte Castilla

Dieses Problem wird die Madrilenen wohl noch einige Jahre verfolgen. Man scheint nicht dazu gelernt zu haben; die Fans fragen sich, wo die neuen Raúls und neuen Gutis denn endlich bleiben. Fakt ist: Sie sind da und warten nur auf ihre Chance, aber werden nicht oder nur kaum beachtet. Der Sensationstreffer vom jungen Joselu (ebenfalls Stürmer bei der Castilla) am letzten Spieltag bleibt nur eine Randnotiz. Die Tatsache, dass mit Esteban Granero ein Canterano im Kader der Profis steht, bleibt nur ein Alibi. Granero ist zwar da, aber spielt höchstens so oft wie der von Espanyol Barcelona zurückgeholte Callejón in der nächsten Saison spielen wird. Hingegen standen beim Erzrivalen FC Barcelona im Endspiel der UEFA Champions League am 28. Mai sieben von elf Spielern aus der eigenen Jugend auf dem Rasen. Für Real Madrid pure Utopie, auch wenn die Jugendarbeit an sich der der Katalanen in Nichts nachsteht. Die Sache ist nur die, dass Barça mehr aus den sich bietenden Möglichkeiten macht. Fabio Coentrao wird höchstwahrscheinlich für 30 Millionen Euro nach Madrid kommen – das wäre das Sechsfache des Jahresetats der Castilla, welches sich jährlich auf mickrige  5 Millionen Euro beläuft. Diese Zahlen sagen einiges aus, auf was der Verein (momentan) Wert legt. Und wer sagt, dass ein Sarabia nach ein oder zwei Jahren genauso aufspielt wie Coentrao?

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geschrieben von Kerry Hau

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