19.12.2011, 20:02
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Interviews

„War ich an Weihnachten Erster, wurde ich immer Meister“

Morgen heißt es zum letzten Mal in diesem Jahr „Real Madrid empfängt Zuhause…“, doch schon heute gab es den letzten Auftritt José Mourinhos vor einem offiziellen Match. Zeit also, schon ein kleines Fazit zu ziehen und dies konnte nur positiv ausfallen. Ebenso ließ er den Anlass seiner Pressekonferenz nicht unter den Tisch fallen und äußerte sich zum morgigen Pokalspiel gegen Ponferradina. Dabei kündigte der Coach an, kräftig durchroutieren zu lassen.

„War ich an Weihnachten Erster, wurde ich immer Meister“

Vertraut auf das Gesetz der Serie, Mourinho - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com

„In einer anderen Liga wären wir ohne Probleme Meister“

MADRID. Schon vor einigen Tagen wollte Mourinho dem Jahr 2011 neun von zehn Punkten unter das Zeugnis schreiben. Man gewann die Copa del Rey gegen die aktuell wohl beste Klubmannschaft, man grüßt den Rest der Liga zu recht von ganz oben, erlegte in der Königsklasse jeden Rivalen gleich in doppelter Ausführung und konnte zahlreiche Rekorde brechen. Doch das „i-Tüpfelchen“ in Form der Krone Spaniens oder Europas, es konnte sich bisher standhaft dem königlichen Eroberungszug verwehren. Auch im nächsten Jahr geht der Kampf der Giganten zwischen dem Hauptstadtklub und den Katalanen in die nächste Runde. Da wird auch nicht zurückgeschreckt, wenn sich der ewige Rivale nun „beste Mannschaft der Welt“ schimpfen darf. „Barcelona ist zweifelsohne eine tolle Mannschaft und ich beglückwünsche sie zu ihrem Titelgewinn in Japan. Wenn wir also gegen dieses Team im direkten Duell einen Titel gewinnen und darüber hinaus im Verlauf von einem Jahr mehr Punkte als sie holen, dann ist dieser Verdienst nicht groß genug einzuschätzen. Wir sind derzeit mit drei Punkten vor ihnen und meine Teams haben bis dato immer die Meisterschaft gewonnen, wenn wir zu Weihnachten Erster waren, aber dass muss jetzt nicht so sein. Dieses Jahr, wenn man alles bedenkt, war ein sehr erfolgreiches. Man kann wohl kaum von einem Fiasko sprechen, wenn wir Tabellenerster sind. Ich habe in vielen Ligen gearbeitet und ich kann sagen: Wenn Madrid nicht so einen starken Gegner hätte, dann wäre die Arbeit eine leichtere. In einer anderen Liga wären wir ganz sicher Meister, ohne Probleme“, so Mourinho.

„Sahin und Altintop müssen für ihre Chance hart arbeiten“

Nachdem die Südamerikaner bereits in ihren wohlverdienten Urlaub abreisen durften, wird morgen gegen Ponferradina eine schlagkräftige, aber dennoch auf vielen Positionen veränderte Mannschaft auflaufen. Trotz dessen wird das Spiel mehr als ernst genommen. Erstens geht es immer noch um das Weiterkommen in einem offiziellen Wettbewerb; zweitens hat man morgen die Gelegenheit mit einem Feuerwerk auf dem Rasen und vor den eigenen Fans das Kalenderjahr zu schließen. Dem portugiesischen Fuchs ist dies auch klar, somit schickt er hungrige und ambitionierte Leute aufs Feld. „Wir haben ein 0:2 auf der Haben-Seite, müssen jedoch vorsichtig sein. Sie haben im Hinspiel gezeigt, was sie drauf haben und sie werden mit ihrem Können und der noch größeren Motivation, im Bernabéu spielen zu dürfen, noch mehr versuchen. Ich habe dennoch großes Vertrauen in die Spieler, die sonst nicht so viel zum Einsatz kommen, bis dato haben sie mir auch nur Gründe geliefert, weiterhin auf sie zu bauen. Morgen wird Casado von Beginn an spielen, Joselu und Nacho werden auf der Bank Platz nehmen. Dazu brauchen Spieler wie Granero, Altintop, Sahin, Varane und Callejón Minuten. Gerade Granero ist ein fantastischer Junge, der immer couragiert und ein echter Madridista ist. Er, genauso wie Altintop oder Sahin, müssen auf ihre Chance warten und hart dafür arbeiten“, unterstrich der Cheftrainer.

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„Karim und Gonzalo verstehen sich blendend“

Abschließend ging er noch auf das letzte Ligaspiel gegen Sevilla ein und lobte insbesondere die gute Kameradschaft der beiden Angreifer, Benzema und Higuaín. Auch erklärte er, warum er mit der taktischen Variante, Di María auf die Spielmacher-Position zu stellen, aufwartete und Özil, bzw. Kaká auf der Bank schmoren mussten und schmollen durften. „Ab und an ist es wichtig den Gegner zu überraschen. Ich wollte etwas anders machen, daher haben wir Ángel auf die 10 gestellt, um dem Ganzen dadurch einen anderen Stil geben zu können. Aber natürlich sind Özil und Kaká unsere Spielmacher. Bei Karim und Gonzalo hat man wieder sehen können, wie gut ihr Verhältnis ist. Wir haben gemeinsam vereinbart, dass Gonzalo früher nach Argentinien fliegen darf und daher spielte er das Hinspiel in Ponferrada. Nach Lyon hat Karim einen kürzeren Flug, daher spielt er morgen. Gegen Sevilla war es das erste Mal, dass nicht beide spielten und zum Beispiel Gonzalo 90 Minuten auf der Bank saß. Es war jedoch dem Spiel geschuldet. Karim konnte gegen Sevilla nicht treffen, Gonzalo gegen Ponferrada nicht, beide arbeiten aber vorzüglich für das Team und fühlen gut und nützlich. Sie verstehen sich blendend und arbeiten mannschaftsdienlich.“

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geschrieben von Tobias A. Hellmann

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