17.01.2012, 13:41
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„Wer mit Ronaldo ein Problem hat, hat ein Problem mit mir“

El Clásico steht an und überraschenderweise war es José Mourinho, der den Journalisten heute Rede und Antwort stand – ein Bild mit Seltenheitswert, erinnert man sich an die letzten Partien gegen die Culés. Dabei verteidigte er erneut Cristiano Ronaldo und machte unmissverständlich klar, welche Titel in dieser Saison den höchsten Stellenwert genießen.

„Wer mit Ronaldo ein Problem hat, hat ein Problem mit mir“

José Mourinho verteidigte seinen Superstar - Foto: Helios de la Rubia, Realmadrid.com

„Der Pokal-Verlierer hat dann im Februar einen Vorteil“

MADRID. Morgen Abend ist es wieder soweit. Nach den beiden Supercopa-Partien und dem Ligaduell steht der vierte Clásico der Saison vor der Tür. Im Bernabéu wird man sich im Kampf um den Einzug ins Halbfinale der Copa del Rey im Hinspiel messen. Doch wie immer geht es um mehr als nur eine Runde weiterzukommen. Es geht um Prestige. Es geht um eine Revanche. Es geht um el Clásico. Dies betonte auch der Portugiese, der jedoch ebenso klar stellte, welche Prioritäten der Verein in diesem Jahr ausgerufen hat – wobei der im letzten Jahr bereits gewonnene Pokal den letzten Platz im internen Titel-Ranking belegt. „Die Meisterschaft und die Champions League stehen ganz klar an erster Stelle. Diese Titel gilt es zu erringen und davon werden wir uns auch nicht abbringen lassen. Aber auch wenn es sich um Pokalspiele handelt, ist es definitiv so, dass es ganz besondere Spiele werden. Wir reden schließlich nicht von einem Vorbereitungsturnier im Sommer“, vertrat er zu Beginn der Pressekonferenz seine Marschroute, um danach noch deutlicher zu werden: „Der Pokal ist das dritte Ziel. Die Partie im Pokal hat folglich nicht die höchste Priorität, weil wir nicht in der Liga oder der Champions League antreten, sondern im Pokal. Niemand wird jedoch auflaufen, um zu verlieren. Die Mannschaft, die ausscheidet, hat im Februar aber zwei Spiele weniger, wenn es auch in der Liga und der Champions League um alles geht, und hat damit einen kalendarischen Vorteil. Aber ich bin kein Heuchler: Wir wollen diese beiden Partien gewinnen und ich vermute, dass Barcelona das auch will. Was wäre das perfekte Ergebnis? Wir können zu Hause verlieren und auswärts gewinnen. Man wird es sehen.“

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„Di María ist noch nicht bei 100%, aber er steht im Kader“

Doch wer soll es morgen um 22 Uhr richten? Die MARCA berichtete heute, dass der erst wieder genesene Ángel di María für die beiden Clásicos verletzt ausfallen wird. Mourinho dementierte dies, wollte jedoch sonst keine weiteren Personalfragen beantworten. „Es ist nicht alles so gut, wie wir es uns erhofft haben, aber Di María wird morgen nominiert sein. Es kann auch sein, dass Carvalho in diesem Monat noch zurückkehrt, da wir einige Akteure wie Lass oder Ramos haben, die bereits vier Gelbe Karten haben. Ich werde meine erste Elf jetzt aber noch nicht verraten. Ich weiß sie momentan noch nicht einmal selbst. Es wird sowieso kritisiert, egal was ich mache. Genau deshalb werde ich jetzt keinen Kommentar dazu abgeben“, so ein leicht eingeschnappt wirkender Portugiese.

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Mit einer erheblichen Portion Ironie ausgeschmückt ging er dann nochmal in die Vollen und sprach über die möglichen Optionen für morgen, da er doch einige Spieler ersetzten muss: „Wenn ich Coentrão als Rechtsverteidiger aufstelle, kritisiert ihr mich, weil er normalerweise links spielt. Wenn ich Lass dort hinstelle, dann sagt ihr, dass man ihn im Zentrum braucht, wenn Khedira ausfällt. Wenn ich Pepe ins defensive Mittelfeld stellte, heißt es, er ist ein Innenverteidiger. Spiele ich mit einer Raute, wird mir gesagt, meine Spielweise sei defensiv. Wenn ich Higuaín spielen lasse, heißt es, Benzema ist doch fantastisch. Wenn ich Benzema aufstelle, sagt ihr mir, dass Higuaín der entscheidende Mann gegen Mallorca war. Am besten geht ihr morgen einfach irgendwo in ein Kino und wir sprechen dann am Ende der Partie wieder.“

„Gegen Mallorca war Ronaldo einfach nur fantastisch“

Um Kritik ging es auch beim nächsten Tagesordnungspunkt: Cristiano Ronaldo und seine mangelnde Effektivität. Wenn man davon bei einer Torausbeute von 21 Saisontreffern alleine in der Meisterschaft überhaupt reden kann. Mourinho stellte sich wiederholt hinter seinen Landsmann und überraschte mit seiner ganz eigenen Vorstellung. „Ich arbeite nun seit eineinhalb Jahren mit ihm zusammen und seitdem hat er sehr viele Treffer erzielt. Ich weiß nicht wie viele Hattricks darunter waren, wie oft er uns damit zum Erfolg verholfen hat – wie  zum Beispiel sein entscheidendes Tor im Pokalfinale gegen Barça. Aber weißt du, wann er mir am besten gefallen hat? Beim Spiel gegen Mallorca. Er hat gegen Mallorca zwar nicht brillant gespielt, aber er hat gearbeitet wie ein Tier. Er hat Bälle erobert, hat sich für das Team geopfert und ist halbtot vom Platz gegangen. Genau an diesen Tagen sage ich Ronaldo war fantastisch. Nach dem Spiel sagte ich ihm: Auf dass keiner dich für diese Leistung kritisiert. Wenn sich doch einer wagen sollte, werde ich mich vor dich stellen. Ich sage euch: Wenn er so spielt, hat keiner das Recht ihn zu kritisieren. Wer ihn kritisiert, bekommt ein Problem mit mir!“

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geschrieben von Marcel Hildmann

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