Der Clásico ist gespielt, Barcelona darf sich Supercup-Sieger nennen, vom Tisch ist die letzte Version des Spieles der Spiele jedoch sicherlich nicht. Es geht drunter und drüber! Auch wenn beide Klubs davon absehen, sich - wie es noch letzten Mai im Rahmen der Champions League der Fall war - anzuzeigen, kochen die Gemüter innerhalb der Mannschaften. Insbesondere die harten Aussagen der Barça-Akteure Pique und Xavi sorgen für Aufruhr, was besonders der spanischen Nationalmannschaft alles andere als gut tun wird...
Wie lange reißen sich Ramos und Co. noch zusammen? - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com
MADRID. Vicente del Bosque verbrachte den Mittwochabend auf dem Ehrenbalkon des Camp Nou und sah tollen Fußball, der schließlich in einer großen
Auseinandersetzung endete. Rudelbildung und Clásico, das ist nichts Neues. Diesmal gingen beide Parteien, sowohl Real Madrid, als auch der FC Barcelona, zu weit. Das überflüssige Frust-Foul Marcelos an Fàbregas sorgte noch einmal für mächtig Stimmung, Schuld an folgenden Szenen hatten dennoch, wie Barcelonas Trainer Pep Guardiola ehrlich und sachlich einräumte, beide Teams. Wie groß der Hass zwischen diesen Mannschaften ist, kam einmal mehr zur Geltung. Da war es schon unvermeidbar, nicht mitzudiskutieren. So stritten sich zum Beispiel Iker Casillas und Xavi, die beide doch sonst so friedlich und gut befreundet zusammen für Spaniens Selección auf Titeljagd gehen. Es war ja nicht das erste Mal, auch der Clásico-Marathon im letzten Mai hinterließ mit Sicherheit seine Spuren. Barças Pedro, ebenfalls fester Bestandteil der Truppe von Del Bosque, fand folgende Erklärung: „Es ist normal, dass auch wir uns streiten, da jeder sein Team und sein Wappen verteidigen möchte.“
Auch Spieler seitens den Königlichen, wie Casillas, Ramos oder Xabi Alonso, erschienen in der Mixed-Zone. Anstatt den Zoff fortzusetzen und großartig darüber zu sprechen, zeigten sich die Iberer als faire Verlierer,
gratulierten Barcelona zum ersten Saisontitel und lobten sogar Lionel Messis Leistung. Natürlich aus dem Grund, weitere Spannungen zwischen den Teams zu vermeiden. Die Barça-Stars, allen voran Pique und Xavi,
zogen hingegen andere Saiten auf. So seien Real Madrid und José Mourinho „jämmerlich“ und „schuldig für sämtliche Handgreiflichkeiten“. Casillas und Co. erfuhren von diesen Worten, Vorwürfen und Beleidigungen erst, als sie sich schon im Bus Richtung Flughafen befanden. Ein Schlag ins Gesicht für die Nationalspieler Spaniens, die sich darum bemühten, Ruhe zu schaffen. Auch kreidete Xavi den Madrilenen an, bei der Siegerehrung absichtlich den Rasen verlassen zu haben, doch der Grund war laut Informationen der MARCA ein anderer. Offenbar habe man beim Verband nachgefragt und dieser gab das Einverständnis, in die Umkleide zu gehen. Beim Supercup erhält man ja keine Medaille, sondern nur den Pokal. Wozu also draußen bleiben? „Reals Spieler, besonders die spanischen, fühlen sich von solchen Vorwürfen hintergangen. Während sie sportlich Gratulation aussprachen, fielen Pique und Xavi ihren Fußballkollegen in den Rücken“, kommentierte die MARCA in ihrer heutigen Ausgabe.
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