Hart, härter, Pepe – der Portugiese ist bekannt dafür, dass sein Kampfgeist zuweilen bis ans Limit reicht und er weder sich noch seine Gegner schont. Doch der beinharte Innenverteidiger kann auch ganz anders. Für eine von ihm lancierte Wohltätigkeitsaktion legte der 28-Jährige die Verbissenheit bei Seite und nahm dafür das Nudelholz in die Hand. Dabei zeigte er sich von seiner ganz ruhigen Seite und ging sogar den Provokationen eines Dani Alves aus dem Weg.
So sieht ein überzeugter Madridista aus, Pepe - Foto: David R. Anchuelo, Realmadrid.com
MADRID. „Es ist kein Geheimnis: Pepe ist ein harter Typ. Aber jeder weiß auch, dass er ein guter Mensch ist“, so die Hintergrund-Stimme zum Beginn des Promotion-Videos und in der Tat, so dürfte man Pepe wohl eher selten erleben. Da staunt der Madrilene nicht schlecht, wenn „Badboy“ Pepe statt des weißen Trikot plötzlich eine Kochschürze an hat und mit wohl dosiertem Druck den Teig knetet. Der Abwehrmann präsentierte sich pünktlich zu den Festtagen als Plätzchenbäcker und dies aus einem ganz bestimmten Zweck: die Früchte seiner Arbeit, die er mit dem spanischen Starkoch Alejandro Montes kreierte, sollen nun für einen guten Zweck gewinnbringend verkauft und vernascht werden.
Flash ist Pflicht!
Doch auch wenn ein Vollblut-Profi das Nudelholz schwingt und das Bernabéu mit der Küche tauscht, so ganz lässt ihn der Ballsport nicht los. So gesellten sich zu seinen Weihnachtswünschen neben den wirklich wichtigen Dingen im Leben, wie Glück und Gesundheit für die weniger privilegierten Menschen auf dieser Welt, auch der Wunsch nach Titeln und Trophäen: „Ich hoffe, dass wir große Erfolge feiern dürfen. Wir müssen weiterhin eine Einheit sein und werden hoffentlich viele Titel gewinnen. Wenn wir weiterhin so hart arbeiten, werden wir am Ende der Saison sicherlich etwas zu feiern haben. Der Weg ist noch lang, aber wir können es schaffen.“ Der vergangene Dienstag war für den portugiesischen Internationalen ein ganz Besonderer, denn zum ersten Mal in seiner Karriere durfte sich Pepe die Kapitänsbinde umbinden lassen. Fünf ganze Jahre ist es her, als der in Brasilien geborene Verteidiger vom FC Porto an die Concha Espina pilgerte – eine einzige Erfolgsstory. „Das war emotional ganz großes Kino. Ich verstand auch sofort die Verantwortung, die einem mit dem tragen der Kapitänsbinde des besten Klubs der Welt übertragen wird. Es war sogar für mich ein wenig befremdlich, als ich die Grüße entgegen nehmen und das Foto mit den Schiedsrichtern machen musste.“
Wäre dies nicht schon ein perfektes Weihnachtsgeschenk, so legten die Fans im Bernabéu sogar noch einen oben drauf: zum ersten Mal hörte man die Anhängerschaft den Namen des Portugiesen durch das Stadion rufen, eine derartige Sympathiebekundung ließ auch den Routinier nicht kalt: „Ich muss der Anhängerschaft Madrids danken. Ich hatte Gänsehaut. So einen Moment kann man nicht beschreiben. Die Fans haben mich schon immer unterstützt, auch in den schwierigen Momenten meiner Karriere. Es war das allererste Mal, dass das Bernabéu meinen Namen skandierte und dieser Moment bedeutet mir sehr viel. Diese Aktion gibt mir viel Kraft, um die kommenden Aufgaben zu bewältigen und alles geben zu können“, so der inspirierte Abwehrmann.
Trotz aller Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit, wo man Sticheleien auch gut und gerne in der Schublade lassen könnte, wollte es Barcelonas Dani Alves dennoch nicht sein lassen. Während einer Gala der Stiftung Barcelonas äußerte sich der Brasilianer mal wieder negativ über José Mourinho und empfand die Aussage des „Special One“, dass der Gewinn der Champions League wichtiger für Barcelona sei, als die zwei kleinen Spiele bei der Klub-WM, als eine grobe Beleidigung: „Ihnen fehlt einfach die nötige Demut. Aus Mourinho und Madrid spricht doch nur der Neid.“ Anstatt auf das Niveau seines Gegenübers zu sinken, wollte Pepe gar nicht groß darauf eingehen und nahm es locker. „Neid? Wir sind auf niemanden neidisch. Ich spiele im besten Team der Welt. Real Madrid ist der größte Klub. Wir können gar nicht neidisch sein, auf wen denn bitte?“
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