Atlético-Trainer Gregorio Manzano kündigte vor dem Anpfiff bereits ein „hartes und unschönes“ Spiel an und er sollte recht behalten – zumindest sein Team erledigte den Job. Rigoros und ohne Rücksicht auf Verluste gingen seine Spieler phasenweise in die Zweikämpfe. José Mourinho konnte kaum hinsehen und stapfte an der Außenlinie wild gestikulierend umher, bangte er doch um die Gesundheit seiner Schützlinge. Nach der Partie war der Portugiese mit der Leistung seines Teams zufrieden, doch polterte im scharfen Ton gegen die Vorgaben seines Amtskollegen.
War wütend über die harte Gangart Atléticos, Mourinho - Foto: Elisa Estrada, Realmadrid.com
MADRID. Die Kameras schwenkten auf Mourinho, der wutentbrannt den Disput mit den Rojiblancos suchte. Auch der vierte Schiedsrichter konnte den Trainer kaum bremsen. Was war passiert? Wieder einmal wurde Di María überhart auf die grünen Bretter gejagt und wälzte sich vor Schmerzen. Atléticos Filipe setzte den Unschuldsblick auf und schlich sich von dannen. Manzano blieb stoisch und würdigte den Portugiesen keines Blickes, der weiter versuchte, auf seinen Kollegen einzureden. Auch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel schnaufte Mourinho weiter: „Wir haben so ein hässliches Spiel nicht geplant, wir nicht! Wir haben gesagt, dass wir spielen und gewinnen wollen und wir haben gespielt und auch gewonnen. Wir haben in 90 Minuten nur eine gelbe Karte kassiert und mit kühlem Kopf gespielt. Einige Spieler von uns sind jetzt angeschlagen, zum Glück haben die Schienbeinschoner gehalten. Die sind extra aus Karbon, schweineteuer und waren anscheinend wie für dieses Spiel gemacht.“
Dazu:
Der Spielbericht zum 4:1-Sieg im Madrid-Derby
Manzano, der vor Mourinho sprach, kritisierte den Schiedsrichter Mateu Lahoz für seinen „lockeren Umgang mit den Roten Karten“. Er habe das Spiel ruiniert, denn bis zum Platzverweis sei sein Team gut in der Partie gewesen. Madrids Cheftrainer stellte sich auf die Seite des Unparteiischen, schließlich sind die Regeln zu wahren. „Aus meiner Sicht war er fantastisch und hat wieder ein sehr gutes Spiel geliefert, aber er hätte ab und zu noch härter durchgreifen müssen. Der Elfmeter und die rote Karte für Courtois sind doch nur verständlich, so steht es im Regelwerk. Wenn er nicht eingreift, dann ist es ein Tor. Er musste sich entscheiden und hat alles riskiert. Ich sage daher meinen Torhütern immer, bevor ihr einen Elfmeter verursacht und duschen geht, lasst den Ball lieber rein.“
Trotz des frühen Rückstands und der überzogenen Tacklings spielten die Königlichen ihre Linie weiter und wurden dafür auch belohnt. Genau solche Antworten schätzt auch Mou. „Das Team hat gut, ambitioniert und motiviert gespielt. Außerde hatten wir unsere Emotionen im Griff. Wir schaffen es jetzt, dass wir den Blick nach vorne haben, aber dennoch die Ruhe bewahren und nicht kopflos agieren. Wir haben dieses Spiel zu jeder Zeit im Griff gehabt und uns nicht von der Atmosphäre anstecken lassen“, so seine Einschätzung. Ein Sonderlob gab es für Ángel di María, der nach seiner Wunderheilung direkt in der Startelf stand und das so wichtige 2:1 erzielte. „Er war zum Schluss etwas müde und wir wollten nicht, dass dann noch etwas passiert. Er hat sich sehr gut präsentiert und ich denke diese eine Stunde war für ihn ausreichend.“
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