| Real Madrid | vs | Real Saragossa |
![]() |
6:0 (4:0) |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Casillas - S. Ramos |
López Vallejo - Diogo |
|
| Auf der Auswechselbank | ||
| Dudek, Metzelder, Drenthe, Gago, Granero, Benzema, Raúl | Carrizo, Goni, Pulido, Gabi, J. López, Ewerthon, Braulio | |
| Die Trainer | ||
| Manuel Pellegrini | Aurelio Gay | |
| So fielen die Tore | ||
| 1:0Gonzalo Higuaín3. Min. 2:0Rafael Van der Vaart26. Min. 3:0Rafael Van der Vaart29. Min. 4:0Gonzalo Higuaín34. Min. 5:0Cristiano Ronaldo50. Min. 6:0Karim Benzema71. Min. |
Fehlanzeige | |
| Stadion: | Santiago Bernabéu |
|---|---|
| Anstoß: | 19.12.2009 22:00 Uhr |
| Schiedsrichter: | Manuel Mejuto González |
| Assistenen: | Jesús Calvo Guadamuro und Javier Novoa Robles |
| Zuschauer: | 70000 |
Trainer Pellegrini hatte bereits während der Woche verlauten lassen, dass man das Spiel mit der höchsten Konzentration angehen wird, trotz der delikaten Tabellensituation des Gegners. So wurden die Hoffnungen begraben, zum ersten Mal in dieser Saison das Trio „infernale“ Ronaldo-Higuaín-Benzema von Beginn an zu sehen. Insbesondere für Geburtstagskind Benzema, war der Sitzplatz auf der Bank nicht befriedigend. So startete man in der Offensive mit Ronaldo und Higuaín, begleitet von Marcelo und Van der Vaart. Die Doppelsechs im Mittefeld wurde nicht zu Gunsten der Offensive geopfert. Mahamadou Diarra durfte neben Lass seine letzten Minuten mitnehmen, bevor es zum Afrika-Cup geht. In der Abwehr vertrat Garay den verletzten Pepe und der angeschlagene Raul Albiol, wurde rechtzeitig fit. Sergio Ramos über rechts und Arbeloa über links sicherten die Flanken, Iker Casillas stand zwischen den Pfosten.
Madrid schon früh auf der Siegerstraße
Die Devise der abstiegsbedrohten Mannen aus Zaragoza war klar. Hinten kompakt stehen und dann aus der gesicherten Defensive per Konter das Heil in der Offensive suchen. Soweit die Theorie des neuen Trainers Gay. Das die Praxis in der Primera Division und gegen einen Gegner wie Real Madrid oft anders aussehen könnte, wurde dem Letzten nach nicht einmal 3 Minuten klar. Marcelo kam im Mittefeld an den Ball, Steilpass auf Higuaín, der Gaucho zündete den Turbo, hob den Kopf und schob mit dem Linken ins rechte untere Eck ein. 1:0 für die „Königlichen“, Einstand nach Maß! Madrid trat so auf, wie man es erwarten konnte, jedoch nicht immer sah: Dominant, Ballsicher, schnelle Kombinationen, direktes Spiel. Die Frage, die man sich im weiten Rund nun stellte. Wird es ein Torfestival, oder lässt man locker und versucht zu verwalten? Ob es die Schuld des Trainers war, oder die eisige Kälte, die die Spieler zur Laufarbeit zwang, sei dahingestellt. Das Team entschied sich zur Freude der Beobachter für die erste Variante.
Van der Vaart, der wiederbelebte Torjäger, und der Budenzauber aus Argentinien
Warum Zaragoza vor dem Spieltag mit nur 12 Zählern auf dem 18 Platz lag konnte man in der 26. Minute bestaunen. Real Madrid wieder im Angriff, die Gäste mit 10 Mann um den eigenen Strafraum, dann der kluge Chip-Pass von Marcelo in den Lauf des sehr guten Van der Vaarts. Das man dem Ex-Bundesligastar nicht erklären muss, wozu er seinen linken Fuß hat, bewies er prompt. Torwart ausgeschaut und souverän in die Ecke geschoben – 2:0 und noch lange war nicht Schluss. Es war wirklich erstaunlich. Bis zu diesem Zeitpunkt rollte ein Angriff nach dem anderen, die Abwehrreihe der Königlichen schob bis zur Mittellinie, die defensiven Mittefeldspieler erstickten die Gegenangriffe bereits im Keim. So will man dieses Madrid dominieren sehen, ganz zur Freude des lächelnden Pellegrini auf der Bank.
Folgerichtig kannte das Spiel nur eine Richtung. Keeper Vallejo sah das Unheil wohl schon kommen, als der engagierte Sergio Ramos eine Flanke von rechts schlug und Van der Vaart einen Patzer in der Innenverteidigung nutzen konnte. Und wieder der schon abgeschriebene Holländer, Doppelpack für ihn, sicher eine Genugtuung! 3:0 – 30 Minuten gespielt. Wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, dann sollte die Zeit von Interimstrainer Gay wohl schneller um sein, als angenommen.
Zaragoza schon mit dem Mute der Verzweiflung, zwang durch einen Weitschuss von Pennant Iker Casillas tatsächlich zu Boden, erste kleine Annäherung an den Kasten. Doch was will man sagen. Es war nicht mal ein kleines Strohfeuer. 33. Minute, Ronaldo versucht die Kunstflanke aus dem Halbfeld, Querschläger in der Hintermannschaft und was dann kam, gehört zur Fußballkunst, das Bernabeú als Vernissage des Zungeschnalzen. Mit dem Rücken zum Tor, nahm Gonzalo den Ball gefühlvoll runter, ein kurzer Sidestep, und dann der Lupfer über den Keeper in die lange Ecke. Alles mit dem Rücken zum Tor, in bester Gerd Müller Manier. Der hat gesessen, 4:0, die Gäste sehnten die Halbzeit herbei, wie die Zuschauer den warmen Tee. Kurz vor Abpfiff des ersten Durchganges trat dann nochmals Cristiano Ronaldo alias John Wayne zum Freistoß. Ein Knaller aus Halblinker Position, nur Millimeter am rechten Torfosten vorbei, der Schuss hatte sicher „Tor des Monats“ Qualität.
Zweiter Durchgang, weiterhin nur eine Richtung
„Jetzt bloß nicht nachlassen", dachten sich die Fans der Hausherren – und sie wurden nicht enttäuscht. Bereits 3 Minuten nach Wiederanpfiff, tauchte Abwehrmann Garay auf der linken Seite auf, flankte das Leder in die Mitte. Ronaldo nahm den Ball lässig und mit aller Ruhe der Welt an, um die Abwehr per kurzem Dribbling auf dem Bierdeckel vollends zur Verzweiflung zu bringen. Nach 2 Drehungen in Folge hatte er ein Einsehen und die Lücke entdeckt und schob zum 5:0 ein. Frenetischer Applaus auch von der Bank. Hervorzuheben auch Garay. Der Pepe-Ersatz, setzte im Spiel einige lange Bälle an, die alle passgenau ihr Ziel fanden. Auch defensiv ließ er nichts anbrennen und bot eine souveräne Leistung.
Marcelo hatte seinen Dienst ordentlich verrichtet und Karim Benzema kam in der 63. Spielminute zu seinem Geburtstagseinsatz. De Franzose, mit frisch geschorener Mähne, sollte auch unmittelbar danach sein Lachen wiedererlangen. Wiederholt ein tolles Anspiel Van der Vaart, der grade so vor Selbstvertrauen strotzte, in den Lauf des nun 22-jährigen. Eine kurze Annahme, Körpertäuschung und ein satter Abschluss mit Links ins rechte Eck, reichten, um das 6:0 zu markieren, à la bonne heure! Die Darbietung erinnerte an einen der besten Stürmer aller Zeiten: Ronaldo!
Madrid lies in der Folge nichts mehr anbrennen, kam noch zu Einschußchancen und einem Knaller von Benzema, den der gebeutelte Torwart jedoch abwehren konnte. Alles in allem ein absolut gefahrloser und dominant eingefahrener Punktsieg.
Es fällt schwer einen Spieler an diesem Gala-Abend herauszuheben. Es war vielmehr eine Mannschaftsleistung, bei der jeder Spieler seine Qualitäten eingebracht hat. Das „System Pellegrini“ scheint immer mehr zu greifen. Die Idee des Spiels, mit einer kompakten Defensive, viel Ballbesitz und schnellen Angriffen vor das Tor zu kommen, wird Spiel für Spiel besser auf den Rasen gebracht. Und das Beste: Es scheint den Spielern zu gefallen! So kurz vor Weihnachten verabschieden sich die Königlichen vor ihrem Publikum, das versöhnt und voller Vorfreude auf die Rückserie, den Heimweg antreten durfte.
Anzeige