Liga BBVA 7. Spieltag

Espanyol Barcelona vs Real Madrid
0:4 (0:1)
Die Aufstellungen
Álvarez - López, Forlín, Moreno, Dídac - Baena, Márquez (69. Dátolo), Thievy (56. ERROR!), Verdú, Romaric (74. Alfonso) - García Casillas - Arbeloa, Sergio Ramos, Raúl Albiol, Marcelo - Lass (71. Khedira), Xabi Alonso, Özil (77. Callejón), Kaká (84. Granero), Ronaldo - Higuaín
Auf der Auswechselbank
??, Galán, Fonte, Dátolo, Alfonso, Navarro Adán, Altintop, Granero, Callejón, Khedira, Varane
Die Trainer
Pochettino José Mourinho
So fielen die Tore
Fehlanzeige 0:1Gonzalo Higuaín17. Min.
0:2Gonzalo Higuaín66. Min.
0:3José Callejón82. Min.
0:4Gonzalo Higuaín89. Min.
Stadion: Cornellá-El Prat
Anstoß: 02.10.2011 22:00 Uhr
Schiedsrichter: Fernando Teixeira Vitienes
Assistenen: unbekannt
Zuschauer: 36000

Higuaín schießt „Español Madrid“ mit seinem Hattrick auf Platz 3

BARCELONA. Der dritte Sieg einer „perfekten Woche“ sollte her. Nach den beiden überzeugenden Heimsiegen gegen Vallecano und Amsterdam ging es nun nach Katalonien. Aber nicht der Erzfeind, sondern sein Stadtrivale Espanyol erwartete die Königlichen. Dass dieses Duell keines von zwei Teams auf Augenhöhe ist, stellte Externer LinkCoach Pochettino im Vorfeld der Partie klar – und das merkte man auch gleich zu Beginn des Spiels.

Real nagte sich sofort in der gegnerischen Hälfte fest. Bei einem Ronaldo-Hammer nach 120 Sekunden aus 20 Metern, hatte der überraschte Schlussmann Cristian Àlvarez Glück, als er das Leder gerade noch so an den Innenpfosten lenken konnte. Es roch nach Toren… Im dafür verantwortlichen Offensiv-Quartett, das in den letzten Spielen so zu begeistern wusste, gab es jedoch eine Änderung: der Externer Linkverletzte Karim Benzema wurde durch seinen Sturmkollegen Gonzalo Higuaín ersetzt. An der Qualität und Fußballkunst änderte dies aber nichts – das 1:0 nach 16 Minuten belegte dies! Wie am Mittwoch gegen Ajax führte ein Konter zum Tor, ein für die Katalanen zu schnell ausgeführter Spielzug über Kaká, Ronaldo und Higuaín. Der bekam den Ball vom Portugiesen in den Lauf gespielt und haute das Leder im Strafraum unhaltbar und mit voller Wucht in die Maschen. Riesen Jubel über Treffer eins, der aber einen leichten Beigeschmack hatte – die vermeintliche Handberührung Ronaldos kurz vor dessen tödlichen Pass wird sicherlich neues Futter für dessen Kritiker sein. Sei’s drum, Schiedsrichter Vitienes ließ es durchgehen. Ein Tor und frühe, klare Verhältnisse, die sich Real erspielt und verdient hatte – denn hinten ließ man ebenfalls wenig zu. Und dass, obwohl die 4er Kette auch einige Umstellungen erfuhr und mit Albiol, Arbeloa und Ramos gleich drei Spanier vor Landsmann Casillas offenbarte – „Español Madrid“? Nicht ganz, José Mourinhos fünfter und „letzter“ Spanier in der Startelf (später sollten jedoch Callejón und Granero noch dazu kommen) war Xabi Alonso. Dessen Mittelfeldkollege war in diesem Spiel der Franzose Lassana Diarra, der sich im Gegensatz zum kleinen Stadtderby gegen Rayo am letzten Spieltag als fehlerfrei und äußerst einsatzfreudig zeigte.

Das Tempo der Partie lag weiterhin im oberen Bereich. Doch statt weiterer Treffer durch die in schwarz auflaufenden Blancos, nahm gegen Ende der ersten Halbzeit der Druck und die Tormöglichkeiten der Wellensittiche zu – aber noch hielten Defensive und Casillas dem blau-weißen Tor-Begehren stand und führten damit die Statistik, in den letzten fünf Spielen gegen Espanyol kein Gegentor kassiert zu haben, fort.

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Barcelona gab nicht auf und Real konterte clever und eiskalt

Die Halbzeitunterbrechung hatte auf den Spielverlauf aber keine Einwirkung: Das Tempo blieb hoch, Offensiv-Szenen auf beiden Seiten doch im Gegensatz zu den vom Publikum angefeuerten Hausherren, ließen es die Gäste aus Madrid mehr und mehr an Zielstrebigkeit und Tor-Gier vermissen. So entwickelte sich das Match immer mehr zu einem Arbeits- und Kampfspiel, das Mourinhos Star-Ensemble aber auch als solches annahm und weiterhin dagegen hielt. Real stand, Real lauerte und Real traf! Man hatte sich schon auf das 1:0 als Endergebnis eingestellt, da zückte Gonzalo Higuaín erneut seinen Dampfhammer und erhöhte in der 66. Spielminute zum 2:0. Voran gegangen war ein einfacher, langer Pass Arbeloas in den Lauf des argentinischen Mittelstürmers. Der hatte viel Platz und ließ ohne großen gegnerischen Widerstand den Ball neben sich her und in den Strafraum rein hopsen. Aus fast unmöglicher Position holte „el pipita“ jedoch mit seinem rechten Stampfer aus und traf den Ball erneut perfekt und mit voller Wucht und ließ ihn im langen Torwinkel einschlagen. Volles Risiko, voller Erfolg – nichts zu halten für den eigentlichen zweiten Torhüter Espanyols, Cristian Àlvarez.

Dem großen Jubel des Argentiniers, der seine Chance auf mehr Einsätze eindeutig und bemerkenswert nutzte, folgte jedoch eine leichte Schrecksekunde, als der heute eher unauffällige Mesut Özil unter Schmerzen behandelt werden musste. Sicherheitshalber nahm Mourinho ihn herunter und eröffnete damit dem jungen José Callejón die Möglichkeit, sich bei seinem ehemaligen Verein zu beweisen. Und so freundlich wie er vom Publikum empfangen wurde, so respektvoll war auch sein Jubel zum 3:0 wenige Minuten später. Espanyol hatte den Druck noch mal erhöht, hatte gegen ein sehr cleveres und stabiles Madrid aber weiterhin keine Chance. Die Königlichen nutzten das weite Aufrücken der „Pericos“ jedoch eiskalt aus: In Minute 82 wurde Ronaldo mit einem weiten Ball vors Tor Espanyols geschickt, dicht befolgt von Moreno ließ er diesen mit einem angetäuschten Schuss im Laufduell stehen, legte sich per Hake den Ball zurecht und bediente sofort den zu Hilfe eilenden Callejón. Und nachdem der den Ball mustergültig und uneigennützig vom portugiesischen Superstar vorgelegt bekam, musste der junge Spanier die Murmel nur noch aus kurzer Distanz am Keeper vorbei schieben.

Das war natürlich die Entscheidung, der Widerstand gebrochen – doch einen hatten die Königlichen noch: den dritten Treffer des Gonzalo Higuaín! Der nutzte in der 89. Minute in alter weltklasse Manier einen Fehlpass des Tabellen-Zehnten eiskalt aus, als er einen Rückpass auf Àlvarez aus kurzer Distanz ganz einfach über den hilflosen Keeper chippte.

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Als „einen glänzenden Abend“ und ein dickes „Ich bin wieder da!“ kann man den Auftritt von „Señor Hattrickuaín“ beschreiben. Als hätte es nie Probleme oder Verletzungspausen wegen seiner Bandscheibe gegeben, nutzte der Argentinier eindrucksvoll seine Chance und ließ damit keine Zweifel aufkommen, dass man mit ihm und dem heute verletzten Karim Benzema zwei Stürmer in den Reihen hat, die jederzeit für Tore und Spielentscheidungen gut sind – auch wenn mal ein Özil blass und ein Ronaldo nur ein Tor-Vorleger ist. Der verdiente 4:0 Sieg in Barcelona ist bei einem Torschuss-Verhältniss von 10 zu 7 für die Madrilenen vielleicht ein dem Spielverlauf nicht ganz angemessener Endstand, doch auch solche Spiele gilt es zu gewinnen. Und wenn diese „Kampfspiele“ dann so eindeutig ausfallen, hat man in der spanischen Hauptstadt sicherlich herzlich wenig dagegen. Der Länderspielpause geht man nun auch mit größerer Entspannung entgegen, als wenn das Ergebnis knapper oder gar anders herum ausgegangen wäre. Bis zum 15. Oktober ruht erst mal wieder der Ball, dann geht es daheim gegen den Aufsteiger und Tabellensiebten Betis Sevilla. Bis dahin verweilt man einen Punkt hinter Barcelona und Levante auf Rang drei. Eigentlich schade, dass jetzt Nati-Pause ist … Externer LinkRealmadrid.de wird dennoch weiter berichten!

geschrieben von Nils Kern

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