| FC Málaga | vs | Real Madrid |
![]() |
0:4 (0:4) | ![]() |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Rubén - Jesus Gámez, Demichelis, Mathijsen, Eliseu |
Casillas - Arbeloa, Pepe, Sergio Ramos, Marcelo - Khedira, Xabi Alonso, Di María (77. Callejón), Kaká (63. Özil), Ronaldo - Higuaín (70. Benzema) | |
| Auf der Auswechselbank | ||
| Pol, Sergio Sánchez, Monreal, Buonanotte, Maresca, Seba Fernández, van Nistelrooy | Adán, Varane, Granero, Altintop, Özil, Callejón, Benzema | |
| Die Trainer | ||
| Pellegrini | José Mourinho | |
| So fielen die Tore | ||
| Fehlanzeige | 0:1Gonzalo Higuaín11. Min. 0:2Cristiano Ronaldo23. Min. 0:3Cristiano Ronaldo28. Min. 0:4Cristiano Ronaldo38. Min. |
|
| Stadion: | La Rosaleda |
|---|---|
| Anstoß: | 22.10.2011 20:00 Uhr |
| Schiedsrichter: | Antonio Mateu Lahoz |
| Assistenen: | unbekannt |
| Zuschauer: | 28500 |
MÁLAGA. Von dem ersten echten Härtetest in dieser Saison war die Rede im Vorfeld der Partie des Ligadritten gegen den Tabellensechsten. Der FC Málaga, der von Katar-Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani einiger Schönheits-OPs im Wert von 60 Millionen Euro unterzogen wurde und laut José Mourinho auf einem Level mit Sevilla und Valencia stehe, erwartete das königliche Star-Ensemble aus Madrid. Doch das Selbstbewusstsein der facegelifteten und heimstarken Andalusier (Anm. d. Red.: sie haben alle drei Liga-Heimspiele gewonnen) wurde trotz einer ordentlichen Sturm-und-Drang-Phase zu Beginn des Spiels gleich mit einem Tor Reals betäubt. Die Torspritze hieß dabei Gonzalo Higuaín, der nach schönem Doppelpass mit Landsmann Di María von diesem flach und abseitsverdächtig – aber regelkonform – im Strafraum bedient wurde, gekonnt Torhüter Rubén umkurvte und in den freien Kasten einschob. Das war in Minute 11, davor hatte Málaga, bei denen Ex-Blanco Ruud van Nistelrooy 90 Minuten die Bank wärmte, ordentlich gespielt und gekämpft und es schien das erwartete oder befürchtete Spitzenspiel zu werden...
Lies auch:
Das sagte Mourinho auf der PK nach dem Sieg!
Mit dem ersten Treffer wären auch gleich die zwei bedeutendsten Personalien des Spiels geklärt: Das argentinische Offensiv-Duo lief für die deutsch-französische Zauberfabrik Özil-Benzema auf. Und wie beim Gala-Auftritt am Mittwoch gegen Lyon behielt Chef Mourinho auch heute recht, denn die nächsten Tore fielen gefühlt im Minutentakt! Erneut Di María mit viel Platz auf rechts außen und einer wunderschönen Flanke in den blau-weißen Sechzehner. Dort entwich Ronaldo seinen beiden Gegenspielern und konnte die Zuckerflanke des Argentiniers ganz easy verwerten (24.). Pellegrinis Team war sichtlich von der Rolle – vier Minuten später fiel der zweite Treffer von CR7. Das 0:3 schmeckte schon eher nach portugiesischer Feinkost, der mit ein paar Übersteigern die sogenannte „Innenverteidigung“ Málagas stehen ließ und das Leder flach ins Eck leitete. Von einer kalten Dusche konnte hier keine Rede mehr sein – denn die macht normalerweise wach. Die Andalusier weiter in tiefster Ganz-Körper-Narkose, während das weiße Ballett – heute jedoch in schwarz – immer mehr Freude an Katz-und-Málaga-Spielen fand. Allen voran der Mann, dem in den letzten Spielen trotz zahlreicher Tor-Vorlagen eine gewisse Torflaute, wenn nicht gar Mini-Krise, vorgeworfen wurde: Cristiano Ronaldo, bei dem heute gefühlt alles funktionierte, vom Kopf bis zur Sohle – denn erzielte er seinen persönlichen dritten und damit den vierten Treffer für Madrid. Diesem Tor vorangegangen war eine durch Sergio Ramos kopfballverlängerte Ecke Di Marías, die der Portugiese artistisch in der Luft und rückwärts zum Tor mit der Unterseite seines Schuhs aus kurzer Distanz ins Netz drückte. Was für ein Karatekick, was für ein Spiel! Ohnmächtige Passivität gegen brutale Effektivität. Damit hatte wohl niemand gerechnet, dementsprechend ernüchtert sah die andalusische Bank aus. Es war noch nicht einmal Halbzeit.
Dazu:
Das Mikrofon gehörte Cristiano Ronaldo...
Vom anfänglichen Kampf um jeden Grashalm war natürlich kaum noch etwas zu spüren, zu tief die Stiche. Dennoch ließen es die Gäste etwas ruhiger angehen und die Heimmannschaft dadurch wieder am Spielgeschehen teilnehmen. Casillas und die Innenverteidigung um Pepe und Ramos waren jedoch stets zur Stelle und so blieb es beim beachtlichen und mehr als respektablen Halbzeitstand von 0:4 für das Team des Pellegrini-Nachfolgers José Mourinho.
Stellte sich nun die Frage, ob Manuel Pellegrini zum Kampf dopen kann bzw. wie Real weiter agieren würde, waren in den bisherigen Spielen doch die zweiten Spielhälften die eher stärkeren der Merengues. Und es sah auch besser für Málaga aus. Nach einem schönen Freistoß Apoños in der 19. Minute, knallte der Andalusier den nächsten Standard in der ersten Aktion der zweiten Hälfte gleich mal an die Latte. Ein Weckruf, den die Hausherren vornahmen und fortan das torgesättigte Real ordentlich unter Druck setzten. Beim Betrachten des Chancenverhältnisses nach 60 Minuten hätte man nicht mit einem 0:4 der Gäste gerechnet. Die Ballbesitzzahlen glichen sich inzwischen ebenfalls aus. Iker Casillas' Arbeitstag wurde Minute für Minute anspruchsvoller – der FC Málaga wollte es seinen Zuschauern im ausverkauften La Rosaleda noch mal zeigen und hätte zu gern die Uhr wieder auf null gestellt. Mourinho spürte das und wechselte den eher blassen Kaká für Özil aus. Später ersetzten dann Benzema und Callejón Higuaín und Di María. Real kam dadurch wieder mehr ins Spiel, wenn auch lange nicht so zwingend wie in den ersten 45 Minuten. Das weite Aufrücken des Gastgebers half dabei, dennoch wählte man lieber den sicheren Pass „hinten rum“ als den riskanten vor's Tor. Das 0:4 reichte dem Team, nur noch das nötigste – verteidigen – tat man, wenn auch öfter mal etwas nachlässig.
Information:
Der Spielplan von Real Madrid!
Ein, zwei Törchen hätten sich die Blau-Weißen dennoch verdient. Doch auch wenn die königliche Nummer eins mal überwunden war, gab es noch das Aluminium, das am Ende des Spiels zwei Buden verhinderte. Mourinho wirkte dennoch entspannt, wenn es nach ihm ging, hätte Schiedsrichter Mateu Lahoz gut und gerne nach den ersten 45 Minuten die Partie ganz abpfeifen können. Man riss sich nichts mehr raus, hätte man gewollt so wär der Spielstand sicher weiter gewachsen und so kehrt die Mannschaft mit vier Treffern und drei Punkten aus dem angekündigten Härtetest und Spitzenspiel in die Hauptstadt zurück. Der Liga-übergreifende sechste Sieg in Folge, bei denen im Schnitt auch vier Tore fielen, ist ein weiteres Häkchen auf der Titeljagds-Checkliste. Umso schöner, dass der Erzfeind aus Katalonien patzte und nur 0:0 gegen Sevilla (22 Uhr) spielte, womit Real nun mit einem Punkt vor Barcelona rangiert. Für Mourinhos Truppe gehen die englischen Wochen weiter: Am Mittwoch empfängt man daheim Villarreal, am Samstag spielt man in Sociedad – beide Spiele jeweils um 22:00.
Realmadrid.de wird natürlich berichten!
Anzeige