| Olympique Lyon | vs | Real Madrid |
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0:2 (0:1) | ![]() |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Lloris - Réveillere, Lovren (38. Koné), Cris |
Casillas - Lass |
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| Auf der Auswechselbank | ||
| Koné, Fofana, Lacazette, Koné, Belfodil, Umtiti, Valverde | Adán, Raúl Albiol |
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| Die Trainer | ||
| Remi Gárde | José Mourinho | |
| So fielen die Tore | ||
| Fehlanzeige | 0:1Cristiano Ronaldo24. Min. 0:2Cristiano Ronaldo(Elfmeter)69. Min. |
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| Stadion: | Stade de Gerland |
|---|---|
| Anstoß: | 02.11.2011 20:45 Uhr |
| Schiedsrichter: | Nicola Rizzoli |
| Assistenen: | unbekannt |
| Zuschauer: | 35000 |
LYON. Olympique gegen Real. Keine zwei Wochen ist es her, da haben übermächtige Spanier jegliche „Angstgegner-Mythen“ gegenüber hilflose und allzeit ohnmächtige Franzosen vergangene und überholte Geschichten sein lassen. Heute ging es ins ausverkaufte Stade Gerland, einer der wenigen letzten europäischen Bastionen, der man bisher weder seinen Zauber noch drei Punkte entluchsen konnte. Lyon gegen Madrid.
Ein Fußballfest wie beim 4:0 sollte der 4. CL-Spieltag aber nicht ganz werden. Real kontrollierte den Gegner von Beginn an. Ballbesitz und Torchancen stiegen minütlich an, dennoch agierte man etwas zu locker und fahrlässig vorne. Die Gefährlichkeit der Lyonnais war dagegen überschaubar, eine Mauer wollte Coach Rémi Garde nicht errichten – so käsrig offenbarte sich der Tabellenvierte der Ligue 1. Die erste Chance ließ demnach nicht lange auf sich warten: Karim Benzema bekam wie im Hinspiel den Vorzug vor Kollege Gonzalo Higuaín. Bei seiner riesen Chance nach Özils schöner, direkter Weiterleitung auf den freien Franzosen ließ jedoch dessen Landsmann Hugo Lloris seine Künste aufblitzen und entmachtete das ehemalige Wunderkind Lyons. Durch diese Szene erahnte jedoch der Zuschauer den Inhalt der ersten Spielhälfte: Spielgewitzte Madrilenen gegen einen wieder einmal gut aufgelegten französischen Nationalkeeper. Cristiano Ronaldo schienen die Zuschauerpfiffe besonders zu entfachen: Mit der Schulter wurden Pässe gespielt, mit der Hacke Gegenspieler bei der Ballannahme verladen – zauberhaft! Den deutschen Spielmacher schien der kurzfristige Ausfall Kakás ebenfalls zu motivieren, zeigte er sich schon viel aktiver als in den letzten Partien. Pässe kamen an, schnell und direkt, die Hake wurde gezückt – Lyon fand wenn, dann nur ein schlichtes Mittel: drauf halten und foulen. So geschehen in der 24. Minute. Freistoß 17 Meter vor Lloris‘ Kasten, Ronaldo lief an – Treffer, versenkt. Mit seiner typischen, genialen Freistoß-Technik knallte der Portugiese den Ball ins Torwarteck und sein Team zur Führung. Und die war auch hoch verdient.
Die Merengues hatten weiter Spaß am Spielen, OL machte es ihnen oftmals aber auch mehr als einfach. Dass es zur Pause nur 0:1 stand, verschuldete man jedoch der eigenen Nach- und Fahrlässigkeit. Und den Torhütern. Denn wie der permanent geprüfte Hugo Lloris hielt kurz vor dem Pausenpfiff auch Iker Casillas den Spielstand fest, als er den Überfall der plötzlich sicherer aufspielenden Lyonnais und Gourcuffs Schuss ins Aus abwehrte.
Bis zum ersten Sieg in der Bastion Gerlande war es aber noch ein – zeitlich betrachtet – langer Weg, 45 Minuten im Genauen. Denn ein
im Vorfeld der Partie furchtloser und selbstsicherer Rémi Garde schien sein Team in der Halbzeitansprache erreicht zu haben. Es wurde nachgesetzt, die Intensität der Partie nahm deutlich zu. Mourinhos Defensiv-Wundertüte – Lass und Coentrão spielten für die ausgefallenen Arbeloa und Marcelo – bekam zu tun. Da brachte der Coach lieber „Zorro“ Albiol für den 23-jährigen Coentrão. Dafür agierten die Blancos auch vorne nicht mehr so schludrig, spielten schnörkelloser. Und nachdem man nach einer gespielten Stunde über einen Handelfmeter in der Luft durch Lovren hätte diskutieren können, brachte der ungeschickte Dabo in der 69. Minute Ronaldo zu Fall. Der nahm dankend an und versenkte auch sein zweites Tor eiskalt. Doch die Hausherren gaben nicht auf, Briand nickte einen Eckball sogar noch an das Lattenkreuz, Källströms Freistoß vom Strafraumrand ging nur knapp über den Kasten des heiligen Iker. Doch der Spielstand hielt, der Gerland-Fluch war überwunden. Inzwischen spielten zwar noch Higuaín und Callejón für den in Halbzeit zwei unauffälligen Benzema und den sehr wuseligen Di María, doch auch sie waren nur zwei der elf „Lyonbusters“, die den 0:2 Spielstand routiniert, ab und an hinten auch mal mit Glück herunter spielten.
Ronaldo hat sein 100. Tor – ob es jetzt das erste oder zweite Tor des Spiels war ist egal, die Dreistelligkeit ist in jedem Fall geknackt. Mourinho hat ebenfalls einen zweiten Grund zur Freude: nach 76 Spielen für Real hat er 56 gewonnen und hat somit den bis dahin besten Miguel Muñoz überholt. Lassana Diarra zeigte sich als solide Alternative in der 4er Kette – auch wenn nicht viel nach vorne ging. Khediras Beine waren nicht immer richtig justiert, Özil spielte zwar feine Pässchen, war aber glück- und glanzlos im Abschluss. Das Star-Ensemble aus Madrid steht natürlich im Achtelfinale der Champions League und darf sich nach wie vor dank vier Siegen in vier Spielen und einem inzwischen blendend-glänzenden Torverhältnis von 10:0 als das beste Team Europas bezeichnen lassen. Auch von Osasuna, denn die sind am Sonntagmittag (12:00) der nächste und letzte Kontrahent einer „7-Spiele-in-22-Tagen-Tour“, ehe die Nationalmannschaften ihre Schützlinge erneut um sich scharren. Die Pause haben sich die Jungs ab Montag dann auch sicher redlich verdient...
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