| Real Madrid | vs | Ajax Amsterdam |
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3:0 (2:0) | ![]() |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Casillas - Sergio Ramos, Varane, Carvalho |
Vermeer - van der Wiel, Alderweireld, Vertonghen, Anita - de Jong, Janssen (51. Enoh), Eriksen - Sulejmani (71. Ebicilio), Sigthorsson, Boerrigter (83. Serero) | |
| Auf der Auswechselbank | ||
| Adán, Raúl Albiol, Granero, Altintop, Lass, Di María, Higuaín | Cillessen, Ooijer, Blind, Enoh, Serero, Ebicilio, Bulykin | |
| Die Trainer | ||
| Aitor Karanka | de Boer | |
| So fielen die Tore | ||
| 1:0Cristiano Ronaldo25. Min. 2:0Kaká41. Min. 3:0Karim Benzema49. Min. |
Fehlanzeige | |
| Stadion: | Santiago Bernabéu |
|---|---|
| Anstoß: | 27.09.2011 20:45 Uhr |
| Schiedsrichter: | Mark Clattenburg |
| Assistenen: | unbekannt |
| Zuschauer: | 67000 |
MADRID. Die Vorzeichen für das heutige Spiel hätten für die Königlichen kaum blumiger sein können: Der Gegner spielte am Samstag nur Unentschieden, man selber gewann nach leichtem Formtief 6:2 gegen einen erneut unangenehmen Gegner; die Statistik war sich eines Sieges ebenfalls sicher: Die letzten 14 Heim-Premieren in der Champions-League gewannen die Blancos, beim letzten CL-Auftaktmatch empfing man ebenfalls den heutigen Konkurrenten – und gewann überzeugend mit 2:0. Dessen Trainer Frank de Boer, bekennender Barcelona-Fan, brachte noch mehr Blumen mit und hätte sich mit Mourinho-Ersatz Karanka gerne
auf ein Unentschieden im Vorfeld des Spiels geeinigt… nicht so Madrid! Da wollte man den Schwung und die gute Laune mitnehmen, um das wichtige Heim-Debut in die nächsten drei Punkte umzumünzen, und sich gleich an der Tabellenspitze ab- und festzusetzen.
Mit dieser Motivation und in leichter Veränderung zum Vallecano-Spiel begann das Team. Mit der gefühlt teuersten Offensive, die die Champions League je gesehen hat in Form von Kaká, Özil, Benzema und Ronaldo übten die Königlichen von Anfang an Druck auf den „Amsterdamschen Football Club Ajax“ aus. Zu übertrieben? Das 1:0 in der 25. Minute ist Beweisstück A: Wie die vier Schlüsselspieler das Spiel aus der eigenen Hälfte aufzogen mit acht (!) Stationen und den Holländern dabei in keinem einzigen Moment auch nur den Hauch einer Chance ließen, an das runde Leder zu kommen, war nicht nur wunderschön anzusehen, es war schlichtweg weltklasse, fünf Sterne wert und keinesfalls ein Zufallsprodukt, sondern absolute Absicht. Alles, was ein Trainer seinen Mannen im Training versucht einzutrichtern, wurde vorbildlich umgesetzt: schneller Aufbau, Ballkontrolle, hinterlaufen, freilaufen, Torabschluss… es war ein Tor, das nicht nur mehr Huldigungen, sondern noch weitere Törchen verdient hatte. Dass Ronaldo als Torschütze aufgeführt wird ist dabei irrelevant, dieses Tor war eine Widmung an jeden Sympathisant dieser Sportart.
Es lief einfach. Ajax kam zwar auch zu Chancen und bewies sich zu Beginn vorne als sehr quirlig und flink – für die Verteidigung um den „alten und den jungen“, Carvalho und Varane, stellte dies aber selten Probleme dar. Der Rekordmeister der Niederlande schenkte dem spanischen viel Zeit und Raum, um seine Spielzüge aufzuziehen. Früh wurde mit Kunststückchen à la „Hacke, Spitze, 1, 2, 3“ begonnen – was nicht nur der Optik diente, sondern auch zu Chancen führte. Doch Karim Benzema fehlten in Halbzeit Eins trotz glänzender Gelegenheiten die berühmten, entscheidenden Zentimeter. Fröhlich gestimmt hatte man sich schon auf eine hoch verdiente 1:0 Führung zur Halbzeit eingestellt, doch gab es noch einen, der da andere Pläne hatte: Ricardo Kaká, in den letzten Wochen mit kontinuierlich ansteigender Formkurve, schoss noch das 2:0 in Minute 41. Vorausgegangen war ein langer „Diago“ über den Platz von Ramos, den Ronaldo links außen runter fischte und nach einem Übersteiger und Schuss-Finte flach in die Mitte auf Kaká legte. Beim Brasilianer konnte die Innenverteidigung ebenfalls nur zuschauen, wie er nach kurzer Annahme den Ball mit seinem linken Huf flach ins lange Eck drückte. Riesen Jubel unter den Anhängern und dem Brasilianer selbst, der die unendliche Freude über seine zurück kommenden Fähigkeiten in den Madrider Nachthimmel hinaus schrie. Kaká’s back!? Halbzeit zwei gab weitere Beweise dafür!
Real unverändert mit einem fast identischen Tor wie beim 2:0 durch den brasilianischen Spielmacher, der erneut eine Schlüsselrolle spielte: Minute 49, der weite, diagonale Pass kam dieses mal von Mittelfeldchef Xabi Alonso, Álvaro Arbeloa (spielte für den gesperrten Marcelo) pflückte ihn mit der Brust runter und legte nach einem Übersteiger in den Strafraum auf Kaká. Der sauste mit Ball im Galopp am Zuschauer Alderweireld vorbei und legte uneigennützig vor Keeper Vermeer in die Mitte auf Benzema. Und der schob aus kurzer Distanz durch Vertonghens Beine hindurch zum 3:0 ein. Wenige Minuten gespielt in der zweiten Spielhälfte, und schon ist das Spiel entschieden. Und plötzlich konnte man Frank de Boer verstehen, warum er für ein Punkteteilen sofort unterschrieben hätte…
Die Hausherren schalteten dann einen Gang herunter. Die hellblauen aus Amsterdam durften sich öfter an der Kugel versuchen, wurden aber stellenweise immernoch überrumpelt von u.a. einem brillianten Mesut Özil, der seinem Regisseur-Kollegen Kaká in seiner letzten Aktion beinahe das vierte Tor aufgelegt hätte – aber der Brasilianer verzog knapp vor dem freien Tor und wurde dann für Ángel Di María ausgewechselt. Gleiches galt für den spielfreudigen Benzema – Gonzalo Higuaín durfte die letzten 15 Minuten für ihn ran. Man hielt den Spielstand. Sicher, clever und immernoch mit Gelegenheiten nach vorne. Erwähnenswert ist hier mal wieder der junge Raphaël Varane, der gegen Rayo sich gar als Torschütze und gegen den AFC als souveräner Türsteher feiern ließ. Mit seinen 18 Jährchen gehört er bei Madrid zu einem auserwählten Kreis junger Spieler, die in der CL von Anfang an auflaufen durften. Diesem Kreis gehören u.a. Namen wie Raúl oder Casillas an… der hatte in der Schlussphase übrigens auch noch eine riesen Szene, als er Vertonghens Kopfball aus kurzer Distanz von der Linie strich. Am Spielstand wackelte dennoch nichts, dies brachte Aitor Karanka zu einer netten Geste: Den ersten sieben Einsatzminuten des Hamit Altintop für Real Madrid. Er kam für Gala-Özil, der die Fans nach zwei-minütiger Nachspielzeit von ihren Sitzen aufstehen und Lobeshymnen auf ihre Stars anstimmen sah.
Ein perfekter Abend. Real dominiert, Real trifft, Real kontrolliert. Ajax hatte weder eine Chance, noch ein Mittel gegen die vier zaubernden Weltstars in der Madrider Offensive. Eine Warnung an alle kommenden Gegner: Lasst die vier nie zusammen ins Spiel kommen… Nach dem dritten Tor nahm man das Tempo raus, Ajax dankte es und war sich seiner Unterlegenheit bewusst. Wie vor der Partie auch schon. Klare Rollenverteilung mit einem mehr als klaren Ergebnis also. Auf kommenden Sonntag darf man gespannt sein, dann wollen die Merengues ihren Lauf in der Liga bei Espanyol Barcelona fortsetzen. Ob die das weiße Ballett stoppen können?
Realmadrid.de wird berichten!
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