Liga BBVA 3. Spieltag

Real Madrid vs FC Getafe
4:2 (1:1)
Die Aufstellungen
Casillas - Sergio Ramos, Pepe, Carvalho, Marcelo - Coentrão, Xabi Alonso, Di María (72. Kaká), Özil (87. Higuaín), Ronaldo - Benzema (90. Granero) Moyá - Varela, Torres, Díaz, Masilela - Ríos (81. Casquero), Casquero, Rodríguez, Lacen, Sarabia (70. Guiza) - Miku
Auf der Auswechselbank
Adán, Arbeloa, Varane, Kaká, Granero, Higuaín Abdel, Colunga, Guiza, Mané, Pérez, Rafa
Die Trainer
José Mourinho García Plaza
So fielen die Tore
1:0Karim Benzema14. Min.
2:1Cristiano Ronaldo60. Min.
3:1Karim Benzema69. Min.
4:2Gonzalo Higuaín89. Min.
1:1Miku39. Min.
3:2Miku74. Min.
Stadion: Santiago Bernabéu
Anstoß: 10.09.2011 20:00 Uhr
Schiedsrichter: Carlos Clos Gomez
Assistenen: unbekannt
Zuschauer: 60000

Real bestimmend – Getafe gleicht aus dem Nichts aus

MADRID. Mourinho wollte die Leistung aus dem 6:0-Auftaktsieg in Saragossa bestätigen und ließ seine Stars im ersten Liga-Heimspiel von Anfang an angreifen. Kein Abwarten, Real war von Minute 1 an die taktgebende Mannschaft. Wie am ersten Spieltag durfte der einsatzfreudige Coentrão in der Zentrale neben Xabi Alonso ran, Khedira und Sahin fallen bekanntlich weiterhin verletzt aus.

Di María und Özil wuselig wie eh und je und Ronaldo schien sich ebenfalls was vorgenommen zu haben, musste sich aber noch gedulden. Das erste Tor erzielte Speerspitze Karim Benzema in der 14. Minute. Wie beim Handball lief die Kugel über Marcelo, Coentrão, Özil zum Franzosen. Der legte sich den Ball auf seine starke rechte Kufe und haute den Ball ins Tor – keine Chance für Moyà und das erste Saisontor für Benzema, der in Saragossa noch vergeblich sein erstes persönliches Erfolgserlebnis suchte.

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Das Spiel pendelte sich dann ein. Die „Merengues“ schalteten einen Gang zurück und fanden sich immer öfter in Zweikämpfen mit den Spielern Luis Garcías wieder, Fabio Coentrão stach dabei mal wieder als sicherer Fighter heraus. Doch vor dem Tor konnten weder er, noch Ronaldo per Kopf oder Özil per Fuß für klarere Verhältnisse sorgen. Hinten stand man bis auf eine Szene gut. Die portugiesische Innenverteidigung, um die in der Länderspielpause viel gemutmaßt wurde, schien zu funktionieren – bis auf eine Szene in der 39. Spielminute. Getafe war plötzlich gefährlich am Ball vor Casillas Strafraum, wo Miku völlig blank und vereinsamt stand. Die Innenverteidigung zu weit weg, eine mögliche Abseitsfalle mit reichlich warmer Luft. Den kleinen Miku kümmerte es nicht, er knallte die Kugel eiskalt ins Netz, San Iker war geschlagen.

Der Ausgleich war bitter und angesichts 61 % Ballbesitz und 12 Schüssen für Real auch etwas unverdient. Dennoch ging man mit 1:1 in die Halbzeit, Mourinho sah bedient aus. Ein Wort noch zu Sarabia, dem von Real an Getafe verliehenen Nachwuchsangreifer: Er gehörte zu den eher Unauffälligeren, aber das war ja nicht kontraproduktiv für das Spiel aus königlicher Sicht.

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Benzema trifft doppelt, Kaká und Higuaín zaubern

Halbzeit zwei begann wie die erste: Real sehr ambitioniert und mit der Spielkontrolle. Nach kurzer Zeit hätte es auch passieren müssen: Ronaldo knallte akrobatisch per Fallrückzieher den Ball an den Innenpfosten, der Ball kullerte vor der Linie entlang und Coentrão wollt die Angelegenheit vollenden. Ganz einfache Kiste, doch in Bedrängnis im vollen Lauf katapultierte er das Leder ans Außennetz. Der musste sitzen! Doch das Team war spürbar dran, ein Tor lag eindeutig in der Luft. Die Erlösung gab es dann in der 59. Minute. Verteidiger Díaz wollte Ronaldo am Strafraumrand nicht passieren lassen und ließ den Fuß stehen. Der portugiesische Superstar nahm dankend an, fiel einige Zentimeter vor dem Sechzehner in den Strafraum und Schiedsrichter Clos Goméz wertete es fälschlicherweise als Strafstoß. Cristiano Ronaldo war es egal, die Nummer 7 verwandelte den fälligen Elfmeter souverän.

Die trotz der zweifelhaften Entscheidung des Referees mehr als hoch verdiente Führung bedeutete gleichsam den 4. Saisontreffer Ronaldos. Gespannt verfolgte Mourinho den weiteren Verlauf des Spiels, würde das Team wieder das Tempo raus nehmen und den Ausgleich kassieren? Antwort: Ja und Nein. Es wurde zwar etwas ruhiger, doch Ronaldo zerschlug diese Ruhe mit einem weltklasse Pass über 40 Meter punktgenau auf den rechten Fuß des sprintenden  Benzema. Torwart Moyá etwas dispositioniert und „Bienzema“ verwandelte direkt und eiskalt (59.). Herzliche Umarmung übrigens danach mit Mourinho und dem Vorbereiter Ronaldo. Es schien entschieden, alle waren zufrieden, Kaká inzwischen auf dem Platz, da fiel erneut wie aus dem nichts das Tor für Getafe (73.). Wieder war es Miku, wieder gönnte sich die Verteidigung ein Päuschen. Casillas konnte erst noch retten doch der Ball landete beim Mann aus Venezuela, der Carvalho umkurvte und den Ball gekonnt über die Linie schob. Schon war wieder Spannung und Kampf in einem von Spektakel und Fußballkunst her eher überschaubaren Match. Aber Getafe durfte nur kurz hoffen, denn die 87. Minute war die Minute der Eingewechselten, der Kritisierten: Kaká legte unnachahmlich per Hacke in den Lauf von Gonzalo Higuaín (kam zwei Minuten zuvor für Mesut Özil), der gnadenlos verwandelte. Die Zuschauer haute es von den Sitzen und beim Tor des Argentiniers hörte man tonnenweise Steine im Stadion purzeln. Er kann es also doch noch und man merkte „el pipita“ spürbar den Willen an, mit dem er dieses Tor erzielte! Zwei Gegenspieler konnten ihn nicht stoppen und wurden wie der Keeper eiskalt verladen. Gonzalo Higuaín und Ricardo Kaká, wie man sie kennt und noch viel öfter sehen will. Das war Schlusspunkt und sicherlich auch der große Moment des Spiels.

Was bleibt abschließend zu sagen? Die Königlichen bekleckerten sich heute nicht mit Ruhm, zur Halbzeit stand es sogar 1:1 und auch beim zweiten Treffer des kleinen Madrider Vorstadtclubs sah die Defensive nicht gut aus. Dennoch bleiben drei Punkte im Bernabéu, Real siegte und konnte dadurch den Patzer des katalanischen Kontrahenten ausnutzen. Der erste Satzball der Saison? Die Generalprobe für das Champions League Spiel am Mittwoch in Zagreb ist dennoch geglückt, und Tabellenführer ist man auch weiterhin...

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Kurzstatistik zum Spiel

Real Madrid: Iker Casillas; Sergio Ramos, Carvalho, Pepe, Marcelo; Coentrão, Xabi Alonso, Di María (Kaká ‘73); Özil (Higuaín ‘86), Cristiano Ronaldo und Benzema (Granero ‘89)

Getafe: Moyá; Varela, Miguel Torres, "Cata" Díaz, Masilela; Pedro Ríos (Colunga ‘81), Casquero (Abdel ‘70), Juan Rodríguez, Lacen, Sarabia (Guiza ‘70) und Miku

Tore: 1-0 (’14): Benzema; 1-1 (’39): Miku; 2-1 (’59): Cristiano Ronaldo (Elfmeter); 3-1 (’69): Benzema; 3-2 (’74): Miku; 4-2 (’88): Higuaín

Schiedsrichter: Clos Gómez

Stadion/ Zuschauer: Estadio Santiago Bernabéu, 76.000 Zuschauer

geschrieben von Nils Kern

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