Copa del Rey Viertelfinale

Real Madrid vs FC Barcelona
1:2 (1:0)
Die Aufstellungen
Casillas - Altintop, Carvalho, Sergio Ramos, Coentrão - Lass (66. Özil), Pepe (80. Granero), Xabi Alonso - Ronaldo, Higuaín (66. Callejón), Benzema Pinto - Alexis, Piqué, Pedro, Abidal - Busquets, Xavi (86. Thiago), Iniesta - Fabregas (88. Cuenca), Messi, Sanchez (81. Adriano)
Auf der Auswechselbank
Adán, Raúl Albiol, Marcelo, Granero, Özil, Kaká, Callejón Valdés, Adriano, Roberto, Mascherano, Jonathan, Thiago, Cuenca
Die Trainer
José Mourinho Josep Guardiola
So fielen die Tore
1:0Cristiano Ronaldo11. Min. 1:1Pedro49. Min.
1:2Abidal77. Min.
Stadion: Santiago Bernabéu
Anstoß: 18.01.2012 22:00 Uhr
Schiedsrichter: Cesar Muniz Fernandez
Assistenen: unbekannt
Zuschauer: 83500

Plan C, Ronaldo und ein 1:0 zur Pause

MADRID. Frust, Ärger und Enttäuschung kennen die Spieler von Real Madrid mittlerweile zu gut, wenn es gegen den großen Feind aus Barcelona geht. Auch 2012 sieht das nicht anders aus. Wie im Dezember begannen die Blancos so gut, so motiviert, so engagiert – um letztlich doch wieder mit hängenden Köpfen den Platz zu verlassen. Die Festung Santiago Bernabéu wurde abermals eingenommen und die 1:2-Niederlage im ersten Copa-del-Rey-Viertelfinale macht nur wenig Hoffnung auf das Rückspiel nächste Woche im Camp Nou – vor allem, weil Barça spielerisch einfach erneut eine Klasse besser war.

Nach 11 Minuten war alles wie in den Träumen der Real-Fans. So wie  beim 30-Sekunden-Tor Benzemas im letzten Duell zwischen den spanischen Top-Klubs. „Goooooool“ hallte es durch das Bernabéu, als Cristiano Ronaldo nach einem Solo-Lauf über links den Ball durch die Beine des Barça-Keepers Pinto hinein ins Tor, hinein ins Glück katapultierte. Dabei waren die 83.500 Zuschauer im Madrider Fußballtempel vor dem Anpfiff so skeptisch gewesen, insbesondere bei der Bekanntgabe der Aufstellung. Der 33-jährige Ricardo Carvalho sollte nach 113 Tagen wieder sein Comeback in der Innenverteidigung geben und Hamit Altintop als Rechtsverteidiger agieren. Im 4-3-3-System spielten neben den beiden genannten Sergio Ramos und Fábio Coentrão, im Dreier-Mittelfeld Xabi Alonso, Pepe und Lassana Diarra und im Angriff dann Karim Benzema, Gonzalo Higuaín und Torschütze Ronaldo.  Das war nicht Plan A, das war auch nicht Plan B – das war Plan C von Señor Mourinho. Mesut Özil saß folgerichtig auf der Bank, Ángel Di María und Nuri Sahin verbrachten den Abend gar auf der Tribüne.

Madrid versteckt sich, Barça bleibt unbeirrt

„Madrid hat die Chance, am heutigen Mittwoch die Geschichte endlich mal zu verändern“, sagte Ex-Superstar Roberto Carlos Externer Linkvor dem Spiel. Die Hegemonie Barcelonas zu beenden und endlich auch mal der Welt zu zeigen, gegen Messi und Co. siegen zu können, waren neben dem Erreichen des Pokal-Halbfinals die Ziele des spanischen Rekordmeisters. Als Madridista glaubte man zumindest nach 45 Minuten noch, dass dies definitiv möglich sei, ging man doch schließlich mit dem 1:0 in die Halbzeitpause. Die Rot-Blauen drückten der Partie zwar schon gegen Ende des ersten Durchgangs ihren Stempel auf, konnten Iker Casillas allerdings nicht bezwingen. So scheiterten die Offensivkünstler Messi, Iniesta und Alexis mehrfach am spanischen Welttorhüter. Der Kopfball des wendigen Chilenen an die Latte (16.) blieb in den ersten 45 Minuten die größte Chance der Katalanen.

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Madrid hingegen schoss nach dem Treffer Ronaldos nicht mehr auf den Kasten des unsicheren Pintos. Der Ersatztorhüter, der traditionell jedes Spiel für Barcelona in der Copa del Rey anstelle des Stammgoalies Victor Valdes bestreitet, sah beim 1:0 alles andere als gut aus. Hätte er mehr zu tun bekommen und hätte sich der Gastgeber intensiv um den K.o.-Schlag, das 2:0, bemüht, so wären vor dem Pausentee vielleicht schon die Weichen für einen Erfolg gelegt worden. Doch die Merengues ließen sich von dem perfekten Kurzpassspiel der Gäste aus Barcelona immer mehr einengen – auch, weil sich der im Mittelfeld stets präsente Pepe bereits nach einer Viertelstunde die Gelbe Karte abholte…

Nicht Messi und Alexis, sondern Puyol und Abidal

Die Hoffnung bei den Madrilenen auf einen Sieg war da,  wurde jedoch kurz nach dem Wiederanpfiff stark gehemmt. Kein Geringerer als Carles Puyol war nach einem Eckball wieder einmal zur Stelle und nickte völlig frei und für Casillas unhaltbar ein (49.). Dieser Ausgleichstreffer ließ nicht nur das Bernabéu verstummen, sondern begrub quasi sämtliche Ambitionen der Spieler in Weiß für die zweite Hälfte. Anstatt auf das 2:0 erhöhen zu können, musste man sich jetzt voll auf das Verteidigen beschränken, denn Barcelona drückte auf die Führung. Die Körpersprache war längst nicht mehr so wie in der fulminanten Anfangsphase. Cristiano Ronaldo grätschte nicht mehr so vorbildlich nach jedem Ball, wie er es zu Beginn des Spiels tat, Karim Benzema ließ seine Präsenz in der Offensive vermissen und Gonzalo Higuaín war so oder so nie wirklich im Spiel. Für Mourinho war es nun an der Zeit, zu reagieren. Mesut Özil und José María Callejón sollten die Offensivbemühungen ankurbeln und wurden nach 66 Minuten für Lass und Higuaín gebracht. Nach Fußball sah es seitens der Königlichen trotzdem nicht aus. Nur eine große Chance gab es in der zweiten Halbzeit: Benzemas Kopfball nach toller Altintop-Flanke ging zu allem Unglück an den Pfosten.

Frust, Ärger, Enttäuschung und Pepes lächerliche Show

Barcelona zog sein Spiel konsequent durch und brachte die Blancos zum Verzweifeln. So sehr zum Verzweifeln, dass man zu unfairen und lächerlichen Mitteln griff, die man sonst allzu gerne den Katalanen zuschreibt. Im Mittelpunkt des Geschehens stand Pepe. Der Portugiese griff sich nach einer harmlosen Berührung von Fàbregas oscarreif ins Gesicht und trat dem auf den Boden liegenden Messi absichtlich auf die Hand. Auch Coentrão schloss sich den Unsportlichkeiten an und schlug dem Argentinier – wenn auch eher leicht – auf den Kopf. Der Clásico wurde im letzten Drittel der Partie mal wieder zum Kindergarten. Die Zuschauer waren mittlerweile unruhiger und ahnten nichts Gutes. Und es wurde nicht gut und erst recht nicht besser. Der Schreck trug zwar nicht den Namen Messi, Alexis, Xavi oder Iniesta, aber war groß genug, da Casillas erneut und damit entscheidend hinter sich greifen musste. Das Tor nach idealem Messi-Assist erzielte der mit aufgerückte Linksverteidiger Eric Abidal (77.). Die Zeit war nun eindeutig zu knapp, um das 1:2 wieder geradezubiegen oder gar zu drehen. Trotz Führung erneut bezwungen, trotz Führung erneut „liquidiert“. Für das Rückspiel im Camp Nou nächsten Mittwoch wird es jetzt natürlich richtig schwer. Doch nicht nur das mögliche Aus im Pokal-Viertelfinale, sondern auch die Tatsache, dass gegen dieses überlegene und spielstarke Barça kein Kraut gewachsen zu sein scheint, ruft bei den Madrilenen und ihren Anhängern Frust, Ärger und Enttäuschung hervor. Am Schiedsrichter oder dem Glück wird es heute bestimmt nicht gelegen haben…

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geschrieben von Kerry Hau

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