| Real Madrid | vs | Rayo Vallecano |
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6:2 (2:1) | ![]() |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Casillas - Sergio Ramos, Varane, Raúl Albiol, Marcelo - Lass (29. Özil), Xabi Alonso, Di María |
Gimenez |
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| Auf der Auswechselbank | ||
| Adán, Arbeloa, Granero, Khedira, Özil, Benzema | Cobeno, Garcia, Michél, Susaeta, Trashorras, Delibasic, Pacheco | |
| Die Trainer | ||
| José Mourinho | Sandoval | |
| So fielen die Tore | ||
| 1:1Cristiano Ronaldo39. Min. 2:1Gonzalo Higuaín45. Min. 3:1Cristiano Ronaldo51. Min. 4:2Raphaël Varane67. Min. 5:2Karim Benzema73. Min. 6:2Cristiano Ronaldo84. Min. |
0:1Michu1. Min. 3:2Michu55. Min. |
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| Stadion: | Santiago Bernabéu |
|---|---|
| Anstoß: | 24.09.2011 20:00 Uhr |
| Schiedsrichter: | Jose Luis Paradas Romero |
| Assistenen: | unbekannt |
| Zuschauer: | 68000 |
MADRID. Vier Spiele, sieben Punkte – für einen Meisterschaftsfavoriten noch zu wenig. Dem gegenüber stand ein Aufsteiger mit schon eher beträchtlichen fünf Punkten. Nichts zu verlieren im kleinen Madrider Stadt-Derby für Rayo Vallecano, und bei Real ging es schon fast um alles oder nichts. Krise oder alles nur Medien-Geplänkel? Mourinho übte sich in den vergangenen Tage nicht in Züruckhaltung und attackierte jeden, der Zweifel an seiner Arbeit aufkommen lies - der Verein zeigt ihm dazu den nötigen Rückhalt. 90 Minuten sollten nun beweisen, wie sehr auch das Team hinter seinem Chef steht.
Viel Gerede, das bereits nach 16 gespielten Sekunden ausradiert wurde, denn da schlug es schon ein – im Kasten Casillas'! Eine Fehlerkette aus der Kategorie „mit den Gedanken noch wo anders“ führte zur frühen Führung des kleinen Stadtrivalen, und so geschah es: der erneut für Khedira auflaufende Lassana Diarra mit dem zu kurzen Pass nach hinten, Michu reagierte gedankenschnell, leitete den Ball weiter auf Tamudo und marschierte weiter. Tamudos Schuss ließ der überrumpelte Iker nach vorne abprallen und Passgeber Michu avancierte zum Abstauber, da er bereits Albiol und Varane enteilte. Der Anpfiff Romeros hallte noch durch das Bernabéu und schon der Schock für das Team, war das wirklich geschehen?! Es war real! Madrid lag 0:1 hinten.
„Eine glückliche Führung“, hätte man mutmaßen können. Doch im Verlauf der ersten Halbzeit war allen klar, das kleine Rayo hatte sich etwas vorgenommen! Zwar wirkte Real zu Beginn etwas gewillter als noch am Mittwoch in Santander, aber gleichzeitig auch sichtlich geschockt und teilweise sogar hilflos. Die Spieler von José Sandoval wollten definitiv nicht als Aufbauhilfe herhalten und hatten, wie die Königlichen auch, weitere Tormöglichkeiten. Bei den Hausherren gönnte „the special One“ Özil und Benzema für die Edel-Bankreservisten Kaká und Higuaín eine Pause. Das brachte dem Team anfangs zwar mehr Ideen, aber gleichen Erfolg – keinen. Noch! Higuaín unglücklich, Ronaldo kaum anwesend, Di María und Kaká wuselig und bemüht und Pechvogel Diarra wurde nach 25 Minuten für den neuen 10er, Mesut Özil, vom Platz genommen. 65 Minuten Offensivpower sollten kommen – so erhoffte es sich José Mourinho von seinen Stars. Er sollte sich mit diesem Vorhaben nicht verkalkuliert zu haben...
Das Spiel veränderte sich. Körpersprache und Spiel glichen eher den letzten Minuten einer zweiten, als denen einer ersten Halbzeit, so sehr drückten die Merengues auf Ausgleich und Führung. Özil funktionierte sofort, die Überzahl vorne machte sich gleichermaßen schnell bemerkbar und Rayo bekam zunehmend Probleme mit dem anrollenden weißen ICE. Ein Konter in der 39. Minute war es dann, der den Ausgleich brachte. Rayo versemmelte einen Einwurf vorne und im Gegensatz zu den letzten Spielen bewies Madrid, wie schnell sie spielen können. Kaká hielt den Ball im Mittelfeld, während seine Kollegen in Angriffs-Position gingen. Ronaldo bekam in vollem Sprint auf der linken Außenseite den Ball und hatte nur das gegnerische Tor im Blick. Sein fünftes Saisontor durch die Beine Danis bedeutete nicht nur riesigen Jubel unter den Madrilenen, sondern auch: die versprochene Wiedergutmachung, Frust- und Druckbewältigung, Powerfußball, Tore. Und nachdem Cristiano Ronaldo in den letzten Spielen jeden Freistoß für sich beanspruchte, aber leider auch vergab – wie auch schon zwei Mal in den Spielminuten zuvor – wurde auch auf diese Story ein Deckel gesetzt: Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Freistoß links außen, das Team versammelt am Strafraum. CR7 lief und täuschte an, Xabi Alonso war am Zug und hob den Ball hoch in den Strafraum. Da stand Ramos abseitsverdächtig völlig frei und nickte den Ball über Keeper Dani weiter auf Gonzalo Higuaín, der in der Mitte ebenfalls von seinen Gegenspielern vergessen wurde und dadurch die Kugel easy über die Linie drücken konnte. Das 2:1 für Real! So früh der Rückstand, so spät die Führung. Und das war nur Halbzeit numero uno.
Die Führung war inzwischen verdient, aber Mourinho dennoch bedient. Seine Devise „Weiter nach vorne!“ kam an. Nach einem weiteren schnellen Angriff mit viel Platz für die Königlichen wurde der immer besser werdende Kaká im Strafraum umgesenst. Den fälligen Strafstoß knallte Ronaldo unhaltbar und auf seine unnachahmliche Art und Weise in den Winkel (50.). Der Zug war am Rollen, Tor drei sollte nur eine Zwischenstation sein. Dachte man, denn es ging noch mal kurzzeitig eine Station zurück: Rayo gab nicht auf, fand wieder zurück in die eigene Spur und traf erneut. Bei einem Eckstoß vier Minuten nach Ronaldos Elfmeterhammer, pennte die Madrider Verteidigung und ließ die „Vallecas“ zwei Mal zum Kopfball kommen. Letzten Endes war es erneut Michu, dessen Kopfstoß Casillas nur knapp hinter der Linie klären konnte. Der Anschlusstreffer für den Aufsteiger, 2:3.
Das Spiel wieder offen. Der Underdog gab nicht auf, Real machte ebenfalls dort weiter, wo sie vor dem Anschlusstreffer aufgehört haben. Doch die nächste Szene war erneut keine erfreuliche: Nachdem Ángel Di María bereits in der ersten Halbzeit für ein Foul mit Gelb bestraft wurde, ließ er sich zu einer unnötigen Ballabwehr mit der Hand hinreißen – Gelb/Rot, der nächste Platzverweis der Ära Mou... Dies war doppelt ärgerlich, da Arribas Minuten später mit einer ähnlichen Aktion ebenfalls mit der zweiten gelben Karte den Platz hätte verlassen müssen. Kein Problem, kurzer Handshake der beiden Trainer an der Seitenlinie, die sich heute sehr gern zu haben schienen. Mal sehen, ob die Medien auch mal über diese freundliche Seite Mourinhos berichten werden. Dieser nahm in der Folge Higuaín und Kaká vom Platz – Khedira und Benzema sollten die drei Punkte daheim lassen. Und gerne noch für ein paar Törchen sorgen...
So geschehen in der 67. Minute. Mal wieder das Thema Freistoß, euphorisiert vom letzten Mal nahm sich Alonso erneut der Sache an. Seinen gezielten und überraschenden Schuss von der Außenseite konnte Dani aber über die Latte lenken. Bei der darauf folgenden Ecke sollte dann aber wieder gejubelt werden: Özil brachte die Ecke fein an den Elfmeterpunkt, doch da standen kein Ronaldo oder Benzema, sondern dessen Landsmann und Nachwuchsstar Raphaël Varane. Und wie der in der Luft die Hake zückte und den Ball gerade noch so unter die Latte trickste ... das verdiente durchaus das Prädikat „sensationell". Das Bernabéu hin und weg, Fangesänge huldigten ihren zaubernden Stars. Real ist wieder da! Nächster Beleg das 5:2 in Minute 73. Der brilliant aufgelegte Mesut Özil kontrollierte den Ball auf rechts außen. Ein Blick und schon bediente er flach den nachrückenden Karim Benzema. Der nahm Maß und zog mit brillianter Technik unhaltbar aus 18 Metern ab.
Vallecano längst geschlagen, musste aber noch einen hinnehmen: den dritten Treffer des Cristiano Ronaldo. Beim Versuch den Torwart zu umkurven, ließ Dani seinen Handschuh am Schuh des Portugiesen, der nahm an und fiel, um seinen zweiten Elfmeter zu verwandeln. Statt mit roher Gewalt dieses mal mit Gefühl in die Mitte (83.).
Ein Spiel, das nach zuletzt schlechten Leistungen mit einem frühen Gegentor nicht schlimmer hätte beginnen können, wurde durch die zurück gekehrte Offensivaction noch in ein kleines Schützenfest umgemünzt. Real Madrid setzt ein Ausrufezeichen. Sechs Tore holen die verlorenen Punkte nicht zurück, sind aber dennoch Balsam für die Madrider Seele. Perfekt war die Leistung ebenfalls noch lange nicht. Doch statt „man hat erneut einen Platzverweis erhalten", kann man genauso titeln „in Unterzahl einen Gegner überrumpelt“. Darauf und auf vielem mehr lässt sich in jedem Falle aufbauen. Kaká nimmt sich der Spielgestaltung immer öfter erfolgreich an, beide Mittelstürmer können knipsen, Tore entstehen schnell oder geordnet nach System und mit einem technisch brillianten und torgefährlichen Verteidiger namens Varane, der mit 18 Jahren selbst einen verletzten Ricardo Carvalho nicht vermissen ließ, dürfte man doch für zukünftige Aufgaben ordentlich gewappnet sein. Wie beispielsweise am Dienstag erneut im Bernabéu gegen Ajax Amsterdam.
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