| Real Madrid | vs | Real Betis Sevilla |
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4:1 (0:0) | ![]() |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Casado - Arbeloa, Pepe |
Casto - Chica, Amaya, Dorado, Perez - Etxebarria |
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| Auf der Auswechselbank | ||
| Adán, Varane, Altintop, Coentrão, Khedira, Di María, Benzema | Goitia, Juanma, Pereira, Momo |
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| Die Trainer | ||
| José Mourinho | Pepe Mel | |
| So fielen die Tore | ||
| 1:0Gonzalo Higuaín46. Min. 2:0Kaká59. Min. 3:1Gonzalo Higuaín70. Min. 4:1Gonzalo Higuaín73. Min. |
2:1Molina69. Min. | |
| Stadion: | Santiago Bernabéu |
|---|---|
| Anstoß: | 15.10.2011 18:00 Uhr |
| Schiedsrichter: | Delgado Ferreiro |
| Assistenen: | unbekannt |
| Zuschauer: | 76000 |
MADRID. „Never change a winning team“, wird sich José Mourinho vor dem heutigen Spiel gegen Betis Sevilla gedacht haben. Bis auf eine Veränderung wurde die gleiche Elf auf den heiligen Rasen des Bernabéus geschickt, die vor 13 Tagen Espanyol Barcelona mit 4:0 abfertigte. Kein Benzema, kein Di María, kein Coentrão, kein Varane, kein Khedira – Mou vertraute erneut Akteuren wie Arbeloa, Higuaín, Lassana Diarra oder Kaká. Einzig der von seinem Muskelfaserriss wiedergenesene Pepe rückte für Raúl Albiol, der sich bei der Nationalmannschaft einen Jochbeinbruch zugezogen hat, ins Team. Sergio Ramos agierte erneut in der Innenverteidigung, Mesut Özil war einmal mehr auf dem Flügel zu finden, da Kaká die Rolle des Zehners einnahm. Vorne erwartete man sich vom
gefährlichsten Duo der Liga, Ronaldo-Higuaín, die Tore.
Es war ja auch eigentlich alles angerichtet für Tore. Ein ausverkauftes Bernabéu, angenehme 21 Grad und Vorfreude auf Vereinsfußball nach der fast zweiwöchigen Länderspielpause. Außerdem wurde Özil heute 23 Jahre alt und Ronaldo stand für Madrid zum 100. Mal auf dem Platz. Nichts anderes als eine Torfestival wünschten sich die Fans im heimischen Stadion gegen einen Aufsteiger, auch wenn Mourinho bereits vor der Partie zur Vorsicht mahnte und erklärte, dass Betis gefährlich und alles andere als einfach zu knacken sei.
„The Special One“ schien mit den Lobeshymnen nicht übertrieben zu haben, denn es entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein Geduldsspiel. Die Tatsache, dass sich die Herren Benzema, Di María und Coentrão gen Ende des ersten Durchganges warmmachten, belegte die sich im Publikum allmählich bemerkbar machende Unzufriedenheit. Die Offensivmaschine hatte Ladehemmungen und wenn man mal vor dem Kasten auftauchte, war stets der wachsame Betis-Schlussmann Casto zur Stelle. Hundertprozentige Torgelegenheiten blieben aus, Halbchancen waren zu wenig, um Betis wirklich ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Mit rund 70 Prozent Ballbesitz bestimmten die Hausherren das Geschehen allerdings auch klar. Nur Profit daraus konnte man nicht erzielen, zumal die Gäste geordnet standen und das eine oder andere Mal kontern konnten. So auch in Minute 40, als Rubén Castro nach einer Flanke die Kugel aus knapp 11 Metern über das Tor beförderte. Es war die bis dato größte Chance der Begegnung und José Mourinho blickte daraufhin alles andere als zufrieden drein. Vorne fehlte der letzte Pass und die entscheidende, zündende Idee. Kaká und Ronaldo spielten unglücklich, Özil und Higuaín strahlten ebenfalls nur selten Gefahr aus. Deutete sich etwa zum Seitenwechsel schon ein erster Wechsel an?
Doch außer einer deutlichen Pausenansprache veränderte sich nichts bei den Merengues. Mourinho ließ seine Bankspieler weiter Aufwärmen und vertraute seiner Elf nochmals. Es sollte sich gelohnt haben! Nach nur 40 gespielten Sekunden im zweiten Abschnitt platzte nämlich der Knoten. Den langen Ball Marcelos ersprintete Cristiano Ronaldo perfekt und legte ihn aus zehn Metern für Gonzalo Higuaín quer, der nur noch einschieben brauchte. Ganz starke und uneigennützige Aktion vom Portugiesen! Der Bann im Bernabéu war nun endlich gebrochen, die Zuschauer und die Real-Bank erleichtert. Die Blancos drängten jetzt auf die frühzeitige Entscheidung, die kein Geringerer als Ricardo Kaká besorgte. War der Brasilianer in der ersten Hälfte eher unauffällig, reichte eine geniale Aktion in der 60. Minute, um alle zum Jubeln zu bringen. Wieder war es Ronaldo, der den Ball von Linksaußen für Kaká auflegte. Der Weltfußballer aus dem Jahre 2007 schlenzte die Kugel in unnachahmlicher Art in den Winkel – grenzenlose Freude beim schon totgeglaubten Mittelfeldstar, der in den letzten Wochen das demonstrieren konnte, was man sich lange erwartete. Der schönste Treffer des Abends gehörte definitiv dem 29-Jährigen, womit er sich dann auch vom Rasen verabschiedete und seinen Posten für Di María räumte.
Frühzeitige Entscheidung? Dachte man zumindest, denn Betis kam tatsächlich aus dem Nichts noch zum Anschlusstreffer und durfte auf ein Wunder hoffen. In der 69. Minute war es Jorge Molina, der nach einem Tohuwabohu in der königlichen Hintermannschaft nicht lange fackelte und den bis dahin kaum geprüften Casillas aus kürzester Distanz überwand. Ramos hatte den Ball zuvor gefährlich abgewehrt und vier Madrilenen bekamen zwei Betis-Akteure und letztlich Molina nicht in den Griff. Zu diesem Zeitpunkt war auch schon Ex-Münchener Roque Santa Cruz eingewechselt worden.
Hoffen durften die Andalusier um Trainer Pepe Mel allerdings nicht lange. Genauer gesagt nur 45 Sekunden. Denn nach dem Anstoß bediente Di María seinen Landsmann Higuaín, der Keeper Casto umkurvte und aus äußerst spitzem Winkel eiskalt ins Tor einschob. 3:1 und Deckel drauf, daran zweifelte zu diesem Zeitpunkt keiner mehr. Da Higuaín sowieso eine perfekte zweite Halbzeit erwischte, durfte er auch noch zum dritten Mal jubeln und seinen
dritten Hattrick innerhalb von zwei Wochen perfekt machen. In der 74. Minute lupfte „El Pipita“, erneut von Di María bedient, in Raúl-Manier und aller Coolness den Ball über Casto ins Netz. Ein weiterer ansehnlicher Treffer, der den Schlusspunkt einer aus Sicht Reals erfolgreichen Partie und einer ereignisreichen zweiten Halbzeit markierte. Die Einwechslungen Coentrãos und Altintops in der letzten Viertelstunde waren die letzten nennenswerten Vorkommnisse. Benzema blieb somit 90 Minuten lang draußen, wird beim nächsten Spiel jedoch mit großer Sicherheit von Beginn an wirbeln dürfen. Nicht zu vergessen: Real Madrid hat in den nächsten 14 Tagen noch vier Spiele vor der Brust.
Einen einzelnen Spieler hervorzuheben, fällt beim Blick auf das Ergebnis und die Tore natürlich leicht. Gonzalo Higuaín war mit seinem Hattrick zumindest auf dem Papier der Matchwinner, doch nach einer von den Königlichen schwachen ersten Halbzeit war es ein Verdienst des Kollektivs, dass man schlussendlich klar und verdient gewann. Cristiano Ronaldo legte die Bälle uneigennützig auf und verzichtete bei seinem 100. Spiel für Real Madrid auf ein Jubiläumstor. Kaká erzielte einen überragenden, einen weltklasse Treffer. Di María erwies sich mit seinen zwei Assits als super und effektiver Joker. Doch auch in der Defensive, insbesondere in Person von Lassana Diarra, spielte man über weite Strecken souverän. Der Franzose ackerte und rackerte, spielte selten einen Fehlpass, gewann nahezu jeden Zweikampf und rechtfertige damit seinen Einsatz in der Startelf sowie den Vorzug gegenüber Sami Khedira.
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