| Real Saragossa | vs | Real Madrid |
| 0:6 (0:2) | ![]() |
| Die Aufstellungen | ||
|---|---|---|
| Jimenez - Juárez, Da Silva, Meira |
Casillas - Sergio Ramos, Pepe, Carvalho |
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| Auf der Auswechselbank | ||
| Franco, Pintér, Lanzaro, Oriol, Valencia, Ortí, Kevin | Adán, Varane, Raúl Albiol, Arbeloa, Kaká, Callejón, Higuaín | |
| Die Trainer | ||
| Javier Aguirre | José Mourinho | |
| So fielen die Tore | ||
| Fehlanzeige | 0:1Cristiano Ronaldo24. Min. 0:2Marcelo28. Min. 0:3Xabi Alonso64. Min. 0:4Cristiano Ronaldo71. Min. 0:5Kaká82. Min. 0:6Cristiano Ronaldo87. Min. |
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| Stadion: | La Romareda |
|---|---|
| Anstoß: | 28.08.2011 20:00 Uhr |
| Schiedsrichter: | Cesar Muniz Fernandez |
| Assistenen: | unbekannt |
| Zuschauer: | 32085 |
SARAGOSSA. Das Warten hatte ein Ende, Anpfiff in die neue Saison! Real feierte die beste Vorbereitung seit 24 Jahren, Saragossa hingegen konnte in fünf Testspielen keines gewinnen – alles egal,
so warnte auch Mourinho vor einem konterstarken Gegner und einer möglichen Auftakt-Blamage wie in der vorigen Saison. Nichtsdestotrotz: Endlich ging es wieder um Punkte.
Und es ging auch sofort zur Sache. Kein abwarten. Real drückte nach vorne, Saragossa befand sich direkt im Rückwärtsgang, versuchte dagegenzuhalten. Ein Ronaldo im Ballbesitz beispielsweise sah sich anfangs sofort von drei Leibwächtern umgeben. Javier Aguirre kündigte bereits an sich nicht abschießen zu lassen. Das Konzept war früh zu erkennen: Kampf und Konter. Doch der Widerstand sollte nur ein guter Vorsatz gewesen sein…
Denn das andere „K“, die Kontrolle, hatten von Beginn an die in schwarz aufgelaufenen Königlichen. Die Erste Chance brauchte 9 Minuten. Özil scheiterte nach schönem und schnellen Aufbauspiel am gegnerischen Keeper Roberto, da hätte es bereits passieren können. Coentrão, der neben Alonso im zentralen Mittelfeld auflief, Benzema und Ronaldo hatten die nächsten Möglichkeiten. Man spürte sofort, dass die Liga wieder begonnen hatte. Und man merkte ebenfalls, wie gut Real funktionierte – es wurde viel rotiert, gelaufen und gearbeitet. Die hitzige Atmosphäre im ausverkaufen Estadio La Romareda peitschte die Teams zur Arbeit an. Ein Tor würde bald fallen, und nach 23 Minuten war es soweit: Real im flotten Aufbauspiel, Benzema erkämpfte den Ball und gab am Mittelkreis auf Özil ab. Der marschierte, und schaute, und marschierte – unbedrängt. Ronaldo startet die Maschinen und rannte von links außen rein in den Strafraum. Im perfekten Moment schob der deutsche Zauberer den Ball flach durch die unbeteiligte Abwehr und CR7 musste den Ball nur noch direkt und mit links am bis dahin einwandfreien Torhüter Roberto vorbei chippen. 0:1 – das 100. Tor des Portugiesen im Dress der Königlichen. Riesen Jubel daher im Team, das mehr wollte und den Druck erhöhte.
So geschehen in der 29. Minute: Wie beim Handball wurde die Kugel um den Strafraum über Özil, Marcelo und Ronaldo auf Sergio Ramos weiter gereicht. Der schaute und sah seinen Passgeber im Strafraum. Die Flanke wollte der Portugiese mit einem Fallrückzieher rein drücken – wurde aber nichts, stattdessen stand Marcelo goldrichtig. Der nahm das runde Leder an, schaute und knallte es aus kurzer Distanz in den Winkel – keine Chance für Roberto. Das 0:2 war die hochverdiente Führung für Madrid und wurde mit einem tollen Salto vom Torschützen bejubelt. Es lief, und wie. Mesut Özil verteilte die Bälle auf engstem Raum, wie man es von ihm erwartet. Benzema ackerte überall wie ein französischer Zugochse und Ronaldos Chancen und Kunststückchen nahmen ebenfalls zu. Doch der 25-jährige Roberto war stets auf dem Posten. Das Glück drei Ronaldo-Freistöße abzuwehren, durften noch nicht viele Torhüter auf diesem Planeten genießen. Zur Halbzeit standen den 9 Madrider Schüssen aufs Tor nur einer der „Wespen“ aus Saragossa entgegen. Eine mehr als überzeugende Leistung der „Merengues“, denen die Aragonier in allen Belangen unterlegen waren.
Gleiches Bild in Halbzeit Zwei. Die Strafraumbelagerung ging weiter. Ronaldo riss das Spiel immer öfter an sich, sollte sich aber VORERST nur über ein erzieltes Tor freuen können. Tormöglichkeiten aus der „100 Prozent“-Schublade ließen hingegen Ángel Di María und (Achtung:) Karim Benzema aus. Die Chancenverwertung inzwischen das einzige Manko auf Seiten der Madrilenen. Genug der Kritik: Die Adjektive „spritziger“ und „ballsicherer“ galten sowohl für die Offensive als auch die Defensive, die gegen motivierter aufspielende Hausherren nur wenig zuließen.
Bei diesem fröhlichen Wett-Schießen gab es nach 60 Minuten einen, der noch nicht auf den Kasten gezielt hatte: Xabi Alonso. Falls das Spiel bis dahin noch nicht entschieden war, Señor Alonso sorgte dafür: Mesut Özil brachte eine geniale Flanke in den Strafraum, der Ball nach Di Marías Schuss wurde jedoch geblockt und trudelte aus dem Strafraum… Da lief der Routinier an und nahm Maß. Feuer frei aus 25, 30 Metern und der Ball schlug unhaltbar – wenn auch noch leicht und entscheidend abgefälscht – im unteren Eck ein. Keine Chance für Roberto. So auch wenig später in der 71. Minute als Real nach einem kontrolliertem Konter das vierte Tor erzielte. Dabei zeigte sich, wie eiskalt Real einen Gegner ausspielen kann wenn alle Schachfiguren in Position sind, ohne dass der Gegner etwas tun kann. Benzema nach außen auf Di María, der schiebt wieder nach innen auf den Boss Ronaldo. Schachmatt.
Saragossa am Ende, Real fing gerade erst an – denn für frischen Wind sorgten die neuen Callejón, Kaká und Higuaín. Letzterer hatte auch noch zwei ordentliche Chancen, musste aber erneut an den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Erfolgreicher war ein anderer Joker, um den es in diesen Tagen viele Diskussionen gab, der aber zwei klare Zeichen für einen Verbleib in Madrid setzte: Ricardo Kaká und die Tore fünf und sechs. Nach schönem Zuspiel von Marcelo durfte der Brasilianer einen Spaziergang mit Ball durch den Strafraum der kaum noch anwesenden Heimmannschaft genießen. Sein Schuss – Note „sehr gut“ (82.). Wenige Minuten später glänzte Kaká nicht schlechter als Vorbereiter. Erneut erfreute der Brasilianer sich einiger Freiheiten im Strafraum und legte nach innen vor den ebenfalls blanken Ronaldo. Das 0:6 war der Schlusspunkt eines Spieles, das Real Madrid von Anfang an und in allen Belangen kontrollierte.
Cristiano Ronaldo wird mit seinen Toren 100, 101 und 102 für die Blancos als Spieler des Tages gehandelt. Doch das ist heute nur eine Randnotiz, der Leistung der Mannschaft unangemessen. Denn die hätte das Spiel auch zweistellig, dreistellig noch hoch verdient gewonnen. Fábio Coentrão ist jeden Cent wert. Sergio Ramos und Marcelo haben tiefe Kurven in den Rasen getreten. Benzema zwar glücklos aber unermütlich, Özil genial wie eh und je. Diese Tore waren keine Zufallsprodukte, von diesen Toren wird es definitiv noch viele mehr geben!
Galaktische 40 – in Worten „vierzig“ – Torschüsse standen auf der Haben-Seite der Madrilenen. (Anmerkung: Auswärts!) Da wirken „nur“ sechs Tore auf der Soll-Seite schon etwas fahrlässig. Aber es war der erste Spieltag, übernächstes Wochenende daheim gegen Getafe könnte die königliche Fußballwelt schon wieder anders aussehen – muss aber auch nicht! Denn ein Real Madrid, das so spielt, so funktioniert und Zug um Zug kombiniert, ob mit einem Benzema auf außen, einem Kaká als Joker, einem Ronaldo als Mittelstürmer… das könnte bitter für die anderen Teams und eine wunderschöne Saison für die „Galacticos 2.0“ werden. Schade, dass es erst der erste Spieltag war.
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