Profil von Ramón Calderón, 2006 - 2009

Für Calderon galt es die Mannschaft umzukrempeln und einen Neuanfang zu starten. So verließen 2005 mit Figo und 2006 mit Zidane die ersten „Galacticos“ Madrid und Ronaldo und Beckham folgten.

Der Rechtsanwalt Calderon hatte aber einen großen Vorteil: Er war mit finanziell enormen  Möglichkeiten ausgestattet, nicht zuletzt durch den Mega-Deal um die Fernsehrechte, den sein Vorgänger noch in die Wege leitete und der Real über die Jahre hinweg bis zu einer Milliarde Euro bringt.

Sportlich aber sorgte Ramon Calderon für eine Kehrtwende. Er bewegte sich weg von der Ansammlung individualistischer Stars und hob den Teamcharakter in den Vordergrund. Daneben setzte er vor allem auf eine Verjüngung des Teams was die Verpflichtung hoffnungsvoller junger Spieler, wie Sneijder, Robben, Gago, Marcelo oder Pepe belegen. Diese vermischten sich mit etablierten Recken, wie van Nistelrooy, Cannavaro oder Heinze. Die bereits verpflichteten Talente Sergio Ramos oder Robinho reiften seit seinem Amtsantritt zu echten Schlüsselspielern.

Privat ist Calderon, selbst Jahrgang 1951, verheiratet mit Maria Galán Otamendi und ist Vater von drei Kindern, Leticia, Jaime und Mariana. Nach seinem Studienabschluss 1975 zog Ramon Calderon nach Madrid und 1979 wurde der Anhänger seit Kindesbeinen auch offiziell Vereinsmitglied. Calderon galt stets als sehr aktives und engagiertes Mitglied, der während der Präsidentschaft seines Vorgängers Florentino Perez bereits als Generalsekretär beschäftigt war.

Nach drei titellosen Jahren vor seinem Amtsantritt schaffte Calderon das Kunststück in seinen ersten beiden Jahren gleich zwei Meistertitel zu erringen. Ebenso gehörte zu seiner Philosophie eine enge Bindung zu den Fans des Vereins sowie eine Verbesserung der Beziehungen zur UEFA und der FIFA.

Nach der Entlassung im letzten Jahr von Trainer Fabio Capello schien es, als hätte Calderon mit Bernd Schuster den richtigen Trainer und in Predrag Mijatovic den richtigen Sportdirektor für seine Arbeit gefunden.

Dennoch galt Calderon nicht unbedingt als unumstritten an der Spitze von Real Madrid, was die Ablehnung, der, von ihm vorgeschlagenen, Satzungsänderung im Mai 2008 bewiesen hat. Denn trotz aller Erfolge galt es noch das wichtigste seiner Wahlverprechen einzulösen und zwar den Gewinn der Champions League.

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