Don Santiago Bernabeu Yeste (*08.06.1895, †02.06.1978), spanischer Sportler und Ex-Präsident, der Real Madrid zu dem gemacht hat, was es heute repräsentiert.
Musterbeispiel eines Präsidenten und sportlichen Leiters. 35 Jahre lang Präsident von Real Madrid, in denen er den Verein durch zahlreiche Umstrukturierungen vom kleinen unbedeutenden Klub, zum besten und wichtigsten Verein der Welt gemacht hat. Eine Leistung, die die FIFA Jahre später auch offiziell anerkennen sollte.
Zu seiner Zeit ein diszipliniert lebender Mann, immer begleitet durch seine Gattin und spätere Frau Maria. Eine beispielhafte Frau, die ihm zusammen mit seinen und ihren Verwandten die Kraft gab, für seinen Traum zu leben. Bernabeu, seine Frau und die engen Verwandten lehrten ihre große „Familie“, die Madridistas, den Namen und den Stolz Reals weit hinaus in die Welt zu tragen.
Das Werk von Santiago Bernabeu wird nie vergessen werden, denn wie auch schon zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten vor ihm, die etwas großartiges geschafft haben, stellt sich das Phänomen ein, dass er mit seinem Ableben immer populärer wurde und nie vergessen wird.
Auch Jahre nach seinem Tod brennen sich sein Bild, sein Traum und seine Ziele in die Köpfe aller Madridistas ein.
Von Jahr zu Jahr wächst die Persönlichkeit Bernabeus und es wird einem immer bewusster, was dieser Mann für Real Madrid geleistet hat. Auch heute noch haben wir sein Bild vor den Augen, wenn wir nach den Werten und Normen von Real Madrid suchen.
Bernabeu ist der Schöpfer Reals, der Schöpfer der Sportgröße, der ununterbrochenen Erfolge, des internationalen Prestiges, des Patriotismus. Ohne ihn würde es das heutige Real mit all seinem Glanz und Gloria nicht geben.
Die Geschichte dieser unglaublichen Persönlichkeit zusammenzufassen, ist ein schwieriges Unterfangen.
Denn er bekleidete fast alle wichtigen Ämter bei Real: Spieler, Sekretär, Vorstandsmitglied und Präsident bis zu seinem Tode.
Talent, Vorbereitung, Ernsthaftigkeit und Arbeitswillen, das waren die erfolgreichen Tugenden, um seinen Traum zu realisieren.
Er war auch nie gern im Scheinwerferlicht, er ließ gerne den Spielern, Trainern und Verantwortlichen den Vortritt. Ihm reichte es zu wissen, dass er der Initiator und der Zündpunkt für den Erfolg war. Damit war er zufrieden, öffentlichen Respekt und Anerkennung brauchte er nicht.
Die Hauptsache war, dass er mit sich und seiner Arbeit zufrieden war.
Er war es, der für Real alles gegeben hat, der für alle Madridistas, die er als seine Familie bezeichnete, bis zu seinem letzten Lebenshauch gekämpft hat, damit sie den Namen Reals mit Stolz in die Welt tragen.
Geboren in Almansa, Albacete am 8. Juni 1895 als Sohn eines Valencianers und einer Kubanerin, studierte er an der königlichen Universität von Alfons XII., Jura. Mit 20 Jahren machte er seinen Abschluss und war fortan Rechtsanwalt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Oviedo kehrte er nach Madrid zurück.
Im Internat „El Escorial“ hatte er den ersten Kontakt zum Fussball. Er war kein herausragender Spieler, kein glänzender Spieler, keiner, der mit einer super Technik ausgestattet war oder der ein Spiel lenken konnte, noch schoss er viele Tore. Und trotzdem lieferte er in den darauffolgenden Tagen, Wochen, Monaten und Jahren gute Leistungen ab. Wie schon gesagt, war er kein großartiger Spieler, dafür aber einer, der immer kämpfte und mit unglaublicher Leidenschaft auf dem Platz ging und die Mannschaft damit ansteckte und sie zu Höchstleistungen trieb. Aufgrund dieser Tugenden wurde er von vielen respektiert, schlussendlich spielte er ab 1912 für Real, bis er dann 1927 seine Fußballschuhe an den Nagel hing.
1929 wurde er Sekretär der Junta Directiva. Dieses Amt füllte er bis 1935 aus. Nachdem er zahlreiche weitere Posten im Verein bekleidete, wurde er schließlich im Jahre 1943 zum Präsidenten gewählt, ein Amt, das er bis zu seinem Tode nicht mehr verlieren sollte.
Kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten präsentierte er sein Konzept zum Bau eines neuen Stadions. Ein Jahr später wurde das Grundstück gekauft, kurz darauf wurden die Bauten begonnen.
Allgemein wurde gesagt, dass er ein autoritärer Präsident gewesen sei, der aber auch zuhören konnte. Der Grund für seine Autorität war aber berechtigt, denn es gab wohl kaum jemanden, der Real so gut kannte wie er.
Das war aber auch keine Überraschung für jemanden, der länger als 15 Jahre im Klub war und den Klub als Spieler, Kapitän der ersten Mannschaft, Co-Trainer, Trainer, Sekretär und Vorstandsmitglied begleitet hatte.
Darüber hinaus hatte er einfach das gewisse Etwas, den speziellen Sinn für gute Geschäfte.
Aber sein „6. Sinn“ beschränkte sich nicht nur darauf, denn er war es, der Spieler kaufte, die dann in Madrid zu Weltklasse Spielern wurden. Als Beispiel sei nur Di Stefano zu nennen. Er erkannte auch den Charakter der Menschen, die er beschäftige. Er wusste einfach, ob es sich um gute oder schlechte Menschen handelte.
Das Stadion, das heute seinen Namen trägt, wurde 1947 eingeweiht. Es war das Flagschiff seiner Flotte.
Die Ciudad Deportiva war zu seiner Zeit das fortschrittlichste Sportgelände der Welt. Dort wurden viele Sportarten dem einstigen Fußballklub Real Madrid hinzugefügt, u.a. auch die Basketball Sektion, welche von Bernabeu stark gefördert wurde und die schlussendlich zum erfolgreichsten nationalen Basketball Klub heranwuchs.
2. Juni 1978: Eine große Persönlichkeit stirbt.
Schon im August 1977 plagten ihn viele Schmerzen, weshalb er sich auch öfters von Ärzten untersuchen ließ. Er wurde auch mehrmals operiert.
Im März 1978 erhielt er aus den Händen vom Präsidenten der RFEF, Pablo Pola, die goldene Medaille für seine Verdienste rund um den Fußball.
Am 19.April erhielt er im Rahmen des Endspiels der Copa del Rey zwischen UD Las Palmas und FC Barcelona im Bernabeu Stadion zwei weitere Verdienstmedaillen. Eine vom Kulturminister und die andere vom König Juan Carlos höchstpersönlich.
Am 2.Juni 1978 während der Weltmeisterschaft in Argentinien starb Santiago Bernabeu Yeste in Madrid. Die FIFA erklärte daraufhin die drei darauffolgenden Tage zu Trauertagen, etwas, das die FIFA davor und danach nicht mehr getan hat. Es war ein Zeichen von Respekt gegenüber einem der größten Fußballpersönlichkeiten.
Der Tod Bernabeus entfachte eine nie zuvor gesehen Lawine von Trauer- und Beileidsbekundungen. Politiker, Sportler, Schauspieler, Musiker, egal aus welchem Stand, alle waren zutiefst betrübt diese große Persönlichkeit verloren zu haben.
Auch die Leiter anderer Klubs, auch des so verhassten FC Barcelona gaben Beileidsbekundungen aus. Egal ob Freund oder Feind, ein jeder war traurig, diese große Persönlichkeit verloren zu haben. Ihm zu Ehren wurde kurz nach seinem Tod das Stadion umbenannt.
Sein Leichnam wurde nach Almansa, seinem Geburtsort, zurückgebracht.
Seine Führung als Präsident ist im Fußball einmalig. Seine Leistungen werden nie vergessen werden.
Auch heute noch bleibt er in den Köpfen eines jeden Madridista, auch heute ist Bernabeu der größte Madridista, den es gab, gibt und je geben wird.
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