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12.09.2011, 14:48
12 Jahre Mythos – ‚San Iker‘ und die goldenen Hände von Madrid
Vor 12 Jahren begann offiziell der Mythos des Iker Casillas. Am 12. September 1999 gab der heute 30 Jahre alte Welt- und Europameister sein Profidebüt als Madrilene im Estadio San Mames gegen Athletic Bilbao. Mittlerweile hat „San Iker“ 567 Spiele im Trikot von Real Madrid auf dem Buckel – und Schluss ist noch lange nicht. Dem Anlass gebührend steht Iker Casillas heute im Fokus, ein ansprechendes Interview darf dabei nicht fehlen. Gegenüber dem hauseigenen TV-Sender, blickte Madrids Nummer „1“ auf seine Karriere zurück und erinnerte sich an manch Anekdoten.
Ein Mann für die Ewigkeit - Casillas Debüt liegt schon 12 Jahre zurück
„Auf einmal waren da 50.000 Zuschauer, ich war so nervös“
MADRID. Der Legende nach legte ihm sein Vater bereits die ersten Torwarthandschuhe in die Kinderwiege, auf dass er sich an seine spätere Aufgabe gewöhne. Ob dies nun wahr ist oder nicht, in jedem Fall hatte gerade er großen Anteil am Werdegang seines Sohnes. Iker erinnerte sich zurück. „Ich habe mit meinem Vater bereits mit vier oder fünf Jahren in Móstoles Fußball gespielt. Er hat mir direkt die ganze Torwartausrüstung gekauft und ich liebte es mich auf den Boden zu schmeißen, ganz egal ob es matschig war oder nicht. Ich kam mit kaputten Kleidern nach Hause und meine Mutter schimpfte, aber mir hat es so gefallen. Mit zwölf wusste ich bereits, dass ich einmal Profi werde, ich hatte einen sechsten Sinn und eine Menge Vertrauen in meine Fähigkeiten.“
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Ob der Dorfverein in Móstoles oder Real Madrid, es ist ein Unterschied wie Nacht und Tag, den auch der junge Torwart nur zu genau erleben durfte. Er stellte sich der Herausforderung und genau heute vor zwölf Jahren sollte sein Stern zu funkeln beginnen. „Bevor wir damals nach Bilbao flogen, fragte mich Toshack wie es mir denn so gehe. Ich meinte gut und er antwortete nur: perfekt, denn du wirst spielen. Ich war so nervös und habe direkt meine Eltern angerufen. Ich habe davor um den Aufstieg in die Segunda B vor 500 Leuten gespielt, im San Mamés waren es auf einmal 50.000… es war alles nicht so einfach, aber ich glaube, dass ich es für den Anfang gut gemacht habe. Danach waren auf einmal so viele Journalisten da und ich habe geredet und geredet, weil ich so nervös war.“
„Mou ist ein Siegertyp, seine Persönlichkeit ist ansteckend““
Keine Frage, ein Debüt ist immer ein besonderer Moment, doch die entscheidenden Situationen sollten erst noch auf ihn warten. Ob beim Champions League Gewinn in der Saison 1999/00 oder das sagenumwobene Finale von Glasgow. Es waren Momente voller Anspannung, doch Casillas hielt, stand seinen Mann und seine Karriere erhielt den erhofften Schub. „Das ging alles wirklich sehr schnell. Monate zuvor spielst du noch in der dritten Liga und gleich darauf stehst du im Finale der Champions League gegen Valencia. Dann kam natürlich das nächste Finale, als sich César verletzte und ich nach zwei Monaten ohne Spielpraxis direkt rein kam. Ich hatte das Glück zwei sehr gute Paraden zu machen. Solche Augenblicke machen dich stärker, sie verändern dich. Du bist gerade einmal zwanzig Jahre alt und wirst auf einmal nicht mehr berücksichtigt und du verstehst die Welt nicht mehr und danach bist du wieder obenauf.“
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Ganz oben auf dem Treppchen stand er viele Male in seiner Karriere, er gewann auf internationaler Bühne alles, was ein Profifußballer gewinnen kann, ganz gleich ob auf Vereins- oder Nationalmannschaftsebene. Doch ausgerechnet die Trophäe, der in seiner Sammlung wohl das Prädikat „unwichtigster Titel“ einheimsen müsste, verwehrte sich seinen Händen. Die Copa del Rey, nicht einmal Raúl konnte sie gewinnen. 2011 konnte wurde jedoch auch dieser Makel ausgemerzt. Unter der Regie von José Mourinho gewann man den Pokal gegen den FC Barcelona. „Ich habe das Glück gehabt, wirklich jeden wichtigen Pokal zu gewinnen, aber dieser Copa del Rey wollte einfach nicht von mir gewonnen werden. Ich hatte ihn im Auge und letztlich konnten wir ihn gewinnen. Es war wirklich schön ihn feiern zu können und das auch noch, wie es sich gehört.“
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Der Erfolg ist sicher aus Sinnbild der Arbeit des Portugiesen auf der Bank. Wurde in den Jahren zuvor stets das Augenmerk auf die Liga und die Champions League gelegt und oft genug mit der B-Elf der Königspokal bestritten, fand unter dem Startrainer ein Umdenken statt. „Titel ist Titel, wir wollen alle Titel und geben dafür alles“, so die Grundhaltung. Dementsprechend ging man es an und man wurde belohnt. Für Casillas ist Mourinho ein Glücksfall, so einen Trainer braucht man in Madrid. „Mourinho ist einfach ein Siegertyp, der dies in allen seinen Mannschaften unter Beweis stellte. Genauso wie er, wollen auch wir Spieler in dieser Saison alles gewinnen und unser Niveau hochschrauben. Er verleiht uns mehr Charakter und lässt uns ambitionierter sein. Es ist sehr gut einen Trainer mit einer derartigen Persönlichkeit und diesem Arbeitswillen zu haben, denn damit steckt er uns, das Team, an.“
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