Reportagen

26.12.2010, 14:03

Da geht noch mehr, Herr Benzema

Das Jahr 2010 neigt sich dem Ende zu und Karim Benzema schaut mit gemischten Gefühlen auf diese 12 Monate zurück. Schwache Leistungen, Sex-Skandale, keine WM-Teilnahme - mehr Schatten als Licht für den jungen Franzosen. Doch die Zahlen machen deutlich: Unter José Mourinho scheint der 23-Jährige nach eineinhalb durchwachsenen Jahren bei Real Madrid endlich aufzublühen...

Mourinho hat es geschafft, den müden Franzosen aufzuwecken

Es geht aufwärts für Karim Benzema. Man sieht ihn nicht mehr eingeschüchtert auf dem Boden liegend, die Hände vor's Gesicht schlagend. Eiskalt vor dem Tor zeigte er sich zuletzt gegen AJ Auxerre und UD Levante, als er jeweils einen Hattrick erzielte und dabei seine große Klasse aufblitzen ließ. „Er ist der französische Stürmer der Zukunft, eines der größten Talente“, sagte Präsident Florentino Pérez bei der Präsentation des ehemaligen Lyon-Angreifers im Juli 2009. Nicht ohne Grund. Doch die Erwartungen wurden alles andere als erfüllt, das wusste Benzema auch selbst und kündigte während der letzten Saisonvorbereitung an, in der neuen Spielzeit seine „wahre Stärke“ zeigen zu wollen. Aber auch davon war lange Zeit nichts zu sehen. Es hatte auch den Anschein, als könne ein José Mourinho nichts an der Situation eines Benzema ändern. „Wenn er spielen will, muss er mehr arbeiten. Er trabt da immer locker über den Platz, anstatt sich reinzuhängen“, sagte ein wütender Real-Coach zu Saisonbeginn über sein „Problemkind“. Waren diese Aussagen des Trainers in aller Öffentlichkeit der Knackpunkt für Benzema? Prompt legte der 23-Jährige Sonderschichten im Training ein, legte sich mächtig ins Zeug - und beeindruckte Mourinho. „Er verdient mehr Einsätze, als ich ihm gebe. Aber Higuaín ist nun einmal gesetzt“, lautete dessen Zwischenfazit nur ein Monat nach seinen Vorwürfen an den französischen Nationalspieler.

In diesen vier Monaten trifft Karim genauso oft wie letzte Saison

Mangelnde Arbeitsmoral und fehlendes Engagement sind mittlerweile Fremdwörter für Benzema, was vor allem auch die Leistungen widerspiegeln. „Es ging mir gar nicht darum, wie viel Tore er heute geschossen hat“, betonte Mourinho nach dem kürzlichen 8:0-Torschützenfest über Levante, bei welchem Benzema einen Hattrick erzielte. „Die Leistung von ihm hat mich beeindruckt. Er hat nach vorne und nach hinten gearbeitet und sich reingehängt!“ Das will der „Mister“ nun einmal sehen. Und auch die Tore kommen für Benzema. In den letzten vier Monaten traf er neun Mal für Real Madrid - genauso oft, wie in der ganzen letzten Saison! Wenn das keine vielversprechenden Zahlen für 2011 sind...

Externer LinkBenzemas letzte Chance - „Er muss jetzt explodieren!“

Der Franzose scheint auch von dem Ausfall Higuaíns zu profitieren. Es wird sich zeigen, ob er dann möglicherweise dem Argentinier auch den Stammplatz streitig machen kann. Derzeit sieht es nicht wirklich danach aus, weil Benzema nun einmal konstanter ins gegnerische Tor treffen muss. Zwischen dem Auxerre -und Levante-Spiel lagen zwei andere Partien, in denen ein er rein gar nichts bewirken konnte. Kein Tor, keine Vorlage - zu wenig für Mourinho? Schließlich spekulierten die Medien im letzten Monat, der 47-jährige Portugiese schaue sich nach einem weiteren Stürmer um. Das wäre dann allerdings das besiegelte Ende für Benzema, würde ein Dzeko oder Llorente oder Adebayor an die Concha Espina wechseln. Er muss sich ranhalten, denn zwei Hattricks in einem Monat sind in Madrid auch schnell wieder Geschichte. Da geht also noch viel mehr, Herr Benzema...

Externer LinkKampf um die Sturmposition: Benzema oder Higuaín - Diskutier hier mit!

geschrieben von Kerry Hau