Leserumfrage

19.07.2010, 16:51

Umfrage: Unstimmigkeit beim Thema „neuer Mann für die Zentrale?“

Schon wenige Wochen nach dem Amtsantritt von José Mourinho beim spanischen Rekordmeister hat man als Außenstehender das Gefühl, dass dieser neue Mann drauf und dran ist, viel zu verändern. Zum Beispiel die Transferpolitik. Statt in geballte Offensivpower wird jetzt in defensive Weltstars investiert und neben vielen Abwehrspielern, die gerade im Gespräch sind – wie Maicon, Ashley Cole oder Nemanja Vidic – sucht man einen neuen Partner für Xabi Alonso, nach einem Abräumer. Doch braucht man den überhaupt? Wen fordern die Fans?

Alonso wird nach seiner starken vergangenen Saison, bei der er vor allem in der Rückrunde überragte, gesetzt sein. Den Weltmeister von 2010 zeichnen seine extraordinäre Übersicht, sein Kampfeswille und sein Talent, ideal in die Rolle des „Denkers und Lenkers“ reinzupassen, aus. Doch nach der durchwachsenen Spielzeit von Lassana Diarra, der sonst der Mittelfeldmotor im Starensemble der „Blancos“ war, und die Unkonstanz der anderen „Sechser“ – Fernando Ruben Gago und Mahamdou Diarra – erklären, wieso „the special One“ auf der Suche nach einem Neuling in der Zentrale ist. Und viele Namen waren diesen Sommer schon im Gespräch. Das deutsche WM-Duo, bestehend aus Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, soll laut spanischen Quellen ganz oben stehen. Einer der beiden soll an die Concha Espina gelotst werden. Besonders bei Letzterem ist der Wechsel zu den „Königlichen“ sehr denkbar, da die Sportgazzetten Spaniens schon berichteten, dass eine mündliche Einigung erzielt wurde. Nach Gerüchten um Daniele de Rossi vom AS Rom und Javi Martínez, der beim Ligarivalen Bilbao seine Brötchen verdient, wurde es auch um Liverpool-Legende Steven Gerrard konkret. Die „Reds“ sind pleite und haben die Qualifikation für die „Königsklasse“ um Längen verpasst, weshalb der Engländer angeblich nicht abgeneigt wäre, sich künftig das weiße Trikot der Hauptstädter anzuziehen.

Das Umfrageergebnis war ausgeglichen wie nur selten. 2619 Stimmen wurden abgegeben und jede der drei Antwortmöglichkeiten erhielt rund ein Drittel der Stimmen. 32,9 Prozent der Befragten sprachen sich für den deutschen Nationalkicker Sami Khedira aus. Der Mann mit den tunesischen Wurzeln hat während der Weltmeisterschaft auf sich aufmerksam gemacht und dürfte seinen jetzigen Verein – den VfB aus Stuttgart – für 8-13 Millionen Euro verlassen. Keine schlechte Summe für einen Akteur seines Kalibers.
30,7 Prozent stimmten für Gerrard ab. 30 Millionen lautete die Höhe der Ablösesumme, die der englische Rekordmeister laut Medienberichten verlangt, um Gerrard abzugeben. Mittlerweile ist dieser Transfer immer unwahrscheinlicher geworden, durch das Veto des aktuellen Trainers des englischen Urgesteins sinkt die Chance auf einen Wechsel gegen Null.
36,5 Prozent der Befragten – und somit die Mehrheit – waren sich sicher, dass es vor der Viererkette keinen Kaufbedarf gibt, man sei eigentlich schon top besetzt. Neben dem wohl gesetzten Passgenie Alonso hat man noch die beiden Diarras und den jungen Fernando Gago im Aufgebot. Lassanas Karriere sei durch seinen Gen-defekt zwar gefährdet, beim ersten Training unter Mourinho war er aber anwesend und hat alle Übungen absolviert. Ob er wieder zu alter Stärke finden wird, steht in den Sternen. Die Zukunft – und einzig allein die Zukunft – wird das zeigen, was heute noch niemand sagen kann. Die zweite Option wäre der Namensvetter des Franzosen, Mahamadou Diarra. Unter Bernd Schuster war der Rechtsfuß gesetzt, konnte relativ für Entlastung im Defensivbereich sorgen und stabiliserte die Abwehr. Der Dritte im Bunde ist der Argentinier Gago: In der Rückrunde 2009/10 hat sich der Südamerikaner zurück in die Herzen der Fans – im wahrsten Sinne des Wortes – gekämpft. Tolle Pässe, das ein oder andere super Dribbling, starke Abwehrqualitäten und sein Kampfgeist haben dazu geführt, dass der 24-jährige seinen Weg in die Startaufstellung fand. Die Auswahl ist groß und gefüllt mit Qualität, aber mindestens genau so groß ist die Befürchtung, dass die Unkonstanz der drei „Sechser“ den Plänen ‚Mou’s‘ einen Strich durch die Rechnung machen wird...

Neu-Madridista Pedro León kürzlich präsentiert – Ist er eine gute Verpflichtung?

Doch genug von kommenden Verpflichtungen, wenden wir uns denen zu, die bereits in trockenen Tüchern sind. Da fällt einem sofort ein Name ein: Pedro León. Der 23-jährige ist nach Sergio Canales und Ángel Di Maria der dritte Neuzugang der Madrilenen in dieser Sommerpause und wird als Absicherung hinter Ronaldo gesehen. Doch 10 Millionen Euro sind eine stattliche Summe für einen Spieler, der nicht sonderlich viel Erfahrung hat, keine große Rolle im Team übernehmen wird oder für die Nationalmannschaft spielt. War das ein guter Deal von Perez, Valdano und Co.? Acht Tore und zehn Vorlagen sind eine stattliche Quote für einen Rechtsaußen, der „nur“ für Getafe spielt und somit keine Mitspieler à la Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Gonzalo Higuaín, David Villa oder Luis Fabiano vorzuweisen hat. Dennoch wurde er nach sechs Spielen aus der U21-Nationalmannschaft „gekickt“ und stand auch nicht zur Debatte, als es um die WM-Kaderplanung von Del Bosque ging. Bei diesem Spieler – oder eher diesem Einkauf – scheiden sich die Geister, weshalb ihre Meinung gefragt ist:

Die Frage der Woche lautet: Neu-Madridista Pedro León kürzlich präsentiert – Ist er eine gute Verpflichtung? Machen Sie mit, Ihre Stimme zählt!

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geschrieben von Thomas Kellermann