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08.02.10, 18:28 | Artikel bewerten:
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Hat wieder Grund zum Jubeln - Ricardo Kaká

Geht es endlich bergauf? Kaká auf dem Weg zur alten Identität

Es sollte das Traumduo des Sommers werden: Kaká und Cristiano Ronaldo, zwei der größten Ballkünstler unseres Planten. Die spanische Presse sprach von den „neuen Galaktischen“, den „Rettern Madrids“, doch was sich in den letzten Monaten dabei herausstellte, waren mehr oder weniger Enttäuschungen. Während der portugiesische Weltfußballer von 2008 grandios einschlug und trotz seiner einmonatigen Verletzung an die starken Leistungen anknüpfen konnte, blieb der so hochgelobte Kaká auf der Strecke und war ein Schatten seiner selbst. Am Samstag konnte der 27-jährige Brasilianer nach dreimonatiger Durststrecke im Heimspiel gegen Espanyol Barcelona endlich wieder treffen. Geht es für den zum „Zidane-Nachfolger“ auserkorenen Superstar nun endlich bergauf?

Die schwere Bürde Madrid - „Es war in Brasilien und Italien nicht anders“
„Das war ein wichtiges Tor für mich und mein Selbstvertrauen“, fasste ein überglücklicher Kaká nach dem vergangenen Ligaspiel gegen Espanyol Barcelona seine Freude in Worte. Der brasilianische Nationalspieler erzielte das zweite Tor bei dem lockeren 3:0-Erfolg über die Katalanen. Wie viel Last nach diesem Treffer von Reals Numero 8 abfiel, war beim Torjubel dem Ex-Mailänder deutlich anzusehen. Zuletzt stand dieser nämlich deutlich in der Kritik, traf seit drei Monaten nicht mehr das Tor und spielte unter den Erwartungen der Fans. „Kaká entwickelt sich allmählich zum absoluten Fehleinkauf“, prognostizierte die spanische Sportzeitung ‚Marca‘ vor noch wenigen Wochen. Kein Esprit, keine Leidenschaft, keine Spritzigkeit – all dies, was ihn beim italienischen Traditionsklub AC Mailand so bekannt machte, schien er in der spanischen Hauptstadt schlicht „verlernt“ zu haben. Treffend brachte es sein Ex-Teamkollege Gennaro Gattuso auf den Punkt: „Kaká ist bei Real Madrid nur noch ein Schatten seiner selbst.“

Dazu kam die schwere Entzündung am Schambein, die er sich gegen Ende November, nach dem „Clásico“ gegen Barça zuzog. 42 Tage setzte ihn diese Verletzung außer Gefecht, 42 Tage hoffte man auf eine Leistungssteigerung. Wann bestätigen sich die Vermutungen, den „neuen Zinédine Zidane“ in Kaká gefunden zu haben? „Er braucht Zeit, das ist normal. Das war bei mir nicht anders“, verteidigte ihn „Altmeister Zizou“ höchstpersönlich, der bekanntlich am besten weiß, mit dem Druck in Madrid umzugehen. Doch geht Kaká an diesem zu Grunde? Zeitungen berichteten von einer möglichen Rückkehr nach Italien, die Kritik loderte Tag für Tag. Das Tor am vergangenen Wochenende war immerhin ein Lichtblick…

„Es ist nicht nur in Spanien so, dass man  darüber redet, wann ich denn wieder zu meiner alten Form finde. Damals glaubte man auch nicht an mich. Das war in Brasilien und Italien nicht anders, aber es ist einfach nicht wahr zu behaupten, dass ich nicht wieder der Alte werde“, erklärte der Spieler auf der heutigen Pressekonferenz.

Lebenslänglich verletzt? „Das ist nicht wahr“
Trotzdem laboriert der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler noch bis zum heutigen Tage an dieser „ominösen“ Schambeinentzündung, tägliche Extra-Übungen stehen auf dem Programm. Nun überschlugen sich die Gerüchte in den letzten Tagen: Die spanischen Sportgazetten ‚Marca‘ und ‚AS‘ unterstellten den „Rossioneri“, den „Königlichen“ ihren Star mit einer chronischen Verletzung verkauft zu haben. Milan-Geschäftsführer Adriano Galliani hat diese Vorwürfe als „große Absurdität“ abgetan. „Im vergangenen Jahr hat Kaká 31 Spiele bestritten, davon alle in den letzten drei Monaten der Saison. Er hat keine chronischen Schambeinentzündung.“

Die Aussagen seines ehemaligen Vorgesetzten unterstützte Kaká – und stellte gleichsam klar, dass nichts an den Gerüchten, lebenslänglich verletzt zu sein, dran sei: „Ich fühle mich gut. Die Schambeinentzündung belastet mich nicht mehr. Sie ist überstanden, aber ich muss noch weiterhin spezifisch behandelt werden, so wie es bei jedem verletzten Spieler ist. Letzte Woche wurde behauptet, diese Verletzung sei chronisch. Das entspricht aber keineswegs der Wahrheit.“   

Nichtsdestotrotz war nach dem Comeback im neuen Jahr eine „gewisse Belastung“ da, die den Spieler möglicherweise behinderte, endlich an die tolle Form der alten Zeiten anzuknüpfen. „Es störte mich schon ein wenig, dass ich mich physisch einfach kaum verbessern konnte. Das war ein Hindernis, was mir nicht erlaubte, Dinge auf dem Platz zu tun, die ich eigentlich wollte. Die Ärzte rieten mir Tag für Tag, geduldig zu sein. Und das war ich…jetzt sieht man allmählich, dass ich mich immer mehr steigere“, räumte Kaká ein.

Real auf dem Weg zur ‚Galaxie‘ - „Wir haben eine Identität“
In einer ähnliche schwierigen Situation wie der brasilianische Ballkünstler befindet sich derzeit Karim Benzema. Der junge Franzose fasst immer noch nicht richtig Fuß, steht im Schatten vom momentan überragenden Sturmkonkurrenten Gonzalo Higuaín. „Karim ist sehr talentiert. Er schießt wichtige Tore wie gegen Deportivo für uns und hilft der Mannschaft, sich weiter zu verbessern. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, in ein neues Land zu kommen und alle Veränderungen mitzuerleben, ob in der Kultur, der Sprache oder in der Art Fußball zu spielen – aber er ist auf gutem Wege und integriert sich schnell“, so die lobenden Worte Kakás, der sowieso nicht daran denkt, wer wie viel Tore in der Saison schießt oder wer öfter als der andere trifft, sondern eher die „Einheit“, als ganze Mannschaft zu glänzen, bevorzugt. „Natürlich war es schön für mich, am Samstag zu treffen, aber das was zählt ist der Sieg des kompletten Teams. Wir haben uns sowohl technisch, als auch taktisch sehr verbessert. Wir spielen sehr gut, kreieren sehr viele Chancen und erzielen wichtige Tore. Wir haben mittlerweile eine Identität, die Bestand haben muss. Diese Identität entwickelt sich stets weiter…“

Scheint wohl so, als könne Liverpool-Coach Rafael Benitez mit seinen Worten, Real Madrid sei ab März 2010 unschlagbar, Recht behalten…

Die Jagd auf Barça geht weiter - „Atlético könnte uns einen Gefallen tun“
Dazu müssen die Leistungen aber weiterhin stimmen. Während vor knapp drei Wochen nach der enttäuschenden 1:0-Auswärtspleite in Bilbao der Haussegen noch schief hing, scheint die Welt nun wieder vollkommen „heil“ in Madrid zu sein. Und das nach drei Siegen in Folge, die trotz allem noch ausbaufähig waren. Nicht zu vergessen ist Spitzenreiter Barcelona, der mit fünf Punkten Vorsprung immer noch vor Madrid steht…

„Wir müssen da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Es ist nötig, Xerez zu besiegen  und zu sehen, was Barcelona und Altético Madrid machen. Es wäre schön, wenn Atlético gewinnen könnte. Sie könnten uns damit einen großen Gefallen tun“, so der Mittelfeldstar. Außerdem ist das Champions League-Achtelfinalhinspiel am 16. Februar gegen Olympique Lyon nicht zu vergessen: „Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen und sowieso den Wettbewerb. Wir haben alle Chancen dazu, aber dazu muss Lyon erst einmal geschlagen werden…“ Sollte sich diese Euphorie in Madrid und die ansteigende Form Kakás halten oder gar verbessern, darf man in wenigen Wochen schon sicher den Einzug ins Viertelfinale der „Königsklasse“ und vielleicht eine aussichtsreichere Tabellensituation in La Liga bejubeln…

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