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08.02.10, 13:02 | Artikel bewerten:
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Fügt sich immer besser ein und avanciert zum Vorzeigeprofi - Granero

Kontrastprogramm zum Nulltarif - Esteban Granero

Blitzte José María Gutiérrez im Riazor als überragender Akteur auf und schrieb mit seinen Pässen Geschichte, so war es beim jüngsten Erfolg der „Blancos“ ein weiterer Canterano, der durch sein Spiel in den Mittelpunkt rückte: Esteban Granero. Vor der Saison, räumte auch der größte Optimist dem 22-jährigen Eigengewächs kaum Chancen im Starensemble der „Königlichen“ ein, nach 21 Spielen ist man im Bernabeú dankbar, dass der „verlorene Sohn“ zurückkehrte und wie…

1,54%, nein, das ist nicht der Alkoholgehalt einer Spirituose, sondern der prozentuale Anteil der Transfersumme von Esteban Granero am ganz großen Kuchen des Wechselwahnsinns in diesem Sommer. Vernichtend gering, aber doch so wichtig und effektiv.  An 2 von 3 Toren war der junge Spanier beim 3:0 Erfolg über Español beteiligt.  Auch der „Pirat“, wie er wegen seines markanten Torjubels genannt wird, zeigte sich im Anschluss höchst zufrieden. „Ich bin sehr glücklich über meine Leistung, aber insbesondere über das Spiel der Mannschaft. Meine Aufgabe war es Zuspiele zu liefern und zu versuchen, dass meine Mitspieler Tore erzielen und das habe ich getan,“ bescheiden und sympathisch, dieser junge Mann. Trainer Pellegrini attestierte ihm eine hervorragende Leistung, der „Man of the Match“ - Titel war ihm sicher.

Dabei ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht, das Potenzial gilt es zu schöpfen. „Ich fühle mich körperlich sehr stark und habe jetzt auch mehr Selbstvertrauen, aber ich weiß, dass ich immer noch besser werden kann. Ich versuche immer das zu befolgen, was mir der Trainer und meine Mitspieler sagen, ich freue mich, dass ich hier so viel lernen kann und ich glaube auch, dass ich mich schon sehr verbessert habe.  Ich fühle mich als glücklicher Begünstigter, denn immer wenn ich mir eine Messlatte lege, überspringe ich sie nach einer Zeit.“ Mit 19 Einsätzen und bereits 3 Toren, klingen diese Aussagen nach einer rosigen Zukunft im weißen Dress.

Auf dem Platz, ein kompletter Mittefeldspieler – beidfüßig, mit einer großen Spielübersicht, dazu torgefährlich und Meister des ruhenden Balles, denn nicht Spezialisten wie Kaká, Xabi Alonso, oder Guti zirkeln das Leder in die Strafräume, sondern der unscheinbare Granero.

Und in der Tat, zieht er auf dem grünen Rasen die Fäden und die Blicke auf sich, so ist Granero außerhalb des Platzes so unscheinbar, dass er in der Menge stets untergeht.

Bluejeans, T-Shirt, Sportschuhe, zerzauster Bart und eine braune Umhängetasche, vollgepackt mit Büchern und Notizblöcken – Granero betritt den Campus der Universität Camilo José Cela zu Madrid – die Psychologie, sein Steckenpferd. 

Steht der gebürtige Madrileño nicht auf dem Feld, so ist die Bibliothek sein Reich, in das er sich vom großen Trubel zurückziehen kann.

Auch innerhalb der Kabine entpuppt er sich mehr als Leisetreter, denn als Lautsprecher. Ruhig und insbesondere bescheiden tritt er auf. „Für mich ist es das größte Geschenk, dass ich jeden Morgen zum Trainingsgelände fahren darf. Das muss man einfach genießen.“

Man darf sich in Madrid glücklich schätzen, einen Spieler ausgebildet zu haben, der im so untypischen Kontrast zu den Superlativen des gigantischen Madrider Reiches,  als grundsolider und bodenständiger Klassespieler heranreift. Als man ihn nach seiner Rückkehr aus Getafe zu den Vertragsverhandlungen befragte, antwortet er nur: „Ich wollte zurück ins Bernabeú, über Geld haben wir nicht mal gesprochen.“

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