
Für ihn zählte im Riazor nur der Sieg - Manuel Pellegrini
Pellegrini empört: „Trainiere doch nicht die Nachwuchskicker!“
„Depor“ und die „Hacke Gottes“ sind Geschichte, die nächste Aufgabe steht an. Am morgigen Samstag gastiert Espanyol Barcelona im Bernabéu – und erneut steht Cristiano Ronaldo nicht auf dem Rasen. Trainer Manuel Pellegrini verlangt nichtsdestotrotz die drei Punkte, was auch sonst bei weiterhin fünf Punkten Rückstand auf den Erzrivalen? Außerdem im Blickpunkt: Der „Zoff“ um die Castilla. Über dies und mehr sprach der Chilene auf der heutigen Pressekonferenz…
„Gegen Depor haben wir es auch ohne Ronaldo geschafft“
„Zwei Spiele Sperre…das ist eine Unverschämtheit“, wüteten die „Königlichen“ nach dem Ellenbogen-Check Ronaldos im vorletzten Heimspiel gegen Málaga. Der 24 Jahre alte Superstar wurde nach einer strittigen Schiedsrichterentscheidung umgehend vom spanischen Fußballverband für zwei Partien „des Fußballs verbannt“. Real Madrid ging empört vor das sportliche Disziplinargericht (CEDD), verlangte eine Linderung der Sperre. Gegen La Coruña ohne Erfolg, gegen Espanyol nun auch. Ronaldo darf nicht spielen, dies wurde vorhin nach abermaligem Einspruch verkündet! „Das schönste Geschenk wäre, am Wochenende zu spielen“, sagte der Portugiese an seinem heutigen Geburtstag. Sicher ist nun, dass dieser Wunsch nicht zu erfüllen ist…
„Er ist ein sehr wichtiger und wesentlicher Spieler. Dennoch haben wir es aber auch schon ohne ihn geschafft, an der Spitze dranzubleiben und wichtige Partien zu gewinnen. Wir haben einen Kader voll von großartigen Akteuren, die auf ihren Einsatz nur so brennen“, erklärte Trainer Manuel Pellegrini auf der heutigen Pressekonferenz und unterstrich die Aussagen seines Innenverteidigers Raúl Albiols, der gestern in einem Interview schon betonte, dass man auch ohne Ronaldo gewinnen könne.
„In der Startelf stehen diejenigen, die mich überzeugen“
Überraschenderweise gab es heute allerdings noch einige weitere personelle Fragen zu klären, so war beispielsweise bis dato noch kein Kader für das morgige Spiel gegen Espanyol bekannt. „Ich werde den Mannschaftskader morgen früh nach dem Aufwärmen bekanntgeben. Einige Spieler erholen sich noch von ihren Verletzungen, wir wissen noch nicht, ob wir sie auch einberufen. Es gibt aber keinen Grund zur Sorge. Wir haben diesbezüglich gerade viel Pech. Hoffen wir, dass sich diese Verletzungen und Ausfälle im Laufe des Jahres verringern“, so der Chilene. Bestes Beispiel für diese Misere ist wohl Vizekapitän Guti, der das gestrige Training wegen Schmerzen im Unterleib abbrechen musste. Nach solch einer guten Form und grandiosen Hackenvorlage am letzten Spieltag wäre der Ausfall des „Oldies“ in der Tat sehr bitter…
Auch Defensivmotor „Lass“ Diarra ist nach seiner Verletzung zurück im Mannschaftstraining, allerdings noch fraglich für einen Einsatz. Wie sieht das defensive Mittelfeld dann ohne den Franzosen aus? „Das ist nicht das erste Mal, dass Xabi Alonso dort allein agiert. Wie unser Mittelfeld gegen Espanyol aussieht, kann ich noch nicht sagen. Fakt ist aber, dass wir alle Spiele im Bernabéu diese Saison gewonnen haben und das unter den verschiedensten Variationen und Bedingungen. Wir haben viele verschiedene Alternativen, die in verschiedenen Momenten sehr von Nutzen sein können. Im Bernabéu haben wir fast immer mit zwei Defensivkräften vor der Abwehr gespielt und konnten alle möglichen 30 Punkte holen: ob mit Alonso und Lass, oder mit Lass und Diarra oder mit Alonso und Gago. Wir werden sehen…“, antwortete der 56-jährige. Ebenso wenig „detailliert“ zeigte sich Pellegrini nach der Frage, wie den morgen die Startformation aussehe. „Die Mannschaft kann in den verschiedensten Varianten spielen, wir haben da sehr viele Möglichkeiten. In der Startelf werden diejenigen stehen, die ich als am geeignetsten ansehe und die mich überzeugen.“
„Ich bin Trainer von Real Madrid, nicht von Real Madrid Castilla“
Nach solchen Aussagen müssen die Spieler aus der zweiten Mannschaft der „Blancos“ wenig Stellenwert für Manuel Pellegrini haben. Canterano Mosquero stand im Riazor kurz vor einer Einwechslung, wartete schon auf das Zeichen des Unparteiischen, endlich zum ersten Mal für die erste Elf aufzulaufen. Aber ohne Erfolg, denn der Spieler kam nicht mehr zum Zug, der Schiri pfiff ab. Anschließend hagelte es Kritik an Pellegrini und seinem Mangel an „Jugendförderung“, sogar von Generaldirektor Jorgé Valdano gab es einen „Seitenhieb“. Dieser meinte, dass er sehr bedauerlich gewesen sei, dass von vier einberufenen Jugendspielern nicht einer für wenigstens 15 Minuten zum Einsatz kam. Angesprochen auf das Thema, wandelte sich das freundliche Gesicht von Pellegrini im Pressesaal zu Valdebebas zu einer eher finsteren und genervten Miene. „Für mich war es das Wichtigste, einen Sieg zu erringen und die drei Punkte mit nach Madrid zu nehmen. Nach 18 Jahren ohne Sieg im Riazor dies wohl wichtiger, als wenn ein Canterano debütiert und mehr oder weniger Spielzeit bekommt. Die Castilla gehört nun einmal nicht zu meinem Aufgabengebiet, ich bin Trainer der ersten Mannschaft. Auch wenn ich alle Spieler kenne und mit ihnen rede, wenn sie mit uns trainieren. Ich brauche von keinem Informationen, denn ich kenne diese Jungs bestens. Schauen sie das nächste Mal im Training rein. Fehlt jemand aus unserem Kader verletzungsbedingt, bekommt jeder Canterano die Chance, mit zu trainieren und sich zu beweisen. Ob sie jetzt zwei Minuten oder gar nicht spielen, wichtiger war an diesem Abend nun mal der Sieg. Valdano sagte auch nur, dass es schade gewesen sei. Von einer Beschwere war nicht die Rede“, so ein empörter Pellegrini.
„Barça beunruhigt uns nicht“
Zur aktuellen Tabellensituation und dem Rückstand auf Erzfeind Barcelona äußerte sich der „Mister“ dann wieder gelassener: „Wichtig ist es, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, denn jeder Punkt, den wir hergeben, könnte uns später zum Verhängnis werden und das Ganze viel schwieriger werden lassen. Ziel ist es nun, die drei Punkte gegen Espanyol zu holen, um ohne jegliche Zweifel nach Xerez zu reisen. Wir können die Zukunft anderer Teams nicht voraussagen, müssen uns nur auf uns selbst konzentrieren. Wir müssen Punkte verdienen, gut spielen und unser Spiel verbessern. Fußball kann sich in bloßen Sekunden ändern, niemand weiß, wie die Zukunft aussieht. Es ist aber eine Lüge, zu behaupten, dass jedes Spiel für uns jetzt ein Endspiel ist. Wir sind nicht beunruhigt über Barcelona. Wenn wir auf uns selbst schauen, kommen wir auch zum Erfolg…“
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