| Name: | José Mário dos Santos Félix Mourinho |
|---|---|
| Spitzname: | The Special One |
| Geburtsdatum: | 26.01.1963 |
| Geburtsort: | Setúbal |
| Nationalität: | Portugal |
| Position: | Trainer |
| Vertrag bis: | 30.06.2014 |
| im Verein seit: | 2010 |
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Kindheit
José Mário dos Santos Félix Mourinho wurde in Setbùl, Portugal, geboren. Er wuchs auf dem Landgut seines Onkels auf, genoss dort eine exzellente Ausbildung und lernte besonders Fremdsprachen, was ihm später noch sehr viel in seiner Karriere helfen sollte. Sein Vater, Felix Mourinho, war Torwart und durfte einmal sogar acht Minuten in der Portugiesischen Nationalmannschaft spielen. Später wurde er Trainer. Seine Mutter, Maria Júlia, gehörte Portugals oberen Klasse an und ihr Onkel war mit dem damals faschistischen Diktator Salazar befreundet.
Mit elf Jahren verjagte die Nelkenrevolution die Faschisten und seine Familie verlor das Landgut. Sie mussten nach Aires ziehen, wo sie ebenfalls in einer Villa lebten. In einem Interview erklärte Mourinho, dass er schon mit fünfzehn wusste was er werden will: „Wenn du einen Vater hast, einen Ex-Spitzenspieler und dein Traum ist es, so zu sein wie er, aber du ahnst, dass du das nicht schaffst, dann gibt das eine ganz besondere Motivation. Ich wollte im Fußball wirklich groß werden. Und ich hatte das Gefühl, dass ich gute Voraussetzungen zum Trainer und Manager habe.“
Sein Vater, der im Anschluss an seine aktive Laufbahn Trainer in der dritten Division Portugals war, lehrte ihn alles über den Fußball. Schon als Jugendlicher wurde er von ihm beauftragt die Gegner zu beobachten und Spielanalysen zu erstellen. Auch als Felix Mourinho den Zweitligisten Setúbal FC trainierte, hatte der heutige Weltklassetrainer einen festen Platz im Team. Er bekam die Oberaufsicht über die Balljungen, um so taktische Anweisungen seines Vaters an die Spieler zu übermitteln.
Als Fußballspieler selbst, schaffte es „Mou“ gerade mal auf die Reservistenbank von Belenenses. An der Universität von Lissabon studierte er später Sportwissenschaften. Der Spielanalytiker lernte dort die Psychologie, Philosophie und Physiologie des Sports kennen. José versuchte sich auch gleich drei Jahre lang als Turnlehrer. Der Portugiese antwortete einmal auf die Frage, weshalb erfolglose Profifußballer so oft hervorragende Trainer werden, mit folgendem: „Mehr Zeit zum Lernen.“
Erste Schritte Richtung Trainer
Trotz allem kann ein zwanzig Jähriger Jungspund keinen angesehenen Trainerjob bekommen. So geschah es im Jahre 1993, dass Sporting Lissabon ihn als Assistenz von Bobby Robson anstellte, primär aufgrund seiner guten Englischkenntnisse. Bobby sagte später: „Zwei Dinge fielen mir an José sofort auf: sein ausgezeichnetes Englisch – und dass er verdammt gut aussah. Etwas zu gut für meinen Geschmack!“
1996 wechselte Sir Robert William Robson zum FC Barcelona. Seine einzige Bedingung war, dass sein damals noch Dolmetscher und auch guter Freund, mit durfte. Dort lernte er dann auch Katalanisch. Im Februar desselben Jahres, geschah es, dass katalanische Fans bei einem Spiel Chelsea gegen Barcelona auf den Tourbus trommelten und die Beschimpfung „El traductor“ („der Übersetzer“ )schrien, was Mourinho sehr wütend machte, war er doch nun mehr als nur Übersetzer. Auch der Engländer erkannte sein analytisches Talent. „Da war dieser Bursche von Anfang 30, keinerlei Spielerfahrung, kaum je als Trainer gearbeitet, und der bringt mir Berichte über unseren nächsten Gegner, die ebenso gut sind wie alles, was ich bisher von den Spitzenprofis der Branche bekommen habe.“ 1997 wurde Louis van Gal neue Trainer vom FC Barcelona. Auch ihn konnte Robson davon überzeugen, den miserablen Fußballspieler als Analysten zu behalten. José nahm während dieser Zeit oft bei Trainerkursen teil. Er lernte dort zum Beispiel nie seine Spieler anzusprechen, wenn sie in die Sonne schauen. Nach vier Jahren beim FC Barcelona durfte „Mou“ Erstmals als Co- Trainer fungieren.
Das erste Mal Cheftrainer
Als erstes versuchte er sich bei Benfica Lissabon, danach bei União Leiria als leitender Trainer. „The Special One“ führte den kleinen Fußballverein in der Superliga auf Platz fünf. Dies war die bisher beste Platzierung für den Klub. Schließlich wechselte er zum FC Porto, wo er alle auf sich aufmerksam machte. Als Mourinho in Porto ankam, verkündete er sogleich, in der nächsten Saison den Meistertitel zu holen. Seine Grundvorsätze für die kommenden Spiele lauteten:
Es kam wie es der Meister prophezeite: sie gewannen den Meistertitel und auf internationaler Bühne den UEFA-Cup gleich noch dazu. Der zweifache Vater versucht nie einen speziellen Spielstil zu entwerfen, sondern vielmehr die Schwächen des Gegners zu erkennen und so die Mannschaft darauf vorzubereiten. So auch im UEFA-Cup Finale Celtic gegen Porto. Bevor die Mannschaft in Sevilla eintraf, schickte der Trainer einen Bus voraus, nur beladen mit Computer und Videos, die Zusammengestellte Celtic- Analysen beinhalteten. Während des Spiels gingen die Spieler des FC Porto auffallend oft zu Boden, um so eine Verlängerung heraus zu fordern. In den entscheidenden 15 Minuten Nachspielzeit, schoss Derlei dann das finale Siegtor. Nach dem Sieg enthüllte das analysierende Genie, dass er sein Team ganz speziell auf die Verlängerung vorbereitete. 2004 gewann er wieder mit dem FC Porto - dieses Mal die Champions League. Während des Spiels konnte man beobachten, dass José kurz vor der Einwechslung des Ersatzmannes Dmitri Alenitschew, minutenlang erklärte, was zu tun ist. Dabei hatte er, wie immer, seinen vollgeschriebenen Notizblock mit dabei. Eine Viertelstunde später hatte Porto zwei Tore geschossen.Und so wurde der damals 41- jährige, der jüngste Trainer, der jemals einen CL-Pokal gewann.
Der reichste Klub der Welt
2004 warb Öl-Magnat Roman Abramowitsch, vom FC Chelsea, den Portugiesen ab. Er nahm an und gleich auf seiner ersten Pressekonferenz sagte er, was Sache ist: „Erst kommt Gott, doch danach komme ich“, und weiter: „Chelsea hat jetzt vor allem eines - einen Top-Trainer." Durch Abramowitsch stellten sich Unmengen an Geldern zur Verfügung, dass der beste Trainer der Welt auch ausgeben durfte. Doch als man ihm eine Liste gab, mit Weltfußballern die das Megatalent sich aussuchen konnte, wollte JM keinen davon. Später, als er dazu Stellung nahm, meinte José, er wolle den Ehrgeiz beibehalten, den nur neue und frische Spieler verkörpern. So wie beim FC Porto entschied er sich also ohne Neueinkäufe zu spielen. Alle Spieler die dann doch kamen, wie zum Beispiel Asier del Horno oder Ricardo Carvalho, der heute wieder mit Mourinho zusammen spielt, nahmen lediglich auf der Bank Platz.
Der König der Trainer hatte früher schon oft bewiesen, dass er unter einem „zweifelhaftem Verfolgungswahn“ leidet. So auch im Champion League- Achtelfinale gegen den FC Barcelona am 23. Februar als Chelsea verlor. Der Schiedsrichter, Anders Frisk, hat nach der zweiten Halbzeit eine fragwürdige gelb-rot-Karte gegenüber Didier Drogba ausgesprochen, der daraufhin den Platz verlassen musste. „The Special One“ meinte, er habe gesehen wie Barcelona-Trainer Frank Rijkaard in der Halbzeitpause in die Kabine des Schiedsrichters gegangen ist und ihn bestochen haben soll. Frisk musste daraufhin seine Karriere beenden, da er ununterbrochen Morddrohungen bekam. In einem Interview verkündete er sogar, er ließe seine Tochter nicht mehr zum Briefkasten gehen, aus Angst vor tatsächlichen Anschlägen. Der 47- jährige Trainer durfte deshalb bei zwei Champions League- Spielen nicht dabei sein. Doch auch eine Spiel- Sperre scheint den hitzköpfigen Portugiesen nicht daran zu hindern, sein Team zu unterstützen. Anscheinend soll er sich in einem Wäschekorb oder in einem Speisewagen versteckt haben, um somit in die Nähe des Fußballfeldes zu kommen. Des Weiteren soll der Portugiese mittels Zettel und über Funk Anweisungen für die Spieler gegeben haben. Außerdem fand er auch, dass Arsenal, der Hauptkonkurrent des FC Chelsea, den Spielplan der Premier League kontrolliere und somit dafür sorge, dass seine Mannschaft einen harten Zeitplan hat. Am 20. September 2007 verließ José Mário dos Santos Félix Mourinho den FC Chelsea nach Differenzen mit dem Klubeigentümer Roman Abramowitsch.
Inter Mailand
In der Saison 2008/09 trainierte der gebürtige Setúbaler die Italienische Mannschaft Inter Mailand. Bei der Amtsantrittsrede ließ er mit typischem „Mou“- Stil verlauten: „ Ich wollte schon immer einen großen Klub in Italien trainieren. Für mich ist der Job bei Inter eine große Herausforderung. Und ich glaube, für die Journalisten, könnte es sehr unterhaltsam werden." Allerdings scheiterte der „George Clooney des Fußballs“ noch in derselben Saison im Achtelfinal der Champions League. Doch schon im nächsten Jahr sollte es besser laufen. Das Achtelfinale gegen den FC Chelsea gewann er beim Hin- und Rückspiel beide Male. Im Halbfinale gegen den FC Barcelona war die Stimmung angespannt. Die Katalanen mochten den defensiven Spieldrang des gläubigen Mannes noch nie. In den Interviews vor dem Spiel, gab sich José noch sehr gelassen. Sagte er doch es gehe „nur um ein Spiel, nicht um einen Krieg.“. Als man dann aber mit einem 1:0 gewann, feierte er noch direkt im Camp Nou auf dem Platz. Und sogar als die Sprenkelanlage angestellt wurden, freute man sich weiter auf dem grünen Rasen. Und so war der Italienische Fußballclub im Finale. Man spielte gegen den FC Bayern München und seinen Ex-Vorgesetzten Luis van Gal und gewann. Somit ist José Mourinho, neben Ottmar Hitzfeld und Ernst Happel, einer der wenigen Trainer, die mit zwei verschiedenen Clubs den Champions League Titel erringen konnten. Außerdem wurde er im Jahr 2009 und 2010 Italienischer Meister und gewann 2008 den Italienischen Super-Cup.
Real Madrid
Am 28. Mai 2010 wurde erstmals bestätigt, dass José Mourinho zu den „Königlichen“ wechselt. Er wurde als Retter in der Not geholt und sollte die Durststrecke von zwei Jahren ohne Titel für Real beenden. Doch gleich in den ersten paar Monaten spielt der meistgehasste und meistgeliebte Trainer wieder mit der Presse. So auch im September 2010, als er eine Pressekonferenz einfach verlies, als man ihn wiederholt auf das Fehlen von Pedro León im Kader ansprach. Seine Worte kurz vor dem Abgang lauteten: „Ihr fragt mich nach einem Pedro Leon, als ginge es um einen Zidane, Maradona oder Di Stefano." Nichtsdestotrotz zeigen schon die ersten Monate, dass José Mourinho im Stande ist, aus einem Gebilde aus Top-Stars, eine echte Einheit zu schweißen. Mit Geschick, Werten, Sachverstand und Akribie, ist er die wohl beste Wahl für den Trainerposten bei Real Madrid. Der beste Trainer, beim besten Verein des 20. Jahrhunderts, die Fans sind gespannt, ob sich diese Mischung schon bald in Titel ausdrücken wird!
Er ist mit Matilde Mourinho seit 1989 verheiratet und hat zwei Kinder die José Mário (7) und ebenfalls Matilde (11) heißen. Er ist katholisch und sehr religiös.
Viele sagen er sei selbstverliebt, furchtlos, charmant, humorvoll, charismatisch, emotional und niemals zufrieden, denn der 1,75 cm große Mourinho will immer mehr erreichen.
Den Spitznamen „The special one“ hat er sich selbst während seiner Präsentation beim FC Chelsea gegeben. Angesprochen darauf, ob er meint, dass er von seinen Qualitäten der richtige Trainer für diesen Top-Verein ist, antwortete er: „Please don't call me arrogant, but I'm European champion and I think I'm a special one.”
Er hat einer unfassbare Statistik vorzuweisen: Vereinsübergreifend, hat er seit 140 Pflichtspielen in Serie kein Heimspiel verloren. 38 mit dem FC Porto, 60 mit dem FC Chelsea, 38 mit Inter Mailand und 4 mit Real Madrid (Stand: 23. Oktober 2010).
Der Draufgänger unternahm die Pilgerreise zum Fatima-Schrein, einem der wichtigsten Wallfahrtsorte in Portugal, gleich drei Mal.
2007 wurde er von Scotland Yard festgenommen, weil er sich weigerte seinen Yorkshire-Terrier an die Polizei ab zu geben. Angeblich soll der Hund nicht ausreichend geimpft worden sein, nach der Einreiße vom Ausland. Mourinho nahm daraufhin den Hund und ließ ihn in die Büsche frei, was ihm große Probleme einhandelte. Er musste mit aufs Revier und seine Fingerabdrücke abgeben. Es stellte sich aber heraus, dass es nur „ein Missverständnis über Dokumente für Veterinärvorschriften“ gewesen ist, da der Hund doch zu genüge geimpft gewesen war. Das Verhängnis: Der Hund kam nicht mehr zurück!
Er benutzt das Wort "Hurensohn" nach eigenen Angaben rund 50 Mal während eines Spiels und 50 Mal im Training.
Erfolge:
2x UEFA Champions League: 2004 (FC Porto), 2010 (Inter Mailand)
UEFA Cup: 2003 (FC Porto)
2x Portugiesischer Meister: 2003, 2004 (FC Porto)
Taça de Portugal: 2003 (FC Porto)
Cândido de Oliveira: 2003 (FC Porto)
2x Englischer Meister: 2005, 2006 (FC Chelsea)
FA Cup: 2007 (FC Chelsea)
2x Football League Cup: 2005, 2007 (FC Chelsea)
FA Community Shield: 2005 (FC Chelsea)
2x Italienischer Meister: 2009, 2010 (Inter Mailand)
Coppa Italia: 2010 (Inter Mailand)
Supercoppa Italiana: 2009 (Inter Mailand)
Copa del Rey: 2011 (Real Madrid)
Auszeichnungen:
3x IFFHS Welt-Klubtrainer: 2004, 2005, 2010
2x UEFA bester Klubtrainer: 2003, 2004
2x Trainer des Jahres in Portugal: 2003, 2004
2x Trainer des Jahres in England: 2205, 2006
Trainer des Jahres in Italien: 2009
Mann des Jahres "Gazzetta dello Sport": 2010
| Verein: | Land: | Zeitraum: |
|---|---|---|
| Real Madrid | Spanien | 2010 - |
| Inter Mailand | Italien | 2008 - 2010 |
| FC Chelsea | England | 2004 - 2007 |
| FC Porto | Portugal | 2002 - 2004 |
| União Leiria | Portugal | 2001 - 2002 |
| Benfica Lissabon | Portugal | 2000 |
| FC Barcelona | Spanien | 1995 - 2000 |
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