| Name: | Sami Khedira |
|---|---|
| Spitzname: | - |
| Geburtsdatum: | 04.04.1987 |
| Geburtsort: | Stuttgart |
| Nationalität: | Deutschland |
| Position: | Defensives Mittelfeld |
| Größe: | 189 cm |
| Gewicht: | 85 kg |
| Vertrag bis: | 30.06.2015 |
| im Verein seit: | 2010 |
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Khediras Kindheit und seine ersten Schritte im Fußball
Samis Vater ist Tunesier und nur durch Zufall lernte dieser über einen Freund Khediras deutsche Mutter kennen. Khedira Senior arbeitete damals für eine Metallfabrik und spielte nebenbei leidenschaftlich als Torwart Fußball. Er prägte Sami sehr. In einem Interview mit der Spanischen Zeitung AS sagte der deutsche Nationalspieler einmal: „Er lehrte mich den Wert des Lebens. Vor allem, aufrichtig zu sein und immer an meine Träume zu glauben. Darauf bestand er. Das war der Grund, warum ich in die Nationalmannschaft und zu Real gekommen bin.“
Sami wuchs in Stuttgart auf. Als der Rechtsfuß noch klein war, reisten er und seine Familie jedes Jahr für fünf Wochen nach Hammamet, wo sein Vater aufwuchs. Rund 40 Cousinen und Cousins, Tanten und Onkels und Samis Großeltern leben in Tunesien, weshalb er eine große Verbundenheit zu seinem Lieblingsurlaubsziel pflegt. Sami Khedira hat neben seinem älteren Bruder auch einen jüngeren, er heißt Rani und spielt, wie Sami einst, in der Jugend des VfB Stuttgart.
Als Kind spielte der jetzige Ruhepol von Real Madrid im Team TV Oeffingen, bevor er mit acht Jahren zum VfB Stuttgart wechselte. Der Mittelfeldspieler war damals schon einer der Größten und Besten.
1995 schaffte er es in die Jugendabteilung der Schwaben und wurde dort sogar Kapitän der B- und A- Jugendmannschaft. Vom damaligen Jugendleiter, Frieda Schroff, lernte Khedira sich immer zu bemühen und niemals aufzugeben. Von ihm bekam er auch schon als Kind beigebrach, was ihm später zu gute kommen sollte. „Wenn du schludrig bist, kannst du es im Spitzensport nicht über ein bestimmtes Level hinausschaffen.“, so die Worte des Jugendleiters.
Sami reifte beim VfB - sportlich und auch menschlich
Der VfB Stuttgart bildete den ruhigen Zeitgenossen aus, er durchlief seit der E- Jugend alle Stationen vom Amateur bis zum Profispieler. Der Deutsch- Tunesier erlernte dort technische und taktische Eigenschaften. Besonders aber verinnerlichte er dort die Disziplin, die ihn heute noch auszeichnet. In der Jugendmannschaft der Stuttgarter gibt es das sogenannten „Benimmregel ABC“. Sami kannte jede und nahm sie sich sehr zu Herzen. So steht zum Beispiel für den Buchstaben G das Grüßen. Die Regel dazu lautet: „Es fällt immer wieder auf, dass die Spieler die Mitarbeiter des Vereins (in der Regel beim vorbeilaufen) nicht grüßen. Wenigstens ein kurzes Grußwort sollte jeder an den Mann (die Frau) bringen.“
Doch seine Karriere geriet zuvor bereits mit 17 Jahren schon ins Wanken. Ausgerechnet jetzt, wo er den Sprung in die Profikarriere hätte machen können, verletzte Sami sich am Knie, musste Operationen am Außenminiskus ertragen und sehr lange eine Reha- Auszeit nehmen. „Es war nicht leicht, sich als Teenager wochenlang in der Reha zu quälen, wenn die anderen auf dem Platz stehen. Aber ich habe nie aufgegeben und immer daran geglaubt, es zu schaffen.“, so der jetzige Fußballer.
Als Khedira wieder versuchte zu spielen, tat er das nur unter großen Schmerzen. Die Ärzte sagten ihm, dass es nicht gut aussehe und man nicht genau wisse, ob er jemals wieder Fußballspielen kann. Doch die Ungewissheit prägte ihn. Der Stuttgarter wurde Erwachsen, als er für drei Monate alleine zu einer Reha nach Donaustauf musste. Vieles Organisierte der Muslime selbst und schloss Freundschaften auf eigene Faust. So sagte er während eines Interview: „Damals war ich unter Schock. Ich konnte es nicht glauben. Mittlerweile bin ich aber so stabil, dass ich darüber reden kann. Wenn ich noch einmal operiert worden wäre, hätte ich aufhören müssen.“
Verletzung konnte ihn nicht stoppen - im Gegenteil, sie machte ihn noch stärker
Während dieser Zeit lernte er auch die Schattenseiten des Fußballs kennen. Viele Freunde haben ihm den Rücken zugewandt und einige ihn gar abgeschrieben. Doch dies motivierte den selbstbewussten Spieler noch mehr, wieder zurückzukehren und es allen zu beweisen. „Was da auf den Trainingsplätzen abläuft, ist der Wahnsinn. Da rennen etliche Menschen rum, die kein anderes Ziel haben, als viel Kohle aus dir herauszuholen.“, so die Nummer 24.
Mit den beiden Medizinern Dr. Müller-Wohlfahrt und Dr. Boenisch fand er Menschen, die ihn unterstützen und halfen seine Verletzungen am Knie zu kurieren. Trotz all der Operationen gewann die VfB- Reserve mit Khedira sechs Spiele und drei Unentschieden und stand somit an der Tabellenspitze. Seine Leistungen überzeugten auch den damaligen Trainer der ersten Mannschaft, Armin Veh und so wurde er 2006 in die erste Mannschaft des VfB berufen. Bereits wenige Wochen nach seinem Wechsel, stand der damals erst 19-Jährige in der Startelf im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Der VfB gewann mit 3:0, was Sami einen Stammplatz einbrachte. Am 29. Oktober schoss er im Spiel gegen FC Schalke seine ersten beiden Bundesliga-Tore. Nur wenige Monate später unterschrieb er am 29. Januar 2007 einen Vertrag, der ihn bis zum Sommer 2009 an den VfB band. 2007 wurden sie deutscher Meister, auch deswegen, weil der laufstarke Stratege eine prima Saison spielte und mit entscheidenden Toren aufwartete.
2008/09, am siebzehnten Spieltag, absolvierte der defensiv Spieler eines seiner großartigsten Spiele: Er rettete, den mit zwei Toren im Rückstand stehenden VfB, gegen den FC Bayern München mit gleich zwei verschiedenen Toren. Ein Mal per Kopf und ein weiteres Mal mit einem sagenhaften Volleyschuss in der Nachspielzeit. Letzteres Tor wurde sogar zum „Besten Tor des Monats im Dezember 2008“ gewählt. Am 9. Juli 2009 unterschrieb Sami wieder beim VfB und verlängerte somit bis zum Sommer 2011.
Kapitän bei U21-EM-Triumph - nun bei Löw absolute Stammkraft
Am 16. August 2007 wurde Khedira von der deutschen A- Nationalmannschaft erstmals einberufen. Sogleich nominierte man ihn für ein England Spiel. Allerdings verletzte er sich am rechten Fuß durch einen Außenbandriss wenige Tage zuvor in einem Spiel mit dem VfB gegen Hertha BSC. 2009 nahm die Deutsche U21- Nationalmannschaft an der Europameisterschaft in Schweden teil. Sami war damals Kapitän und leitete das Team zum EM-Titel!
Lange Zeit hoffte Khedira, das er zur Weltmeisterschafft in Südafrika dabei sein darf und trainierte sehr hart dafür. Am 6. Mai gab Joachim Löw, der Trainer der A- Mannschaft, dann endlich bekannt, dass Sami im erweiterten Kader mit fliegt. Doch die Konkurrenz war enorm. So sagte der Spieler einmal, als man ihn darauf hinwies, dass es sehr schwierig werden würde einen Stammplatz in der Nationalmannschaft zu ergattern: „ Als ich als junger Spieler zum Profikader der VfB gestoßen bin, waren auch die Konkurrenten sehr, sehr groß. Heutzutage sind sie auch noch sehr, sehr groß. Ich sehe das einfach als Ansporn, als positives Signal, wenn man Konkurrenz hat.“ Zum Glück für Khedira fiel Michael Ballack auf Grund einer Verletzung bei der WM aus. So wurde Sami als Mittelfeldspieler neben Bastian Schweinsteiger eingesetzt. Er wollte jeden überzeugen, dass er dem Druck, der auf ihm lastete, stand halten kann und dies tat er. Der Sechser überzeugte auf voller Länge mit seiner herausragenden Technik und Stellungsspiel.
Wechsel nach Madrid - Khedira nun Bestandteil der 'Galacticos 2.0'
Als José Mourinho im Frühsommer 2010 zu Real Madrid wechselte, wurde schnell klar, wen er auf jeden Fall im weißen Dress sehen möchte: Sami Khedira! Er stand ganz dick eingerahmt auf seinem Wunschzettel. Und dieser Handel konnte tatsächlich klappen, denn Samis Vertrag beim VfB lief nur noch bis zum Sommer 2011, so hätte er im nächsten Jahr ablösefrei wechseln können. Auch Khedira war schnell bewusst, nach einem Gespräch mit „The Special One“, dass dieser Club der Richtige für ihn ist: „Das Gespräch hat nur fünf Minuten gedauert. Er hat sehr gute, kurze und präzise Worte gefunden. Dann war für mich alles klar. Madrid ist und war mein Ziel. Ich bin jetzt da, wo ich hinwollte. Real ist der beste Klub der Welt.“ Am 30. Juli 2010 war es dann soweit. Es wurde bekannt gegeben, dass Khedira für schlappe 14 Millionen Euro zu Real Madrid wechselt.
Zwei Tage nachdem der neue Mittelfeldarbeiter in der Hauptstadt Spaniens angekommen ist, berichtete er über das Training mit den Stars und vor allen Dingen von seinem neuen Trainer: „ Wir trainieren nur einmal täglich, 90 Minuten lang. Aber das ist dann so intensiv, wie ich es noch nicht erlebt habe. Ich habe schon sehr viele gute Trainer gehabt - aber diese Akribie und diese Zielstrebigkeit sind auch mir neu. Mourinho gibt sich mit nichts zufrieden.“
Schon jetzt ist der Rechtsfuß aus dem Plan von Mourinho nicht wegzudenken und bildet regelmäßig die Doppelsechs mit Partner Xabi Alonso. Sinnbildlich für die Mentalität des Deutschen, ist seine Statistik beim Champions League Spiel gegen Ajax Amsterdam am 15. September 2010. Ganze 11,5 Kilometer spulte das „Arbeitstier“ ab und konnte mit einer herausragenden Passquote von 93% angekommenen Zuspielen auftrumpfen. Sodurch war Sami auch ein Garant für den Sieg im Finale der Copa del Rey gegen Erzfeind Barcelona. Er ackerte und lief im Mittelfeld, schaltete sich oft in die offensive mit ein. Wohl eins seiner besten Spiele im Dress der Königlichen. Mit diesen Quoten und seiner ureigenen Einstellung, ist Khedira als Neueinkauf eingeschlagen und dürfte sich auf Sicht zu einer festen Säule des Teams emporschwingen.
Samis großes Vorbild ist Zinédine Zidane. Mit elf Jahren sah er ihn das erste Mal bei der Weltmeisterschaft 1998 spielen, von da an wollte er den Großmeister einmal persönlich kennenlernen.
Interessanterweise bekam der defensive Mittelfeldspieler, der auch ab und zu rustikal zu Werke gehen muss, noch nie die Rote Karte.
Sami ist Fan von Bushido, einem deutschen Rapper und wenn er Musik auflegt, handelt es sich stets um dieses Genre. Bushido widmete Khedira zur WM 2010 in Südafrika eigens ein Lied.
Sein bisher größter sportlicher Erfolg, abgesehen von der Teilnahme der WM 2010, war der Gewinn der Meisterschaft mit dem VFB Stuttgart 2007, ein Ereignis, dass er als „unbeschreiblich“ einstuft.
Privat liebt Sami es, gemütlich auf der Couch Videospiele zu "zocken", auch geht er gerne ins Kino, sein Lieblingsschauspieler ist Nicolas Cage.
Früher trug Sami Khedira kurze Haare, da im Regelhandbuch des VfB Stuttagrt für die Jugendspieler vermerkt stand, dass man lange Frisuren vermeiden sollte. Später ließ er sich die Haare jedoch lang wachsen und gab als Entschuldigung an, dass er zu der Zeit verletzt war und demnach keine Zeit hatte zum Friseur zu gehen.
Erfolge:
Europameister U21: 2009 (Deutschland)
Deutscher Meister: 2007 (Stuttgart)
Weltmeisterschaft, 3. Platz: 2010 (Deutschland)
Copa del Rey: 2011 (Real Madrid)
| Saison: | Von: | Zu: | Ablöse: |
|---|---|---|---|
| 2010/11 | VfB Stuttgart | Real Madrid | 14.000.000 € |
| 2006/07 | VfB Stuttgart II | VfB Stuttgart | - |
| 2005/06 | VfB Stuttgart U19 | VfB Stuttgart II | - |
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